Kehrt AOL dem Internet Explorer den Rücken?
Den Reportern von NewsForge wurden Informationen zugetragen, wonach der Internet Explorer in der kommenden Version der AOL-Zugangssoftware von Mozilla als Standard-Browser abgelöst wird. Ein Sysadmin bei AOL bemängelte vor allem, dass der Internet Explorer W3C-Standards nicht einhalte. So sei besonders das HTTP 1.1 Protokoll nur unzureichend implementiert, das AOL in naher Zukunft stärker nutzen wolle.
Einige Beta-Versionen der CompuServe-Software beherbergen bereits einen Browser auf Basis der Gecko-Engine aus dem Mozilla-Projekt. Erste Tests von Nutzern sollen sehr positiv ausgefallen sein, betonte ein AOL-Informant gegenüber NewsForge. Bei der Wahl für Mozilla hätten ausschließlich technische Gründe den Ausschlag gegeben, um den Nutzern von AOL ein besseres Surf-Verhalten zu liefern. Allerdings befürchtet AOL einige Verzögerungen bei der Umstellung vom Internet Explorer auf Mozilla, weil viele große Partner-Sites nicht-standardisierte Spezifikationen des Internet Explorer verwendet hätten. Diese müssten ihre Seiten nun umschreiben, wenn sie nicht die Nutzer des weltgrößten Online-Dienstes von ihren Angeboten aussperren wollen.
Wie NewsForge weiterhin in Erfahrung brachte, rüstet AOL zahlreiche seiner Server auf Linux um und wendet sich damit von Unix-Systemen ab. Als Hauptgrund nannten AOL-Insider, dass damit Kosten gesenkt werden sollen. So haben AOL-Techniker errechnet, dass ein System mit einem 80.000 US-Dollar teuren Unix durch zwei jeweils 5.000 US-Dollar teure Linux-Systeme ersetzt werden könnten. Zudem würde dies eine 50 Prozent höhere Performance bringen. An den Einsatz von Microsoft-Software auf AOL-Servern wurde dabei nie gedacht, wie ein AOL-Mann gegenüber NewsForge berichtet: "Die Lizenzkosten sind zu hoch, die Hardware-Anforderungen sind übertrieben, es kostet zu viel Arbeit, die Systeme zu warten und wir haben auch ohne Microsoft genug eigene Sicherheitsprobleme."
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