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Interview: Der erste "Boo" (Teil 2)

Ernst Malmsten
Ernst Malmsten
Golem.de: Wie fühlen Sie sich denn heute? Sind Sie mit sich im Reinen?

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Malmsten: Die Dinge würden wohl anders stehen, wenn ich das Buch nicht geschrieben hätte. Manchmal war das schon eine Qual, weil es relativ langweilig war, all die Sachen nochmals aufzuschreiben. Aber es war eine gute Möglichkeit, alles zusammenzufassen, was ich gelernt habe.

Golem.de: Denken Sie nicht, dass es vielleicht gut wäre, wenn Sie zurück auf die Universität gingen?

Malmsten: Das kommt darauf an, was Sie damit meinen. Ich habe Geschichte und Politik studiert. Da war die Uni vor allem ein Ort, um zu lernen, wie man lernt. Diese Fähigkeit werde ich immer haben. Ich lese viele Bücher. Man lernt auch von Erfahrungen sehr viel. Meine Eltern würden es aber ganz gerne sehen, wenn ich wieder studieren würde.

Golem.de: Denken Sie, dass die Leute Sie nun hassen, weil Sie ein Symbol der zerstörten Dot-Com-Träume sind?

Malmsten: Nein, nicht wirklich. Nur viele Journalisten versuchen, clever zu sein und ihre eigenen Ideen durchzusetzen, wie sie über die Dinge schreiben. Persönlich ficht mich das aber nicht an, wenn die böse Artikel schreiben. Boo.com ist nun Geschichte.

Golem.de: Denken Sie, dass durch Modelle wie Boo.com und die Ideen, die dahintersteckten, die Wirtschaft nachhaltig geschädigt wird? War die übertriebene Geschwindigkeit und die Unerfahrenheit, die in diesen Dot-Com-Firmen herrschten, am Ende schlecht für uns alle?

Malmsten: Im Gegenteil. Ich denke, dass es sehr gut für die Wirtschaft war. Mit all diesen Jungunternehmern wurde auswärtiges Kapital nach Europa geholt.

Golem.de: Aber am Ende sehen wir doch heute, dass die Rezession, die wir fast weltweit erleben, ultimativ mit der Übertreibung zu tun hat, die in den Aktienmärkten herrschte. Und die wurde doch von den Boo.coms dieser Welt befördert.

Malmsten: Die wurde befeuert, ja. Aber die Dot-Coms waren nur ein kleiner Teil davon. Das waren doch auch die Telekom-Firmen und eigentlich fast jeder. Natürlich haben wir jetzt eine Rezession, aber keine große. Die Wirtschaft verläuft eben in Zyklen. Das können wir nicht ändern.

Golem.de: Hoffen wir, dass Sie Recht behalten.

Malmsten: Unternehmer und Investoren hätten schon mehr miteinander reden sollen. Die Sache wurde aber eben immer verrückter. Das ist eben so, wenn ein solcher Optimismus herrscht und man überall Jobs kriegen kann und Ideen verwirklicht. Die Leute sollten nun keine Angst davor haben, ihre Vorstellungen durchzusetzen. Das wäre schlecht für die Wirtschaft, die gesamte. Wenn wir keine Unternehmer mehr haben und Leute, die Risiken eingehen, haben wir immer eine Rezession.

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nw42 11. Jun 2002

hätte - könnte - Konjunktiv...

nw42 11. Jun 2002

Ach ist die Welt schön einfach - jeder Unternehemr weiß ja vorher ob sein Geschäft ein...

nw42 11. Jun 2002

jop - ist ein Geschäftsmann - übrigens finde ich seine Geschicht erstens sehr amüsant und...

nw42 11. Jun 2002

jop so siehts aus... grüße NW42

nw42 11. Jun 2002

"Pleite und Schäfchen ins trockene gebracht, daß ist nahe am Betrug." Das ist soweit...


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