Gentoo: Linux-Distribution zum Selberbauen

Paketmanagement Portage orientiert sich am BSD-Ports-System

Mit einem innovativen Ansatz hebt sich die neue Linux-Distribution Gentoo, die jetzt in der Version 1.0 erschienen ist, von der Vielzahl an Linux-Distributionen ab. Die freie Quellcode-Distribution setzt auf ein dem BSD-Ports-System nachempfundenes Paketmanagement, das die Software während der Installation kompiliert und so optimal auf das Ziel-System abstimmen kann.

Artikel veröffentlicht am ,

Gentoo Linux soll sich vor allem als flexible und schnelle, freie Linux-Distribution für x86-basiertes Linux auszeichnen, die sich an Entwickler und professionelle Netzwerk-Nutzer richtet. Dazu trägt vor allem Portage bei, ein Ports-System in der Tradition von BSD-Ports. Dabei ist Portage in Python realisiert und bringt einige zusätzliche Features mit, darunter auch ein fein granuliertes Management von Abhängigkeiten, die Möglichkeit, "fake"-Installationen als OpenBSD durchzuführen, ein Pfad-Sandboxing, sicheres "Unmerging", System-Profile, virtuelle Pakete und ein Konfigurationsdatei-Management.

Stellenmarkt
  1. Data-Analyst (d/m/w) Ökonometrie, Statistik
    Prognos AG - Wir geben Orientierung., Freiburg im Breisgau, Berlin, München
  2. Softwareentwickler (m/w/d) für Wäge- und Automatisierungs-Systeme
    SysTec Systemtechnik und Industrieautomation GmbH, Bergheim bei Köln
Detailsuche

Gentoo Linux 1.0 kommt mit einem gepatchten Linux-Kernel 2.4.18, der glibc-2.2.5, gcc 2.95.3 sowie XFS, ReiserFS, ext3, LVM, ALSA und eine in den Kernel integrierte PCMCIA-CS-Unterstützung. Aber auch die Kompatibilität mit reinen "Vanilla"-Kerneln bleibt gewährleistet. Zudem bringt Gentoo 1.0.0 Xfree86 4.2, OpenGL, KDE 2.2.2/3.0 Beta und GNOME 1.4 sowie TCP-Wrapper, xinetd, iptables und Linux QoS-Tools mit (Quality of Service).

Als MTAs sind qmail (mit optionalem MySQL- und LDAP-Support), Postfix und exim dabei, als Boot-Loader setzt man auf GRUB, aber auch LILO lässt sich verwenden. Hinzu kommen über eintausend aktuelle "ebuild-Scripte", mit denen sich weitere Applikationen installieren lassen.

Obwohl die einzelnen Pakete während des Einspielens erst kompiliert werden, gestaltet sich die Installation neuer Pakete nicht komplizierter als bei anderen Distributionen, die auf vorkompilierte Software setzen. Um z.B. das KDE-Desktop zu installieren, reicht der Befehl "emerge kde-base/kde" aus. Portage holt die Quelltexte, startet die Übersetzung mit den zuvor festgelegten Einstellungen und richtet die Applikationen ein.

An Stellen, wo etwas mehr Handarbeit gefordert ist, kann Gentoo durch eine umfangreiche Dokumentation glänzen, die z.B. Schritt für Schritt beschreibt, wie ein Desktop-System mit KDE und GNOME sowie Sound-, Mail-, Drucker- und Samba-Unterstützung eingerichtet wird.

Der große Vorteil am Gentoo-Ansatz sind vor allem auf das eigene System optimierte Applikationen, das so systemspezifische Compiler-Optionen genutzt werden können. Normale Binärpakete hingegen sind in der Regel darauf ausgelegt, auf einer Vielzahl von Systemen zu laufen. Gentoo verspricht so eine erhöhte Performance und einfache Updates auf neue Versionen, schließlich muss man nicht warten, bis entsprechende Binärpakete für das eigene System zur Verfügung stehen.

CD-Images für Gentoo 1.0 können unter gentoo.org heruntergeladen werden. Die kleinste Version kommt dabei mit 16 MB aus. Die Installation dauert hingegen länger als bei anderen Linux-Distributionen, schließlich müssen die zahlreichen Pakete nicht nur eingespielt, sondern auch kompiliert werden. So sollte man für eine Desktop-Installation einige Stunden einplanen.

Der Name Gentoo geht im Übrigen auf eine besonders kleine und flinke Pinguin-Art zurück.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


ms 04. Feb 2003

Das ist doch auch gerade ein Pluspunkt für Gentoo: Du kannst auf eine Sourcen-Datenbank...

christian 29. Apr 2002

Ich habe linux from scratch selber schon betrieben, im Augenblick bau ich mir nen neuen...

Lukas 05. Apr 2002

ftp://ftp.ibiblio.org/pub/linux/distributions/gentoo/releases/build/gentoo-i686-1.0.iso...

bin~baden~ 05. Apr 2002

Also ich muss schon sagen der Artikel hat mich sehr neugierig gemacht und ich brenn jetzt...

Lukas 05. Apr 2002

Mail mir mal dein Problem zu, und ich versuche dir zu helfen.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
600 Millionen Euro
Bundeswehr lässt Funkgeräte von 1982 nachbauen

Das SEM 80/90 mit 16 KBit/s wird exakt nachgebaut, zum Stückpreis von rund 20.000 Euro. Das Retrogerät geht für die Bundeswehr in Serie.

600 Millionen Euro: Bundeswehr lässt Funkgeräte von 1982 nachbauen
Artikel
  1. Foundation bei Apple TV+: Die unverfilmbare Asimov-Trilogie grandios verfilmt
    Foundation bei Apple TV+
    Die unverfilmbare Asimov-Trilogie grandios verfilmt

    Gegen die Welt von Asimovs Foundation-Trilogie wirkt Game of Thrones überschaubar. Apple hat mit einem enormen Budget eine enorme Science-Fiction-Serie geschaffen.
    Eine Rezension von Peter Osteried

  2. Browser: Edge unterstützt Maus und Tastatur auf Xbox
    Browser
    Edge unterstützt Maus und Tastatur auf Xbox

    Microsoft hat Edge auf den aktuellen Xbox-Konsolen aktualisiert. Jetzt lässt sich der Browser fast wie am PC per Maus und Tastatur bedienen.

  3. William Shatner: Captain Kirk fliegt offenbar in die Erdumlaufbahn
    William Shatner
    Captain Kirk fliegt offenbar in die Erdumlaufbahn

    Energie! Noch im Oktober 2021 fliegt William "Kirk" Shatner möglicherweise mit Jeff Bezos ins All.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Samsung Odyssey G7 499€ • Alternate (u. a. Thermaltake Level 20 RS ARGB 99,90€) • Samsung 980 1 TB 83€ • Lenovo IdeaPad Duet Chromebook 229€ • Lenovo-Laptops zu Bestpreisen • 19% auf Sony-TVs bei MM • Samsung SSD 980 Pro 1TB 150,50€ • AeroCool Cylon 4 ARGB 25,89€ [Werbung]
    •  /