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BooHoo - Interview mit Boo-Gründer Ernst Malmsten (Teil 1)

Ein virtuelles Denkmal
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Golem.de: Wenn Sie ein solches Projekt nochmals aufziehen würden, würden Sie sich mehr Zeit lassen, das nötige Geld aufzutreiben, bevor Sie loslegen?

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Malmsten: Schon, wenn wir in einer perfekten Welt leben würden. Da könnte man dann 200 Millionen aufnehmen und hätte fünf Jahre Zeit, seinen Plan zu entwickeln. Das wäre natürlich der beste Weg. Was ich mit meinem Buch aber aussagen möchte, ist, dass es sehr einfach ist, nun im Rückblick zu sagen, was man besser gemacht hätte.

Das hatte ja alles mit den Marktkonditionen zu tun. Die Leute glaubten daran, dass es sehr wichtig war, der Erste da draußen zu sein, sich einen großen Marktanteil zu besorgen und sozusagen die Flagge auf dem Mond zu hissen. Der gute alte US-Spruch vom "First Mover Advantage" - sehr schnell sein und so. Wenn wir einen direkten Konkurrenten in der Dimension gehabt hätten, wie wir unsere Firma planten, hätten wir auch nicht so viel Kapital einwerben können. Das Hauptproblem war aber, dass die Geschichte einfach so schnell ablief.

Golem.de: Also passierte der Zusammenbruch von Boo.com Ihrer Meinung nach in der "Speed, Speed, Speed"-Metapher der "New Economy". Waren Sie überrascht, dass der Paradigmenwechsel danach so schnell kam und nun fast niemand mehr in solche Firmen investieren will?

Malmsten: Das ist schon sehr interessant. Es fühlt sich an, als wäre das alles schon eine sehr lange Zeit her, also die Boom-Zeiten 1999/2000. Unter historischen Gesichtspunkten betrachtet ist das aber gar nicht der Fall, da ist es eine sehr kurze Zeitperiode her. Interessant finde ich vor allem, wie die Leute damals gedacht haben und wie sie heute denken. Das ist schon erstaunlich, wie man die Dinge nun wahrnimmt. Sehr erstaunlich.

Golem.de: Denken Sie, dass der ganze Boom letztlich nur mit Geld zu tun hatte? Investmentbanken wie ihr Finanzberater JP Morgan verdienten beispielsweise wirklich viel an dem Hype - durch die Börsengänge, unabhängig vom späteren Kurs.

Malmsten: Das war wohl eine Kombination aus allem. Die Medien liebten es, über das Internet zu schreiben, es war ab 1999 einfach sehr sexy. Und da gab es natürlich die Banken und die Privatanleger. Es gab diesen Optimismus, der auch Europa plötzlich erfasste. Dass die Leute ihre Träume verwirklichen könnten und neue Firmen gründeten. Es ging auch um die Arbeitskultur, die die Dot-Coms mit sich brachten. Die Leute wollten in einer anderen Umgebung arbeiten. Das verschmolz dann alles zu einem einzigen Gefühl.

Golem.de: Haben Sie persönlich an irgendeiner Stelle gedacht, dass das zu viel war oder zu verrückt? Sie haben sehr viel in sehr kurzer Zeit erreicht. Ohne Uni-Abschluss und sehr jung. Hatten Sie das Gefühl, die Leute nur zu benutzen, weil das gerade auf Grund des E-Commerce-Hypes möglich war?

Malmsten: Ich war immer von einer Vision getrieben, die ich in die Tat umsetzen wollte. Ich war natürlich sehr unerfahren. Wir hatten ja nie zuvor eine solche multinationale Firma gegründet (lacht).

Golem.de: Haben Sie während dieser fiebrigen Zeiten jemals reflektiert?

Malmsten: Das war der Grund, warum ich das Buch geschrieben habe. Man sollte nie Reflexion danach mit dem verwechseln, was man macht, während man eine Sache durchzieht. Es passierte so viel mit mir in diesen 18 Monaten. Das Buch versucht, zu analysieren, was richtig und was falsch war, ob das alles mein Fehler war. Das braucht man schon, bevor man mit dem Leben weitermacht.

[Das Gespräch führte Ben Schwan]

Im zweiten Teil (erscheint morgen, am 8. März 2002) spricht Ernst Malmsten über den Umgang der Medien mit Internet-Firmen, die Opfer der Boo.com-Expansionswut und die nachhaltigen Auswirkungen der "New Economy" auf unser Wirtschaftssystem.

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nw42 08. Mär 2002

Hast Du das schon mal ausprobiert, oder hat diese Idee noch weniger Substanz, als die...

ds 07. Mär 2002

Schade nur das soviel Geld in solche Schwachsinnsideen geflossen ist. Hätten die...

ds 07. Mär 2002

Schade nur das soviel Geld in solche Schwachsinnsideen geflossen ist. Hätten die...

Barney 07. Mär 2002

Ich hab das dumpfe Gefühl der Kerl hat dabei nicht wirklich viel gelernt und fühlt sich...

ghost 07. Mär 2002

Mich würde interssieren was der Typ dran verdient hat. Er scheint ja noch Geld zuhaben um...


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