Selbstdiagnosetool für effizientes E-Government vorgestellt

Bertelsmann Stiftung sieht Deutschland auf dem richtigen Weg

Auf einer internationalen Fachkonferenz der Bertelsmann Stiftung diskutierten in Berlin über 100 Experten aus zehn Ländern die Zukunft der elektronischen Verwaltung mit Bundesinnenminister Otto Schily. Effiziente Verwaltung und Kundenorientierung gehören im digitalen Zeitalter untrennbar zusammen, lautete das Fazit der Expertenrunde.

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Otto Schily betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Bürgerorientierung im Netz: "Mit BundOnline 2005, der E-Government-Initiative der Bundesregierung, nutzt die Bundesverwaltung bereits umfassend die modernen Möglichkeiten der Informations- und Wissensgesellschaft. Das ist ein Gewinn für die Bürgerinnen und Bürger, ebenso für die Wirtschaft, aber auch für die Verwaltung selbst. Von den 383 Dienstleistungen der Bundesverwaltung werden in den nächsten vier Jahren 376 im Internet verfügbar sein. Das sieht die E-Government-Strategie für die gesamte Bundesverwaltung vor, die das Kabinett im vergangenen November beschlossen hat", sagte der Innenminister auf der Konferenz "Balanced E-Government" in Berlin.

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Die Ziele von BundOnline 2005 würden aber über die Möglichkeiten zur stärkeren Kundenorientierung und Modernisierung der Verwaltungsabläufe hinausgehen, so Schily.

Einen internationalen Vergleich hatte die Bertelsmann Stiftung im Vorfeld der Konferenz angestellt. Insgesamt zwölf herausragende E-Government-Beispiele wurden in einer Studie gemeinsam mit der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton unter die Lupe genommen.

In den USA, Kanada, Schweden, Estland und Deutschland fanden die Rechercheure überzeugende Beispiele für effizientes E-Government, von denen ausgewählte Projekte auf der Konferenz vorgestellt wurden. Ausgereifte Konzepte und langfristige Strategien treiben dort die Verwaltungsmodernisierung voran. Dennoch bleibe Raum für Verbesserungen: So stecken etwa Möglichkeiten zur Einsicht in die Verwaltungsabläufe und Angebote zur aktiven Beteiligung fast überall noch im Experimentierstadium. Selbst die Klassenbesten bleiben in der Studie mit 60 Prozent der erreichbaren Punkte hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Transparente Strukturen und Angebote zur Partizipation werden von den Analysten der Bertelsmann Stiftung als wichtige Bestandteile des Umbauprozesses in Staat und Verwaltung angesehen. Gerd Schulte-Hillen, stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums der Stiftung benannte in seiner Ansprache auf der Fachkonferenz in Berlin die Potenziale: "Die Bürger werden den Staat von morgen nicht mehr als Bittsteller aufsuchen, sondern ihn konsultieren. Ein gläserner Staat wird seinen Bürgern die strukturelle Grundlage bieten, um die transparente Bürgergesellschaft aufzubauen. Um diesen Prozess Wirklichkeit werden zu lassen, brauchen wir ein ausgewogenes, ein 'Balanced E-Government'".

Die Bertelsmann Stiftung will diese Entwicklung unterstützen und hat einen Acht-Punkte-Plan für gutes E-Government sowie den BEGIX (Balanced E-Government-Index) vorgestellt, der ein Instrument zur Selbstdiagnose für Kommunen darstellt. Der Online-Fragenkatalog des BEGIX soll Gemeinden, Länder- und Bundesbehörden helfen, die eigenen Schwächen und Stärken zu erforschen und sich mit anderen Anbietern zu vergleichen.

Informationen zur Fachkonferenz, zur Studie "Balanced E-Government" und zum BEGIX sind im Internet unter www.begix.de abrufbar.

Informationen zur E-Government-Initiative der Bundesregierung stehen unter www.bundonline2005.de bereit.

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