Test: Palm m515 mit Farb-Display und 16 MByte RAM
Der Palm m515 ähnelt in weiten Teilen dem m505 , bietet aber als wesentlichen Unterschied eine bessere Display-Beleuchtung und doppelt so viel Speicher. Das im m515 verwendete reflektierende Farb-Display mit 65.000 Farben besitzt eine Auflösung von nach wie vor 160 x 160 Bildpunkten. Im Gegensatz zu den Konkurrenten Sony und HandEra verzichtet Palm weiterhin darauf, höherauflösende Displays in seinen Geräten einzusetzen. Kannte das m505-Display nur eine Helligkeitsstufe, wurde dem m515 immerhin eine zweite deutliche hellere Stufe spendiert, so dass das Gerät damit praxistauglicher wird. Allerdings sinkt die Akku-Laufzeit des Geräts bei starker Seitenbeleuchtung dann deutlich ab. Damit verzichtet Palm auf eine stufenlose Helligkeitsregelung, wie man sie vom Palm IIIc oder Visor Prism kennt.
Mit der zweiten Helligkeitsstufe kann der m515 die harschen Kritikpunkte am m505 abschütteln, bei dem das Display mit der einen schwachen Beleuchtung in vielen Situationen einfach zu dunkel war. Aber selbst die niedrige Beleuchtungsstufe ist heller als die vom Palm m505. Damit bereitet auch das Arbeiten mit dem m515 wieder den Spaß, den man von einem Farb-Display erwartet. Dabei kann die Ausleuchtung durchaus überzeugen, weil nur geringe Schleierschatten auffallen.
Ein selbstreflektierendes Display wie im m515 benötigt keine ständige Beleuchtung, weil das Umgebungslicht zur Ausleuchtung genutzt werden kann, wodurch wertvoller Akkustrom gespart wird. Allerdings kommt der Bildschirm bei durchschnittlichen Lichtverhältnissen in Büro-Räumen nicht ohne zusätzliche Beleuchtung aus, weil das Umgebungslicht zu schwach ist. Besonders gut lassen sich die Bildschirm-Informationen bei direktem Sonnenlicht erkennen, wo hintergrundbeleuchtete Displays quasi erblinden.
Allerdings erreicht das m515-Display nicht annähernd eine ähnliche Farbbrillanz wie etwa ein Palm IIIc oder Visor Prism mit hintergrundbeleuchteten Displays. Ständig scheint über dem m515-Bildschirm eine Art milchiger Film zu liegen, was jedoch nur bei direktem Vergleich auffällt. Das Graffiti-Feld des m515 bekommt jetzt deutlich weniger Licht ab als beim m505, so dass man bei totaler Dunkelheit schon sehr genau hinsehen muss, wo sich welches Element auf dem Graffiti-Feld befindet. Das Handbuch verspricht ferner einen Kontrastregler, den das Gerät dann aber nicht besitzt.
Leider verbesserte Palm nichts an der Einbindung von Programmen auf der Speicherkarte in das Betriebssystem, so dass bei der Arbeit mit einer prall gefüllten Speicherkarte keine rechte Freude aufkommen kann. Denn alle auf der Speicherkarte befindlichen Applikationen werden in nur einer Kategorie im Programmstarter aufgelistet, was eine Übersicht stark erschwert, denn eine weitere Aufteilung ist nicht vorgesehen. Hier zeigen sowohl HandEra als auch Sony den Palm-Machern, wie man es besser macht.
Wie bei der bisherigen Palm-m500er-Reihe kann auch beim m515 die Schutzklappe und der Stift mit Reset-Pin nicht vertauscht werden, wie es noch beim Palm V(x) möglich war, um leicht zu einer Linkshänder-Bedienung zu wechseln. Auch an anderen Stellen wurde das Metall-Gehäuse beibehalten, so dass es immer noch passieren kann, dass sich das Gerät versehentlich in der Tasche einschaltet, weil durch Druck auf den Schutzdeckel eine Taste ausgelöst wird. Auch wenn sich das Gerät nach kurzer Zeit wieder ausschaltet, kostet dies im ungünstigsten Fall trotzdem viel Akkustrom, weil sich das Gerät auch immer wieder einschalten kann. Man kann sich mit der HackMaster-Erweiterung StayOffHack(öffnet im neuen Fenster) behelfen, um die vier Applikationsknöpfe zu deaktivieren.
