Angetestet: CrossOver Office - MS Office unter Linux
Microsoft Office unter Linux wirkt schnell und stabil. Mit CrossOver Office verspricht der Software-Anbieter CodeWeavers, Microsoft Office und Lotus Notes auch auf Linux-PCs ohne Windows-Installation nutzen zu können. Golem.de warf einen ersten Blick auf die Software und testete Microsoft Office 2000 unter SuSE Linux 7.3 mit KDE 2.2.2 und KDE 3.0 RC3.
Nach dem Herunterladen und Starten des Installations-Scripts muss sich der Anwender für eine Single-User- oder Mehrbenutzer-Installation entscheiden. Von Letzterer rät das Installations-Script allerdings ausdrücklich ab, da hierfür eine Multi-User-Lizenz benötigt wird. Nach Auswahl des Installationsverzeichnisses werden die CrossOver-Office-Dateien eingespielt.
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Anschließend bietet sich die Möglichkeit, CrossOver Office zu konfigurieren und dabei auch Microsoft Office oder Lotus Notes zu installieren. Man wählt dabei die zu installierende Software aus einer Liste aus, legt das Quelllaufwerk mit der Office-CD fest und die Installation läuft anschließend wie unter Windows ab. Die Antwort auf die Frage, ob Windows gestartet werden soll, hat keine Auswirkungen, ein Neustart des Systems ist allerdings auch nicht erforderlich.
Derzeit läuft Office XP allerdings nicht unter CrossOver Office, lediglich Microsoft Office 97 und 2000 sollen laut CodeWeavers funktionieren, jedoch bleiben Access und FrontPage auch hier außen vor. Getestet haben wir das Ganze mit Microsoft Office 2000.
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Nach der Installation können die MIME-Verknüpfungen spezifiziert werden, so dass .doc-Dateien beispielsweise direkt mit Microsoft Word verknüpft werden. Ein Klick auf eine Word-Datei im Dateimanager Konqueror startet dann, ähnlich wie unter Windows, Word mit dem jeweiligen Dokument. Zudem werden neben den eigentlichen Office-Applikationen auch einige TrueType-Schriften installiert, die anschließend in allen CrossOver-Office-Applikationen zur Verfügung stehen. Bei unserer Installation wurden allerdings leider keine Verknüpfungen im KDE-Menü für die Office-Applikationen eingerichtet, so dass dies manuell nachgeholt werden oder per Hand gestartet werden muss.
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Der Start der Applikationen unter Linux wirkt im Vergleich zu Office 2000 auf einem Windows-System keinesfalls langsamer. Excel meldet aber beim Start einen Kompilierungsfehler im Modul "ThisWorkbook", der aber keine weiteren Auswirkungen zu haben scheint. PowerPoint und Word hingegen beschwerten sich beim Programmstart nicht. Ein Unterschied zur Verwendung von Microsoft Office unter Windows fällt auf Anhieb also nicht auf. Das Kopieren von Text zwischen normalen KDE-Applikationen und CrossOver-Office-Applikationen über die Zwischenablage funktioniert reibungslos, auch PowerPoint-Präsentationen im Vollbildmodus laufen wie gewohnt ab. Der Versuch, eine formatierte Tabelle aus Excel in Word einzufügen, scheiterte hingegen kläglich. Auch Outlook und der Internet Explorer wollten bei unseren Versuchen nicht funktionieren.
Fazit: Alles in allem wirkt Microsoft Office 2000 unter Verwendung von CrossOver Office 1.0.0 zumindest auf den ersten Blick schnell und stabil, lediglich die Fehlermeldung von Excel sollte eigentlich nicht auftreten und auch das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Office-Applikationen ist verbesserungswürdig. Über den Preis von knapp 55,- US-Dollar für eine Single-User-Lizenz kann man aber sicherlich streiten, doch liegt dieser deutlich unter den Kosten für eine Windows-Lizenz. Die Kosten für Microsoft Office kommen in jedem Fall hinzu.