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Interview: Der erste "Boo" (Teil 2)

Golem.de: Heute steht der Name Boo.com für die ganze europäische Internet-Blase, sozusagen. Können Sie sich da noch gut fühlen?

Malmsten: Natürlich. Die Firma war ein Fehlschlag, aber das ist doch heute Geschichte. Wir müssen alle mit unserem Leben weitermachen.

Golem.de: Sie sind darauf sogar stolz?

Malmsten: Ich bin stolz, dass ich ein Teil von Boo.com war. Das waren sehr gute Zeiten und eine gute Erfahrung. Natürlich war es zum Schluss dann sehr traurig.

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Golem.de: Was ist mit den Investoren, bei denen 200 Millionen Euro vernichtet wurden?

Malmsten: Die sind auch stolz. Ich bin mit denen viel in Kontakt. Sie waren sehr professionelle Investoren. Das ist eben eine hochriskante Sache gewesen. Wenn sie geklappt hätte, hätte es auch einen hohen Return gegeben. War ziemlich gut, dass wir so professionelle Investoren hatten.

Golem.de: Wenn jemand, der sich mit Internet-Technik auskennt, liest, wie lange es gedauert hat, bis Ihre Web-Plattform lief und wie viele Probleme Sie damit hatten - etwa, dass Sie eine Broadband-Site schufen, obwohl die meisten Leute zu der Zeit noch via Modem ins Netz gingen - wundert der sich schon sehr. Wie konnten diese Dinge passieren, mit all dem Geld, das Sie dann letzlich ausgaben?

Malmsten: Mit den 3D-Sachen, die wir ausprobiert haben, waren wir sehr früh, das muss ich zugeben [Boo.com lichtete alle angebotenen Kleidungsstücke dreidimensional ab, Anm. d. Red.]. Wir waren Pioniere und dachten, dass die Entwicklung schneller voranschreitet. Diese Probleme haben wir wirklich unterschätzt. Aber wenn man ein Vorreiter sein will, muss man eben Risiken eingehen. Das heißt auch, dass die Plattform dann möglicherweise nicht jeder benutzen kann. Unsere Slow-Bandwith-Site kam später.

Golem.de: Es gab eine Menge solcher Idiotien. Beispielsweise musste Ihr schwedisches Büro lange Zeit einen simplen Hotmail-Account benutzen, weil es Ihnen nicht möglich war, einen Mail-Server zu bestellen.

Malmsten: Sowas passiert eben, wenn man sehr schnell versucht, seine Technik aufzubauen. Man kann diese ganzen Probleme nun kritisch beäugen, muss aber bedenken, dass wir viele Dinge erreicht haben, die technisch sehr fortschrittlich waren. Dann haben wir natürlich sehr viele Sachen gleichzeitig versucht. Außerdem hatte das zuvor niemand in dieser Dimension probiert.

Golem.de: Sehen Sie sich immer noch als CEO einer Firma? Oder denken Sie, dass das nun doch nicht ihre gottgebene Rolle ist?

Malmsten: Nein, nein, ich denke, ich bin eine großartige Führungspersönlichkeit. Ich war natürlich noch sehr jung, als wir Boo.com gestartet haben. Mit der ganzen Erfahrung dadurch haben sich die Dinge sehr verändert.

Golem.de: Sie sind vor allem deshalb berühmt, weil der Lifestyle von Boo.com auffiel. Sie flogen mit ihrer Co-Gründerin, Kasja Leander, beispielsweise schon mal mit der Concorde zu einem Geschäftstermin. Wollten Sie dieses Image prägen, als Sie das alles taten?

Malmsten: Das ist weitestgehend eine Erfindung der Medien. Die Leute lieben es, diese Geschichten zu hören. Concorde und Champagner, das ist eben Lebensstil. Die Menschen, die mit dem Geschäft zu tun hatten, wussten genauso wie die Investoren, dass wir sehr hart gearbeitet haben. Es gab nur diesen Mythos um die Firma, eine Art Aura. Meine Partnerin war eben ein Ex-Model und einige Investoren kamen aus der Modeindustrie, wie Benneton. Und wir waren natürlich auch eine "Fashion Company", auf die eine oder andere Art.

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nw42 11. Jun 2002

hätte - könnte - Konjunktiv...

nw42 11. Jun 2002

Ach ist die Welt schön einfach - jeder Unternehemr weiß ja vorher ob sein Geschäft ein...

nw42 11. Jun 2002

jop - ist ein Geschäftsmann - übrigens finde ich seine Geschicht erstens sehr amüsant und...

nw42 11. Jun 2002

jop so siehts aus... grüße NW42

nw42 11. Jun 2002

"Pleite und Schäfchen ins trockene gebracht, daß ist nahe am Betrug." Das ist soweit...



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