Gentoo: Linux-Distribution zum Selberbauen

Paketmanagement Portage orientiert sich am BSD-Ports-System

Mit einem innovativen Ansatz hebt sich die neue Linux-Distribution Gentoo, die jetzt in der Version 1.0 erschienen ist, von der Vielzahl an Linux-Distributionen ab. Die freie Quellcode-Distribution setzt auf ein dem BSD-Ports-System nachempfundenes Paketmanagement, das die Software während der Installation kompiliert und so optimal auf das Ziel-System abstimmen kann.

Artikel veröffentlicht am ,

Gentoo Linux soll sich vor allem als flexible und schnelle, freie Linux-Distribution für x86-basiertes Linux auszeichnen, die sich an Entwickler und professionelle Netzwerk-Nutzer richtet. Dazu trägt vor allem Portage bei, ein Ports-System in der Tradition von BSD-Ports. Dabei ist Portage in Python realisiert und bringt einige zusätzliche Features mit, darunter auch ein fein granuliertes Management von Abhängigkeiten, die Möglichkeit, "fake"-Installationen als OpenBSD durchzuführen, ein Pfad-Sandboxing, sicheres "Unmerging", System-Profile, virtuelle Pakete und ein Konfigurationsdatei-Management.

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Gentoo Linux 1.0 kommt mit einem gepatchten Linux-Kernel 2.4.18, der glibc-2.2.5, gcc 2.95.3 sowie XFS, ReiserFS, ext3, LVM, ALSA und eine in den Kernel integrierte PCMCIA-CS-Unterstützung. Aber auch die Kompatibilität mit reinen "Vanilla"-Kerneln bleibt gewährleistet. Zudem bringt Gentoo 1.0.0 Xfree86 4.2, OpenGL, KDE 2.2.2/3.0 Beta und GNOME 1.4 sowie TCP-Wrapper, xinetd, iptables und Linux QoS-Tools mit (Quality of Service).

Als MTAs sind qmail (mit optionalem MySQL- und LDAP-Support), Postfix und exim dabei, als Boot-Loader setzt man auf GRUB, aber auch LILO lässt sich verwenden. Hinzu kommen über eintausend aktuelle "ebuild-Scripte", mit denen sich weitere Applikationen installieren lassen.

Obwohl die einzelnen Pakete während des Einspielens erst kompiliert werden, gestaltet sich die Installation neuer Pakete nicht komplizierter als bei anderen Distributionen, die auf vorkompilierte Software setzen. Um z.B. das KDE-Desktop zu installieren, reicht der Befehl "emerge kde-base/kde" aus. Portage holt die Quelltexte, startet die Übersetzung mit den zuvor festgelegten Einstellungen und richtet die Applikationen ein.

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An Stellen, wo etwas mehr Handarbeit gefordert ist, kann Gentoo durch eine umfangreiche Dokumentation glänzen, die z.B. Schritt für Schritt beschreibt, wie ein Desktop-System mit KDE und GNOME sowie Sound-, Mail-, Drucker- und Samba-Unterstützung eingerichtet wird.

Der große Vorteil am Gentoo-Ansatz sind vor allem auf das eigene System optimierte Applikationen, das so systemspezifische Compiler-Optionen genutzt werden können. Normale Binärpakete hingegen sind in der Regel darauf ausgelegt, auf einer Vielzahl von Systemen zu laufen. Gentoo verspricht so eine erhöhte Performance und einfache Updates auf neue Versionen, schließlich muss man nicht warten, bis entsprechende Binärpakete für das eigene System zur Verfügung stehen.

CD-Images für Gentoo 1.0 können unter gentoo.org heruntergeladen werden. Die kleinste Version kommt dabei mit 16 MB aus. Die Installation dauert hingegen länger als bei anderen Linux-Distributionen, schließlich müssen die zahlreichen Pakete nicht nur eingespielt, sondern auch kompiliert werden. So sollte man für eine Desktop-Installation einige Stunden einplanen.

Der Name Gentoo geht im Übrigen auf eine besonders kleine und flinke Pinguin-Art zurück.

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ms 04. Feb 2003

Das ist doch auch gerade ein Pluspunkt für Gentoo: Du kannst auf eine Sourcen-Datenbank...

christian 29. Apr 2002

Ich habe linux from scratch selber schon betrieben, im Augenblick bau ich mir nen neuen...

Lukas 05. Apr 2002

ftp://ftp.ibiblio.org/pub/linux/distributions/gentoo/releases/build/gentoo-i686-1.0.iso...

bin~baden~ 05. Apr 2002

Also ich muss schon sagen der Artikel hat mich sehr neugierig gemacht und ich brenn jetzt...



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