Rechenleistung für erste Mondlandung heute in einem Laptop
Heute heißt die Firma allerdings Infineon und aus den anfänglich 30 sind inzwischen 30.000 Mitarbeiter geworden, von denen jeder sechste an weltweit 29 Standorten in den Bereichen Forschung und Entwicklung tätig ist.
Zwischen 1954 und 2000 wuchs der weltweite Jahresumsatz der gesamten Branche von fünf Millionen US-Dollar um das 40.000fache auf 200 Milliarden US-Dollar an. Pro Erdenbürger und Jahr werden inzwischen durchschnittlich 60 Millionen Transistoren produziert. Dabei funktionierte die Halbleiter-Industrie von Anfang an nach eigenen Regeln. Ihre bekannteste und zugleich folgenreichste formulierte Gordon Moore bereits 1965. Er machte die Beobachtung, dass sich die Anzahl an Transistoren in einer integrierten Schaltung etwa alle 18 Monate verdoppelt. Übersetzt bedeutet das nichts anderes, als dass beispielsweise die Leistungsfähigkeit ganz normaler PCs im gleichen Zeitraum ebenfalls zweimal so groß wird.
Dieser Entwicklung entsprechend könnte die gesamte Rechenleistung der ersten Mondlandung von 1969 heute mit einem handelsüblichen Laptop bewältigt werden. Dazu gehört auch die stetige Miniaturisierung der Bauelemente. Für 1 GByte Speicher, heute ein Modul in der Größe zweier Kreditkarten, wurde vor 30 Jahren die Fläche von 700 Quadratmetern und der Strombedarf eines ganzen Dorfes benötigt.
Ob zur Verkehrssteuerung, Telekommunikation, Informationsverarbeitung oder in der programmierbaren Kaffeemaschine, die immer kleiner und schneller werdenden Bausteine sind inzwischen unverzichtbare Bestandteile des Alltags. Das ist aber nur möglich, weil die Preise nicht analog zur Leistungsstärke gestiegen sind – im Gegenteil. Keine andere Branche zeichnet sich durch eine ähnliche Preiserosion aus, wie sie die Halbleiter-Industrie seit ihrem Bestehen zu verzeichnen hat. Hatte man 1972 noch die Wahl, ob man sich für umgerechnet rund 80.000 Euro ein Einfamilienhaus oder 1 Mbit Speicher zulegen sollte, entspricht der Gegenwert für dieses Speichervolumen heutzutage bei einem Preis von wenigen Cent gerade noch einem einzelnen Kaugummi.
Einen kontinuierlichen Preisverfall in diesem Umfang können am Markt beteiligte Unternehmen laut Ulrich Schumacher, Vorstandsvorsitzender von Infineon Technologies, nur mit dauerhafter Produktivitätssteigerung auffangen. "Einziger Weg, dies zu erreichen, ist wissenschaftlich-technischer Fortschritt" , so Schumacher. "Allein 2001 haben wir deshalb 1,2 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Das entspricht in etwa den Haushalten zweier großer deutscher Universitäten. Dies macht deutlich, wie ernst wir die Zukunftssicherung unseres Unternehmens betreiben. Und ich denke, dass unsere durchschnittlich zwölf Patentanmeldungen pro Arbeitstag ein eindrucksvoller Erfolgsbeleg sind."