Stadt Frankfurt startet Kampagne gegen 0190er-Nummern
Das Plakat soll in allen Ämtern und Dienststellen mit nennenswertem Publikumsverkehr auf die Problematik der 0190-Dienste aufmerksam machen und zugleich auf die korrekten, amtlichen Telefonzugänge zur Stadtverwaltung hinweisen. Die Plakataktion wird vom kommenden Sonntag an durch einen Hinweis auf der Homepage der Stadt Frankfurt am Main, www.frankfurt.de, ergänzt.
Bereits vor einiger Zeit hat sich eine Firma in den elektronischen Auskunftsdiensten der Telekom unter publikumsträchtigen Suchbegriffen wie "Einwohnermeldeamt", "Passangelegenheiten", "Kfz – Zulassungsstelle" eingetragen. Dort begrüßt dann eine Stimme vom Band die "Lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger" beim "unabhängigen Infodienst" , der den Gang zu diesen Ämtern durch die Bereitstellung aller nötigen Informationen erleichtern soll. Man wird dann aufgefordert, eine weitere Telefonnummer, die eben mit der kostenträchtigen 0190 beginnt, anzurufen, um die Informationen zu erhalten.
Wer nicht ganz genau hingehört hat, könnte dann tatsächlich glauben, bei einem amtlichen Auskunftsdienst gelandet zu sein, um dann mit einem satten Betrag zur Kasse gebeten zu werden. Dafür werden einem Gesetzestexte vorgelesen oder Angaben, wie sie in jedem Infoblatt enthalten sind. Ziel ist es, die Uhr beim Anruf möglichst lange ticken zu lassen. Man muss nicht einmal alt oder schwerhörig sein, um auf das "Angebot" hereinzufallen – einfache Unaufmerksamkeit oder geringe Deutschkenntnisse ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger genügen völlig. Zahlreiche Betroffene haben sich seit Ende letzten Jahres über diese vermeintliche "Abzockerei" der Frankfurter Stadtverwaltung beschwert. Diese hat zunächst geprüft, ob sich solche Machenschaften nicht einfach auf dem Rechtswege untersagen lassen. Anbieter von solchen scheinbaren Dienstleistungen bewegen sich indes in einer rechtlichen Grauzone, in der sie nicht ohne weiteres zu fassen sind.
Daher bleibt als einzige Möglichkeit die weitreichende Aufklärung der Bevölkerung. So wurde auch für einige besonders publikumsträchtige Ämter direkt neben das kostenpflichtige Informationsangebot der Firma ein Hinweis auf die tatsächliche Rufnummer der entsprechenden Dienststelle im Online-Angebot der Telekom eingetragen. Zuvor waren die Angebote der Stadt nur unter dem Zentraleintrag "Stadtverwaltung" zu finden, jetzt erscheinen Suchbegriffe (z.B. Einwohnermeldeamt, Führerscheinstelle, Kfz-Zulassungsstelle) auch separat.
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