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Fusionierte Firmen bescheren IT-Abteilungen massiven Ärger

58 Prozent der fusionierten Firmen haben Probleme mit der IT. Informationstechnologie ist ein häufiger Grund für das Scheitern von Firmenzusammenschlüssen. "In 58 Prozent der fusionierten Firmen gibt es Probleme mit der IT – sie kann die Gesamtintegration massiv behindern" , erklärte Johannes Gerds, Senior Manager von Accenture gegenüber dem IT-Wirtschaftsmagazin "CIO – IT-Strategie für Manager" in Ausgabe 4/2002.
/ Andreas Donath
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Im Auftrag der Beratungsgesellschaft untersuchte Gerds die Post-Merger-Strategien von 120 Fusionspartnern. Das Ergebnis lässt sich auf einen Punkt bringen: "Die IT-Barrieren werden vollkommen unterschätzt."

Insbesondere die Anfangsphase nach der Fusion erweist sich oftmals als großes Problem. So beschreibt Dirk Ventur, gerade ausgestiegener CIO von Degussa, die Lösungsfindung eines für die zusammengeführten Unternehmen Degussa-Hüls und SKW Trostberg praktikablen E-Mail-Systems "fast wie einen Glaubenskrieg" . Eine weitere Schwierigkeit in Mergersituationen: der mangelnde Kommunikationsfluss. "Für die Konzernspitze ist die IT-Integration zumeist abgeschlossen, sobald die Systementscheidung steht. Danach liegt der Vorstandsfokus woanders, und die IT muss selbst sehen, wie es weitergeht" , urteilte Accenture-Berater Gerds.

Bezahlt macht sich in Hinsicht auf IT-Integrationen eine frühzeitige Zusammenarbeit zwischen den fusionswilligen Firmen. Das Unternehmen Walter Bau, das 1999 die Unternehmenstochter Heilit + Wörner und 2001 die Tochter Dyckerhoff & Widmann in die Holding eingliederte, erwartet bei der IT-Integration keine allzu großen Probleme. Zu etwa 80 Prozent seien die Systeme zumindest technisch bereits identisch, weil sich die Manager schon vor Jahren nicht nur auf SAP als Konzernstandard, sondern auch auf Standard-Software im Bau- und Planungsbereich geeinigt hätten, so Peter Kern, IT-Vorstand Walter Bau gegenüber "CIO".


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