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Biodata: Zoff mit dem Ex

Ex-Vorstand Altura Ewers reicht 100-Millionen-US-Dollar-Klage gegen Biodata ein. Die am Neuen Markt notierte Biodata Information Technology AG sieht sich mit zwei Gerichtsklagen im Umfang von insgesamt 100 Millionen US-Dollar konfrontiert. Altura Ewers, der ehemalige Chief Sales Officer des Konzerns, hat am U.S. Federal Court in San Francisco zwei Anklageschriften gegen die Biodata Information Technology AG eingereicht.
/ Jens Ihlenfeld
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Nach seinem Rücktritt im Vorjahr als Vertriebsvorstand war Ewers zuletzt als CEO der US-amerikanischen Tochtergesellschaft "Biodata North America Inc." tätig, wurde am 22. März 2002 jedoch wegen des "begründeten Verdachts auf erhebliche geschäftliche Unregelmäßigkeiten" in seinem Verantwortungsbereich fristlos aller Funktionen entbunden. Gleichzeitig erhielt Ewers ein umfassendes Hausverbot für alle Räumlichkeiten der "Biodata North America Inc.".

Gegenstand der ersten Klage über 50 Millionen US-Dollar ist der Verkauf des operativen Kerngeschäftes der insolventen Unternehmensgruppe am 11. Februar 2002 und der US-Tochter am 20. März 2002. Die Insolvenzverwaltung der Biodata AG veräußerte nach zahlreichen Bietrunden und Gesprächen mit mehreren potenziellen Investoren aus dem In- und Ausland alle vorher im Besitz der AG befindlichen Rechte für die Firewall- und Kryptographieprodukte Babylon an die Biodata Systems GmbH. Gegen dieses Verkaufsgeschäft haben Al Ewers und die US-Firma U.S. Vestor jetzt Einspruch erhoben.

An den Verhandlungen hatte Al Ewers bereits als Interessent teilgenommen, der Zuschlag ging indes an die Biodata Systems GmbH im nordhessischen Frankenberg. Die Nordhessen hatten damals ein zuletzt deutlich besseres Angebot unterbreitet und darüber hinaus ein Fortführungskonzept für mehr als 50 Mitarbeiter realisiert, so Biodata. Die Anschuldigungen sind nach Auffassung der Insolvenzverwaltung unbegründet.

Eine weitere Klage über 50 Millionen US-Dollar behandelt die vertragliche Rechtslage zwischen Tochtergesellschaft "Biodata North America Inc." und Konzernmutter "Biodata Information Technology AG". Ewers wirft der AG vor, mit Produktlieferungen an US-amerikanische Kunden ein Exklusivabkommen zwischen beiden Gesellschaften verletzt zu haben, das den Vertrieb von Biodata-Produkten in Nord-, Mittel- und Südamerika regelt. Alle Lieferungen mussten demnach über die US-Tochtergesellschaft abgewickelt werden. Auch diesen Vorwurf weist die Insolvenzverwaltung als haltlos zurück.

"Unabhängig von dem jetzigen juristischen Vorstoß wurden zur Wahrung der Interessen des Konzerns rechtliche Schritte gegen den ehemaligen CEO des US-Geschäftes eingeleitet" , so Biodata in einer Ad-hoc-Mitteilung.