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DivX 5.0 - Player, Encoder und Editor inklusive

Optimierte MPEG-4-Videokompression für Windows, MacOS und später auch Linux. DivXNetworks hat – wie angekündigt – die neue Version seiner MPEG-4-Videokompressions-Software DivX 5.0 veröffentlicht; vorerst für Windows, MacOS und später auch für Linux. Der Versionssprung von 4.12 auf 5.0 scheint auf Grund der Verbesserungen und Neuerungen mehr als gerechtfertigt.
/ Christian Klaß
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DivX 5.0 soll eine durchgängig bessere Leistung bieten als die Vorgängerversionen. Waren in diesen hauptsächlich Pentium-4-Optimierungen zu finden, werden nun auch Athlon- und Athlon-XP-Prozessoren voll unterstützt – laut DivXNetworks soll dies eine Leistungssteigerung um bis zu 20 Prozent eingebracht haben. Zudem soll jeder Algorithmus optimiert worden sein. Besonders verbessert wurde das Two-Pass Encoding mit variabler Bitrate (VBR): Der in DivX 4 eingeführte Modus analysiert beim ersten Kodierdurchgang die Datenraten, schreibt ein entsprechendes Logfile und passt im zweiten Durchgang die Bitraten an das Videomaterial an. DivX 5.0 soll die Berechnungen um bis zu 30 Prozent schneller erledigen, da die Bewegungsvektoren des ersten Durchgangs nun beim zweiten Durchgang nicht noch einmal berechnet werden müssen.

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In Kombination mit den modernsten Prozessoren sollen doppelte Echtzeitkompressionsgeschwindigkeiten bei Vollbildauflösung (4CIF, 704 x 576 Pixel) möglich werden. Auf korrekt konfigurierten Dual-Prozessor-Maschinen verspricht der Hersteller, sogar eine bis zu dreifache Echtzeitkompression (70 fps und mehr) bei Vollbildauflösung zu erreichen. Damit auch langsamere Systeme von DivX 5.0 profitieren können, gibt es fünf vordefinierte Leistungs-/Qualitäts-Einstellungen, die bei unterschiedlichen Qualitätseinbußen verbesserte Kompressionsleistung ermöglichen, falls einem Bildqualität weniger wichtig ist als beispielsweise Echtzeitkompression.

Neben der höheren Leistung will der Hersteller auch die Bildqualität verbessert haben: Spezielle Algorithmen sollen häufig in Videos auftretende Effekte wie plötzlich auftretende Helligkeitswechsel (Explosionen), Blenden, Szenenwechsel und flache Bereiche (z.B. Meer, Himmel) besser komprimieren können. Die Bildqualität von DivX 5.0 soll in derartigen Szenen deutlich besser aussehen als bei den Vorgängern. Dank eines psychovisuellen Modells sollen bereits während des Kodierens Stellen entdeckt werden, die vom menschlichen Auge besonders deutlich oder besonders undeutlich wahrgenommen werden. Psychovisuelles Modellieren ("psychovisual modeling") berücksichtigt, wie Menschen Farben, Licht und Bewegungen registrieren, lässt unwichtige Daten weg und spendiert wichtigen Teilen des Videobildes mehr Detailreichtum – damit soll insgesamt trotz geschrumpfter Datenmenge eine höhere Bildqualität erreicht werden können. "Obwohl der menschliche Sehsinn seit Jahren erforscht wird, ist psychovisuelles Modellieren ein neues Feld, wenn es auf Echtzeitvideos und Filme angewandt wird; und es hatte seinen Weg noch nicht aus den Forschungseinrichtungen in eine öffentlich zugängliche Videotechnik gefunden... bis jetzt" , erklärt das DivX-Team stolz. DivX 5.0 soll bei gleicher Qualität insgesamt 15 bis 20 Prozent kleinere Dateien als DivX 4.12 erzeugen.

