Spieletest: Die Gilde - Wirtschaften im Mittelalter
JoWooD veröffentlicht Spiel der 4Head Studios. Mit den Spielen Die Fugger I und II bewiesen die deutschen 4Head Studios ihr Geschick in der Entwicklung mittelalterlicher Wirtschaftssimulationen. Mit "Die Gilde" präsentiert das Team nun praktisch den inoffiziellen dritten Teil der Reihe. Vor allem grafisch wollte man diesmal Spieler und Kritiker auf seine Seite ziehen.
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Die Gilde beginnt wie so viele andere Wirtschaftssimulationen auch: Nachdem man eine recht angenehme Kindheit erlebt hat, ist plötzlich der Tag gekommen, an dem es Zeit wird, das heimatliche Dorf und die Eltern zu verlassen und sich auf den Weg in die große Stadt zu machen, um dort sein Glück als Handwerker zu versuchen. Das stimmungsvolle Intro führt dabei gekonnt in die Geschichte ein, bevor gleich zu Beginn des Spieles eine Reihe den weiteren Verlauf des Spieles bestimmende Entscheidungen getroffen werden müssen.
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So wählt man aus einer von fünf Städten zunächst aus, wo man seinen neuen Beruf ausüben will – in Köln etwa herrschen ganz andere Bedingungen als in Berlin, was die Konkurrenzsituation auf den Märkten angeht. Auch das eigene Gewerbe darf man selbst bestimmen, neben "herkömmlichen" Handwerkern wie Tischler und Schmied darf man auch ungewöhnlichere Berufe wie den des Parfümeurs ergreifen.
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Selbst über den eigenen Stammbaum darf man bestimmen, indem man aus einer Reihe möglicher Kandidaten den eigenen Vater und die eigene Mutter bestimmt, was gut bedacht werden sollte. Wer etwa als Vater einen Dieb auswählt, sollte sich überlegen, ob das nicht später ein Problem werden könnte, wenn man doch eigentlich in den Adel aufsteigen wollte.
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Das Erreichen des Adelstitels ist allerdings nur eine der möglichen Spielziele, ebenso kann man versuchen, zu akademischen Ehren zu gelangen, das Amt des Bürgermeisters zu ergreifen oder einfach so viel Geld wie möglich zu scheffeln. Das Anhäufen von Reichtümern geschieht dabei auf recht herkömmliche Art und Weise: Nachdem man zunächst nur eine kleine Handwerksbude mit begrenzten finanziellen Mitteln eröffnen kann, erlangt man durch den stetigen Einkauf von Rohstoffen, der Produktion handwerklicher Güter und dem anschließenden Verkauf der Produkte zunehmend größeren monetären Spielraum, der sich für die Ausweitung des eigenen Geschäftsbetriebes nutzen lässt.
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Allerdings muss man nicht allein auf redliche Art und Weise sein Glück versuchen. Wer nach politischer Macht strebt, kann seinem Ziel ebenso durch Bestechung oder auch einen kleinen Anschlag zwischendurch näher kommen. Trotzdem stellt sich aber leider schon sehr bald im Spielverlauf Routine ein – egal an welcher Stelle man sich befindet, prinzipiell müssen immer wieder dieselben Handlungen unternommen werden. In der Güterproduktion ereignen sich leider nur sehr selten besondere Vorfälle, und auch trotz des wahlweise realgeschichtlichen Hintergrunds haben die zeitlichen Umstände nicht einen derart relevanten Einfluss auf den Spielablauf, wie man vielleicht hätte erwarten können.
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Grafisch allerdings weiß "Die Gilde" zumindest zu Beginn zu überraschen. An Stelle der derartigen Spiele so oft eigenen und biederen 2D-Ansicht sind die Städte in sehr schönen 3D-Ansichten modelliert, die allerdings ein wenig leblos wirken. Wo in anderen Spielen wie etwa Patrizier 2 unzählige Personen die Stadt bevölkern und so für ein reges Treiben sorgen, ist hier oftmals nur recht wenig los.
Fazit: Die Gilde ist sicherlich in punkto Präsentation und Atmosphäre ein recht stimmiges Spiel geworden. Die Spieltiefe, die das Programm zu Spielbeginn auf Grund der vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten suggeriert, erreicht der Titel jedoch nicht. Um das Spiel zu mehr als nur zu einer soliden Simulation zu machen, hätten zusätzliche Ereignisse und mehr Handlungsspielraum den auf Dauer doch etwas eintönigen Handwerksjob auflockern müssen.