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Reg TP senkt Einmalgebühren für Teilnehmeranschlussleitung

VATM kritisiert verfehlte Preispolitik der Behörde. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat die Einmalgebühren für eine Umschaltung von Teilnehmeranschlussleitungen neu festgesetzt. Dabei sinken die Preise für die Wettbewerber der Deutschen Telekom nur leicht.
/ Jens Ihlenfeld
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Die Kosten für eine einfache Umschaltung liegen nun bei 70,56 Euro statt bisher 92,59 Euro. Die Telekom hatte 84 Euro gefordert, der Wettbewerb hält 40 Euro für realistisch. Hinzu kommen zum Teil erhebliche Aufschläge, wenn beispielsweise Arbeiten beim Kunden erforderlich sind (113,84 Euro) oder wenn der Kunde eine schnellere Leitung als die normale Kupferdoppelader wünscht (maximal bis zu 293,72 Euro).

Die zusätzlich anfallenden Kündigungsentgelte sinken um knapp 10 Euro auf 50,71 Euro oder bei gleichzeitiger Umschaltung um 0,45 Euro auf 34,94 Euro. Die Wettbewerber halten die Kündigungsentgelte für "völlig unberechtigt" , so der VATM.

"Anders als noch vor Wochen von der Regulierungsbehörde in Aussicht gestellt, sinken die für den Wettbewerb im Ortsnetz so wichtigen Einmalgebühren für die Umschaltung und Neuschaltung von Teilnehmeranschlüssen nur wenig. Zu wenig, um den Wettbewerb im Ortsnetz voranzubringen, wie dies die EU ausdrücklich von der Bundesregierung verlangt hat" , so der VATM in einer Pressemitteilung.

Die Regulierungsbehörde hatte im März letzten Jahres die Einmalentgelte für nur ein Jahr festgelegt, da man davon ausging, dass diese Leistungen durch effizientere Abläufe beim Umschaltungsprozess nun den Wettbewerbern günstiger zur Verfügung gestellt werden könnten.

"Mit dieser Entscheidung zahlen die Wettbewerber weiterhin mehr an die Telekom als deren direkte Privatkunden. So kann Wettbewerb einfach nicht funktionieren und die Reg TP weiß das. Die Fehler der Vergangenheit werden nicht korrigiert und als Gehilfen der Deutschen Telekom AG benötigen wir die Regulierungsbehörde nicht" , kritisiert Dr. Dreyer, Präsident des VATM, scharf die Entscheidung.

Für nicht nachvollziehbar hält Dreyer zudem, dass die Telekom für die Umschaltung mehr verlangen darf, wenn das gleiche Kabel für eine hochbitratige Übertragung wie beispielsweise für DSL genutzt wird. Arbeitsaufwand und Kosten auf Seiten der Telekom seien im Wesentlichen die gleichen.

Für völlig unbegründet hält der Verbandspräsident vor allen Dingen die Kündigungsgebühren: "Diese sind absolut unangemessen. In fast keinem anderen europäischen Land werden sie erhoben, und der Kunde zahlt natürlich auch nichts für die Abmeldung an die Telekom, wenn er den Anschluss kündigt oder umzieht."


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