Beim Kodieren verhilft DivX 5.0 zu einer deutlich feineren und ausgefeilteren Kontrolle der Datenraten (20 Kbps bis 9 Mbps), um sie so besser auf das Videomaterial anpassen zu können. Zudem soll der Videocodec nun einen besseren Überblick bieten, wie viel Daten bei bestimmten Bitraten anfallen werden. Das insbesondere beim Kodieren für verschiedene Plattformen wie Fernseher, PC und PDA für Erleichterung sorgt. DivXNetworks weist darauf hin, dass DivX die populärste und verbreitetste MPEG-4-kompatible Videokompressionstechnik ist, was oft von größeren Unternehmen angezweifelt würde. Ab Version 5.0 kann DivX auch voll MPEG-4-kompatible Videodateien erzeugen, was die Nutzung von Videotools erlaubt, die Funktionen bieten, die das AVI-Format nicht unterstützt.

Zudem soll die Audio-/Video-Synchronisation besser sein und auch keine Dateigrößenbegrenzung existieren. In Zukunft sind Funktionen wie mehrere Audio- und Videokanäle, direkt in die Datei integrierte Untertitel und anderes geplant. Ein mitgeliefertes Software-Tool erlaubt die Umwandlung von AVI ins neue MPEG-4-kompatible DivX-Dateiformat. DivX 5.0 und unterstützt bei der Wiedergabe MPEG-4 Simple Profile, MPEG-4 Advanced Simple Profile sowie H.263 Video (alle Stufen). Auch altes Material soll wiedergegeben werden können; DivXNetworks verspricht, dass alte DivX-Videos ab Version 3.11 alpha problemlos mit DivX 5.0 abgespielt werden können.

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Auch bei der Wiedergabe wurde die Leistung verbessert. DivX 5.0 soll nun in der Lage sein, hochauflösendes High-Definition-(HD-)Video Software-basiert in Echtzeit auf modernen Prozessoren wiederzugeben. So sollen aktuelle Prozessoren 720p HD-Video (1280 x 720 Pixel) bewältigen können, während die neuen Top-Prozessoren 1080p HD-Vidro (1920 x 1080 Pixels) in Echtzeit schaffen.

Da die besten Funktionen nichts wert sind, wenn die genutzte Anwendung zum Videokodieren sie nicht unterstützen, soll DivX 5.0 mit allen wichtigen Video-Editing- und -Encoding-Applikationen ohne Updates zusammenarbeiten. Der DivX 5.0 Codec verfügt weiterhin über eine Video-for-Windows-(VfW-)Benutzerschnittstelle und soll z.B. problemlos mit Adobe Premiere, VirtualDub, FlaskMPEG und Gordian Knot zusammenarbeiten. Damit man die bevorzugten Codec-Einstellungen stets parat hat, kann man die Einstellungen nun sichern und immer wieder abrufen. Sie können so auch an andere DivX-Nutzer weitergegeben werden. Für den Batch-Betrieb gibt es zudem eine neue Kommandozeilen-Steuerung, bei der alle Einstellungen per Befehlszeile an den Videocodec übergeben werden können.

Erstmals liefert DivXNetworks drei verschiedene DivX-Codec-Varianten: Während die DivX 5.0-Grundversion (2,7 MByte) nur den Codec und die Wiedergabesoftware enthält, integriert das 30,- US-Dollar teure DivX 5.0 Pro (3 MByte) zusätzlich bessere Kodiertechnik (B-frames, Q-pel, GMC; bis zu 25 Prozent höhere Kompression) und einfache, aber oft benötigte Video-Editing-Funktionen (Deinterlacing, Größenveränderung, 3:2 Pulldown). Will man die 30,- US-Dollar für die Pro-Version nicht zahlen, gibt es auch noch eine werbefinanzierte Version (2,9 MByte), die Pop-Up-Werbefenster präsentiert. Aus der Wiedergabe-Software The Playa wurde nun der DivX Player 2.0 alpha. Während die genannte Software schon für Windows-Betriebssysteme(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung steht, gibt es für die MacOS-Version(öffnet im neuen Fenster) derzeit nur den DivX 5.0 Decoder und die Wiedergabesoftware als Alpha-Versionen, während für Linux(öffnet im neuen Fenster) noch nichts Neues erhältlich ist. DivXNetwork verspricht jedoch, dass dies bald nachgeholt wird. Zum Erstellen von DivX-Dateien ist trotz der einfachen Editing-Funktionen im DivX-5.0-Codec ein beliebige Videosoftware nötig, die fremde Codecs unterstützt.

Näheres zu DivX findet sich im Internet unter www.divx.com(öffnet im neuen Fenster) .


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