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Fahrscheine der Zukunft

Bundesweite Einführung eines einheitlichen elektronischen Fahrscheins geplant. Zusammen mit dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) arbeiten Infineon und andere Industrieunternehmen an einem technischen Standard zur bundesweiten Einführung eines einheitlichen elektronischen Fahrscheins. Mitte 2003 wollen die Kooperationspartner eine einheitliche Lösung für Kauf und Nutzung elektronischer Fahrscheine im öffentlichen Personenverkehr vorstellen. Erste groß angelegte Pilotprojekte, in denen sich E-Ticket-Prototypen und die neue Infrastruktur beweisen, sollen dann in den Großräumen Berlin und Dresden starten.
/ Jens Ihlenfeld
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Passagiere sollen ihre einmal erworbenen elektronischen Fahrausweise überall in Deutschland einsetzen können. Außerdem sollen die Fahrgäste die E-Tickets bei jedem der rund 530 Verkehrsunternehmen bundesweit auf dieselbe Art kaufen und nutzen können – egal ob in München, Berlin oder Dresden.

Infineon liefert als Vertreter der Halbleiterbranche in diesem Projekt das Know-how zur Chiptechnologie für die angedachte chipbasierte Lösung. Zur kontaktlosen Datenübertragung kommunizieren ein Lesegerät und der Chip im elektronischen Fahrschein elektromagnetisch im Vorbeigehen. Die Chips sorgen dafür, dass die Übermittlung der Daten zuverlässig und schnell erfolgt, auch wenn in Stoßzeiten mehrere Tickets gleichzeitig zu entwerten sind.

Die Entscheidung darüber, wie der elektronische Fahrschein letztendlich aussehen wird, steht jedem Verkehrsunternehmen offen. Durch die Chiptechnologie ist das E-Ticket als Chipkarte ebenso denkbar wie beispielsweise als Bestandteil einer Armbanduhr oder als Schlüsselanhänger.

Grundsätzlich kann ein solches System außerdem eine automatische Fahrpreisfindung ermöglichen: Wo auch immer der Fahrgast das elektronische Ticket benutzt, wird automatisch nur die tatsächlich abgefahrene Strecke in Rechnung gestellt. Der VDV arbeitet bei der Standardisierung neben Infineon mit den Industriepartnern Card.etc, Cubic, Deutsche Bank, ERG, Guardeonic Solutions, Siemens, T-Systems und dem Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme der Fraunhofer Gesellschaft zusammen.

In erster Linie soll durch den Standard für den elektronischen Fahrschein die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für den Kunden einfacher und bequemer werden. "Das Standardisierungsvorhaben im öffentlichen Nahverkehr soll bei der Entscheidung auf bewährte und zuverlässige Technologien zurückgreifen" , beschreibt Ingo Susemihl, Leiter des Contactless Systems bei Infineon Technologies, den Kernpunkt des E-Ticket-Konzepts. "Die Projektpartner haben bei diesem Vorhaben die einmalige Chance, eine Grundlage für ähnliche Projekte in ganz Europa zu schaffen."

Eine umfassende Bewährungsprobe könnte der bundesweit einheitliche elektronische Fahrschein übrigens im Jahre 2006 bestehen: Denn dann richten mehrere Großstädte in Deutschland die Fußballweltmeisterschaft aus. Und egal in welcher Stadt ein Spiel stattfindet – die Fans sollen bequem und einfach mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu den Stadien kommen können, ohne sich mit regional unterschiedlichen Tarifsystemen auseinander setzen zu müssen.

Ganz neu sind die Ansätze allerdings nicht. So wurde mit dem Pilotprojekt "tick.et" bereits ein elektronischer Fahrschein in Berlin erfolgreich getestet. Motorola und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten im Jahr 1999/2000 in einem halbjährigen Feldversuch rund 27.000 Personen mit einem elektronischen Fahrausweissystem ausgestattet, die diese für U- und S-Bahnen sowie Buslinien nutzen konnten.

Damals ging man noch davon aus, in Berlin bis Ende 2002 ein multifunktionales Ticketing-System zu errichten.


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