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Interview: Der erste "Boo" (Teil 2)

Golem.de: Was ist denn zurzeit Ihr Lebensziel?

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Malmsten: Ideen zu haben und sie umzusetzen.

Golem.de: Werden Sie jemals wieder eine Chance wie Boo.com bekommen?

Malmsten: Ironischerweise gibt's da heute sogar mehr Interesse. Es wäre einfacher für mich, Investorengelder einzuwerben, als das bei Boo.com der Fall war.

Golem.de: Das glauben Sie wirklich?

Malmsten: Das weiß ich sogar! Das ist ja auch sehr einfach: Clevere Investoren versuchen, mit den Leuten zu arbeiten, die Erfahrung haben und etwas gelernt haben. Das ist die amerikanische Mentalität.

Golem.de: Was macht denn Ihre Mitgründerin Frau Leander, das Ex-Model, momentan?

Malmsten: Nicht viel, eigentlich. Sie bekam ein zweites Kind und erwartet gerade ihr drittes.

Golem.de: Wie war das Projekt Boo.com für Sie finanziell?

Malmsten: Relativ problemlos bewältigbar. Ich habe eine halbe Million verloren. Aber sowas passiert.

Golem.de: Aber Sie hatten sowieso Geld übrig vom Verkauf von Bokus [Malmstens erster Online-Buchhändler - an eine schwedische Einzelhandelskette, heute BOL Schweden, Anm. d. Red.], nicht? Das war also nie ein Problem für Sie?

Malmsten: Nein. Das Ding ist, dass man mit Geld unabhängig bleibt. Man kann tun und lassen, was man will. Das ist der Luxus. Ich muss nichts machen, wenn ich nicht will. Ich kann überleben.

Golem.de: Wurden die Verrücktheiten, die bei Boo.com liefen, dadurch beschleunigt, dass Sie nichts zu verlieren hatten?

Malmsten: Nein, überhaupt nicht. Ich bin ein Unternehmer. Ich mache Dinge nicht nur wegen des Geldes. Banker und Consultants denken so manchmal, aber nicht die Leute, die versuchen, sehr früh eine eigene Firma aufzuziehen.

Golem.de: Der dritte Gründer von Boo.com, Patrik Hedelin, bekommt in Ihrem Buch relativ viel Fett ab.

Malmsten: Da stimme ich nicht zu. Ich denke nicht, dass jemand darin mehr beschuldigt wird, als ich selbst. Mein Buch beschreibt die realen Vorgänge, die bei Boo.com passiert sind.

Golem.de: Hedelin hat an einem Buch mitgearbeitet, das ebenfalls den Niedergang der Firma beschreibt und in Schweden herauskam. Wie finden Sie das denn?

Malmsten: Das ist mehr ein skandalöses Buch auf Boulevard-Niveau. Wir haben sogar ein Gerichtsverfahren dagegen laufen. Da sind Fakten drin, die nicht korrekt sind.

Golem.de: Wie verkauft sich Ihr Buch derzeit?

Malmsten: Sehr gut. Der Verlag ist glücklich.

Golem.de: Wenn Sie derzeit an einer neuen Firmenidee arbeiten, wie Sie es angedeutet haben, hätte die etwas mit dem Internet zu tun?

Malmsten: Das will ich wirklich nicht kommentieren, jetzt. Wichtig ist allerdings, dass die Leute verstehen, dass das Internet heute in das Leben aller integriert ist. Es ist mehr wie das Fernsehen, das auch jeder hat. Kann man heute was im Fernsehbereich machen? Klar kann man. Aber als wir Bokus und dann später Boo.com gemacht haben, war das Netz noch ziemlich neu. Nur zehn Prozent Nutzerdichte oder weniger. Heute benutzen alle E-Mail. Das Netz steht also nicht mehr für sich selbst, es ist in alle Lebensbereiche vorgedrungen. Und das ist großartig.

Golem.de: Herr Malmsten, wir danken Ihnen für das Gespräch.

[Das Gespräch führte Ben Schwan] Mehr über die Bettler-Mentalitäten von Internet-Start-ups, die eigene Naivität und eine erst vor kurzem vorbeigegangene Zeit des Wahnsinns, die viele am liebsten vergessen würden, gibt es im ersten Teil des Gesprächs mit Ernst Malmsten.

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nw42 11. Jun 2002

hätte - könnte - Konjunktiv...

nw42 11. Jun 2002

Ach ist die Welt schön einfach - jeder Unternehemr weiß ja vorher ob sein Geschäft ein...

nw42 11. Jun 2002

jop - ist ein Geschäftsmann - übrigens finde ich seine Geschicht erstens sehr amüsant und...

nw42 11. Jun 2002

jop so siehts aus... grüße NW42

nw42 11. Jun 2002

"Pleite und Schäfchen ins trockene gebracht, daß ist nahe am Betrug." Das ist soweit...


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