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BUND fordert strengere Regeln für Mobilfunksendeanlagen

Ignoriert Bundesregierung Risiken von Sendeanlagen und Mobilfunkstrahlen? In Schreiben an Wirtschaftsminister Müller, Umweltminister Trittin und die Länderumweltminister hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) strengere Regeln für die Genehmigung von Sendeanlagen gefordert. Es dürfe nicht sein, dass beim gegenwärtigen intensiven Ausbau der Mobilfunknetze die Umwelt- und Gesundheitsrisiken weiter ignoriert würden.
/ Andreas Donath
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Der aktuelle Entwurf der Genehmigungsverordnung für Sendeanlagen aus dem Bundeswirtschaftsministerium berücksichtige den notwendigen Strahlenschutz für Anwohner und andere Betroffene nur ungenügend, so der BUND.

Bernd Rainer Müller, BUND-Experte für elektromagnetische Strahlung: "Wir wissen zu wenig darüber, welche Auswirkungen hochfrequente elektromagnetische Felder auf Lebewesen haben. Vor allem langzeitliche Gesundheitsgefahren sind nicht ausreichend untersucht. Wirtschaftsminister Müller muss hier endlich vorsorgen und eine Umkehr der Beweislast einführen. Nur wer nachweisen kann, dass seine Sendeanlage keine Gesundheitsbeschwerden verursacht, darf die Anlage betreiben."

Mobilfunk- und anderen Sendeanlagenbetreiber berufen sich bislang auf die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte. Viele Anwohner in der Nähe von Sendeanlagen klagen jedoch über Schlaflosigkeit, Nervosität und Kopfschmerzen. Ebenso bekannt seien mögliche Einwirkungen der Senderstrahlung auf Herzschrittmacher, Insulinpumpen für Zuckerkranke und Hör-Implantate. Der BUND fordert deshalb die Einrichtung eines unabhängigen und öffentlichen Dokumentationszentrums zur Erfassung solcher gesundheitlichen Beschwerden.

Bernd Rainer Müller: "Auch Bundesumweltminister Trittin muss seiner Verantwortung für mehr Strahlenschutz nachkommen und für bessere Aufklärung sorgen. Das Umweltinformationsgesetz verpflichtet ihn, alle für die Gesundheitsvorsorge relevanten Daten zu veröffentlichen. Dazu gehören Strahlungsleistungen, gemessene Feldstärken und Sicherheitsabstände für medizinische Geräte. Die bisher übliche Deckelung solcher Informationen muss aufhören."

Allerdings konnten Mediziner bislang weder experimentell noch epidemiologisch Gesundheitsschäden durch elektromagnetische Felder des Mobilfunks nachweisen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Forschungszentrums für Elektromagnetische Umweltverträglichkeit der RWTH-Aachen im Auftrag des VDE. Ausgewertet wurden 62 wissenschaftliche Publikationen aus der jüngsten Zeit, die einen anerkannten Begutachtungsprozess durch unabhängige Experten durchlaufen hatten.


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