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Fertig: Apache 2.0 gilt nun als stabil

Apache 2.0.35 markiert das erste GA Release von Apache 2.0. Der freie Web Server Apache 2.0 hat nun das Beta-Stadium verlassen. Das jetzt veröffentlichte Release 2.0.35 markiert das erste GA-(General-Availability-)Release des Apache 2.0. Die neue Version bietet zahlreiche Erweiterungen, Verbesserungen und Leistungssteigerungen gegenüber der 1.3 Codebase.
/ Jens Ihlenfeld
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Die wichtigste Neuerung von Apache 2.0 ist die Möglichkeit, den Webserver auf jeder Plattform, die es unterstützt, in einem hybriden Thread-/Prozess-Modus zu betreiben, was die Skalierbarkeit des Apache HTTP Servers signifikant erhöht. Neu ist auch die Unterstützung für gefiltertes I/O, was es Modulen erlaubt, die Ausgaben anderer Module zu modifizieren, bevor diese an den Client geschickt werden. Zudem bietet Apache 2.0 IPv6-Support auf jeder Plattform, die das neue Internet-Protokoll unterstützt.

Aber Apache 2.0 bringt noch mehr grundlegende Änderungen an der Architektur mit. Da wäre das neue Build-System, das von Grund auf neu geschrieben wurde und nun auf "autoconf" und "libtool" basiert. Auch bringt Apache 2.0 nun einiges an Infrastruktur mit, um verschiedene Protokolle zu bedienen, als Beispiel die "mod_echo".

Die Unterstützung von Nicht-Unix-Plattformen wie BeOS, OS/2 und Windows ist in Apache 2.0 deutlich schneller und stabiler. Dazu hat man nun plattformspezifische Multi-Processing-Module (MPM) und die Apache Portable Runtime (APR) eingeführt. Die Implementierungen für die verschiedenen Plattformen können so in deren nativen API erfolgen und die oftmals fehlerhaften und langsamen POSIX-Emulations-Schichten umgangen werden.

Auch das API für Module hat sich signifikant geändert, wodurch vor allem die mit der Anordnung und Priorität von Modulen verbundenen Probleme beseitigt sein sollen. Auch wurden neue Aufrufe implementiert, die zusätzlich Modul-Funktionen erlauben, ohne dass hierzu der Server-Kern gepatcht werden muss.

Zahlreiche Änderungen bietet Apache 2.0 aber auch auf Seiten der mitgelieferten Module. So hat z.B. "mod_ssl", das eine Schnittstelle zu den SSL- und TLS-Verschlüsselungsprotokollen der OpenSSL-Bibliothek bietet, seinen Weg in die Standard-Distribution gefunden. Mit "mod_dav" verfügt Apache 2.0 zudem über eine Unterstützung der HTTP-Distributed-Authoring-and-Versioning-(DAV-)Spezifikation zur Pflege von Web-Inhalten.

Das Modul "mod_auth_digest" bietet zusätzlichen Support für Session Caching über verschiedene Prozesse, das Verzeichnis-Listing von "mod_autoindex" kann nun auch HTML-Tabellen verwenden und erlaubt eine feinere Kontrolle der Sortierung. "mod_auth_dbm" bietet jetzt eine Unterstützung für verschiedene DBM-ähnliche Datenbanken. "mod_headers" gestaltet sich ebenfalls deutlich flexibler und kann nun Request-Header modifizieren, die von "mod_proxy" verwendet sowie anhand verschiedener Konditionen die ResponseHeader ändern.

Neu hinzugekommen sind unter anderem "mod_charset_lite", das es erlaubt, Zeichensätze zu ändern oder aufzuzeichnen, sowie "mod_file_cache", das die Caching-Funktionalität für statischen Content von "mod_mmap_static" (Apache 1.3) sowie zusätzliche Caching-Funktionen mitbringt. Nur neu geschrieben hingegen wurde "mod_proxy", so dass es von der neuen Filter-Infrastruktur profitieren kann. Zudem implementiert es nun einen robusteren HTTP/1.1 kompatiblen Proxy. Auch die Konfiguration des Moduls soll sich nun deutlich lesbarer gestalten.

Allerdings fehlen derzeit noch einige wichtige Module für den Apache 2.0, darunter auch "mod_php" und "mod_perl", die noch in keiner stabilen Version für Apache 2.0 vorliegen. Allerdings soll PHP mit dem kommenden Release 4.2.0, das derzeit als Release Candidate 2 vorliegt, Unterstützung für Apache 2.0.35 erhalten und auch mod_perl wurde am Wochenende in der Version 1.99_01 veröffentlicht, die mit Apache 2.0.35 läuft.

Heruntergeladen werden kann Apache 2.0.35 wie üblich auf den Seiten der Apache Software Foundation, die bereits seit Dezember 2000 ihre Website apache.org(öffnet im neuen Fenster) unter Apache 2.0 betreibt, wobei sich die Software als sehr zuverlässig erwiesen habe, so die Entwickler.


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