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Interview: Der erste "Boo" (Teil 2)

Pleiten-Legende Ernst Malmsten über Dot-Coms, Dollars und Dummheiten

Der schwedische Jungunternehmer Ernst Malmsten ist wohl der berühmteste europäische Internet-Pleitier. Mit "Boo.com", einst als globaler E-Commerce-Anbieter im Bekleidungssegment gestartet, setzte er bereits im Frühsommer 2000 knapp 200 Millionen Euro in den Sand. Im zweiten Teil eines ausführlichen Gespräches mit Golem.de berichtet Malmsten über den Umgang der Medien mit den Internet-Firmen, die Opfer der Boo.com-Expansionswut und die nachhaltigen Auswirkungen der "New Economy" auf unser Wirtschaftssystem.

Buch - boohoo
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Golem.de: Ihre Firma wuchs unglaublich schnell - an Standorten und an Mitarbeitern. Zwischenzeitlich hatten Sie da bis zu 400 Leute sitzen mit Büros in aller Welt. Sie müssen doch darüber nachgedacht haben, wie es kam, dass diese ganzen Dinge aus Ihrer Hand entstanden.

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Malmsten: Im Rückblick wuchsen wir natürlich zu schnell. Das ist gefährlich, besonders wenn man eine Retail-Firma mit einer Art Software-Unternehmung kombiniert. Wir probierten Dinge, die tatsächlich ziemlich unrealistisch waren in so kurzer Zeit. Das war vielleicht ein bisschen naiv.

Außerdem sagte uns der Markt immer, wir sollten viele Angestellte haben und Büros in verschiedenen Ländern.

Golem.de: Aber was bringen denn viele Offices, wenn Sie damit keinen Cent verdienen?

Malmsten: Wir haben versucht, von Tag 1 an groß zu sein. Das war wahrscheinlich das größte Problem. Aber das war eben unsere Business-Idee.

Golem.de: Interessant ist, dass Sie überhaupt kein Internet-Freak sind. Trotzdem sind sie ziemlich früh in diesen Sektor gegangen. Ihren Online-Buchhändler Bokus (nun BOL Schweden) starteten sie 1996.

Malmsten: Ich glaubte an das Netz. Ich hatte wenig Erfahrung. Als wir Bokus gestartet haben, war ich selbst nicht oft online. Aber ich wusste, dass das Internet die Zukunft war und es die Welt verändern würde. Und das hat es ja dann auch. Dafür braucht man nicht technisch veranlagt zu sein, um das zu kapieren. Man braucht bloß die Vision.

Golem.de: Fühlen Sie sich jemals wie ein Narziss, mit all dem, was sie dann taten? Da litten ja durchaus einige Leute, nachdem Boo.com zusammenbrach. Bereuen Sie das?

Malmsten: Natürlich wurden Angestellte entlassen. Aber das ist eben das Risiko, wenn man in eine Start-up-Firma geht. Viele haben nach Boo.com fantastische Jobs erhalten. Das war ja auch eine gute Erfahrung für die.

Golem.de: Wollen wir hoffen, dass die nach der anhaltenden Krise der "New Economy" heute nicht arbeitslos sind.

Malmsten: Wenn Firmen heute zusammenbrechen, ist das natürlich deutlich härter, neue Arbeit zu finden. Kommt darauf an, wo man lebt.

Interview: Der erste "Boo" (Teil 2) 

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nw42 11. Jun 2002

hätte - könnte - Konjunktiv...

nw42 11. Jun 2002

Ach ist die Welt schön einfach - jeder Unternehemr weiß ja vorher ob sein Geschäft ein...

nw42 11. Jun 2002

jop - ist ein Geschäftsmann - übrigens finde ich seine Geschicht erstens sehr amüsant und...

nw42 11. Jun 2002

jop so siehts aus... grüße NW42

nw42 11. Jun 2002

"Pleite und Schäfchen ins trockene gebracht, daß ist nahe am Betrug." Das ist soweit...



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