Der PalmOS-PDA gehört mit seinen Ausmaßen von 11,43 x 7,87 x 1,27 cm zu den kleinsten PDAs auf dem Markt und beult auch mit seinem Gewicht von knapp 140 Gramm keine Hemdtasche aus. Da bleibt die Akkuleistung des Geräts beachtlich, sofern man sparsam mit der Display-Beleuchtung haushaltet. Eine verbindliche Angabe, wie lange das Gerät bis zur nächsten Nachladung auskommt, kann man nicht geben, weil es sehr darauf ankommt, wie häufig die Display-Beleuchtung beansprucht wird. Wenn lediglich 10 Prozent der Nutzungszeit die Displaybeleuchtung verwendet wird, hält der eingebaute Lithium-Ionen-Akku im Dauerbetrieb rund 17 Stunden. Bei einer durchschnittlichen Tagesnutzung sollte der m515 unter diesen Umständen gut drei Wochen ohne Nachladen auskommen. Das verringert sich deutlich, wenn die Display-Beleuchtung ständig aktiviert ist, weil der PDA dann nur 7 Stunden hintereinander durchhält, wovon 1 Stunde lang die höchste Helligkeitsstufe gewählt wurde. Bei einer durchschnittlichen Nutzung sollte das für knapp zwei Wochen ausreichen. Wenn ständig die hellste Beleuchtung gewählt wird, ist der Akku nach 4 Stunden leer, was bei durchschnittlicher Verwendung rund eine Woche PDA-Einsatz bedeuten sollte.
Zudem befindet sich auf der zweiten CD ein aktualisiertes Mobile Internet Kit, das neben dem Mail-Client MultiMail Pro einen SMS-Manager, die Web-Clipping-Dienste von Palm und einen WAP-Browser (Neomar 2.0) umfasst. Ein normaler Web-Browser liegt nicht bei. Dann gehört noch die Bildbearbeitung MGI PhotoSuite, der E-Book-Reader Palm Reader und ein erweiterter Taschenrechner zum Lieferumfang. Leider werden viele dieser Programme nur mit englischsprachiger Dokumentation ausgeliefert.
Eine ausführliche Marktübersicht aller aktuellen PDAs, einschließlich Preisen und Verfügbarkeiten, findet sich unter markt.golem.de .
Fazit:
Mit dem Palm m515 hat Palm den wesentlichen Kritikpunkt am m505 bereinigt und bietet jetzt auch eine stärkere Helligkeitsstufe für das Display, so dass das Arbeiten bei durchschnittlich hellem Bürolicht wieder Vergnügen bereitet und das Gerät damit deutlich praxistauglicher ist als der m505. Dazu trägt auch die großzügige Speicherausstattung von 16 MByte bei, um auch bequem größere Datenbanken, Wörterbücher oder Routenplaner sinnvoll verwenden zu können. Wenn der Speicher dann dennoch knapp wird, bleibt immer noch der Ausweg, eine Speicherkarte zu erwerben. So präsentiert sich der Palm m515 als kleines, leichtes Arbeitstier mit einer akzeptablen Akku-Laufzeit und einem ordentlichen reflektierenden Farb-Display.
Enttäuschend bleibt allerdings, dass Palm als ehemaliger Klassen-Primus mit neuen Funktionen hinter der Konkurrenz von HandEra, Handspring und Sony zurückbleibt. So bietet auch das neue Palm-Modell kein Jog-Dial oder ein virtuelles Graffiti-Feld. Auch auf eine höhere Display-Auflösung muss man bei den Palm-Geräten weiterhin verzichten.



