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Test: Palm m515 mit Farb-Display und 16 MByte RAM

Reflektierendes Farb-Display besitzt zwei Helligkeitsstufen. Ab sofort bietet Palm den PalmOS-PDA m515 an, der den m505 ablösen wird, womit sich die Gerüchte aus dem Januar zu dem Gerät bestätigen. Der Neuling besitzt als erstes Palm-Gerät 16 MByte Speicher und verfügt über ein reflektierendes Farb-Display. Im Unterschied zum Palm m505 bietet das m515-Display aber eine zweite, stärkere Helligkeitsstufe für die Display-Beleuchtung, womit Palm offenbar die harsche Kritik an der ungenügenden Display-Ausleuchtung des m505 ausräumen will.
/ Ingo Pakalski
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Als erster PalmOS-PDA von Palm selbst besitzt der m515 einen Arbeitsspeicher von 16 MByte RAM. Bei den bisherigen Palm-Geräten war mit 8 MByte das Ende der Fahnenstange erreicht. Wie auch die übrigen m500er-Modelle kennt auch der m515 einen Erweiterungssteckplatz, um SD-Cards und Multimedia-Cards (MMC) aufnehmen zu können. Damit lässt sich der PDA um zusätzlichen Speicher erweitern oder neuerdings mit einer passenden SD-Card auch um Bluetooth-Fähigkeiten ergänzen.

Der Palm m515 ähnelt in weiten Teilen dem m505 , bietet aber als wesentlichen Unterschied eine bessere Display-Beleuchtung und doppelt so viel Speicher. Das im m515 verwendete reflektierende Farb-Display mit 65.000 Farben besitzt eine Auflösung von nach wie vor 160 x 160 Bildpunkten. Im Gegensatz zu den Konkurrenten Sony und HandEra verzichtet Palm weiterhin darauf, höherauflösende Displays in seinen Geräten einzusetzen. Kannte das m505-Display nur eine Helligkeitsstufe, wurde dem m515 immerhin eine zweite deutliche hellere Stufe spendiert, so dass das Gerät damit praxistauglicher wird. Allerdings sinkt die Akku-Laufzeit des Geräts bei starker Seitenbeleuchtung dann deutlich ab. Damit verzichtet Palm auf eine stufenlose Helligkeitsregelung, wie man sie vom Palm IIIc oder Visor Prism kennt.

Mit der zweiten Helligkeitsstufe kann der m515 die harschen Kritikpunkte am m505 abschütteln, bei dem das Display mit der einen schwachen Beleuchtung in vielen Situationen einfach zu dunkel war. Aber selbst die niedrige Beleuchtungsstufe ist heller als die vom Palm m505. Damit bereitet auch das Arbeiten mit dem m515 wieder den Spaß, den man von einem Farb-Display erwartet. Dabei kann die Ausleuchtung durchaus überzeugen, weil nur geringe Schleierschatten auffallen.

Ein selbstreflektierendes Display wie im m515 benötigt keine ständige Beleuchtung, weil das Umgebungslicht zur Ausleuchtung genutzt werden kann, wodurch wertvoller Akkustrom gespart wird. Allerdings kommt der Bildschirm bei durchschnittlichen Lichtverhältnissen in Büro-Räumen nicht ohne zusätzliche Beleuchtung aus, weil das Umgebungslicht zu schwach ist. Besonders gut lassen sich die Bildschirm-Informationen bei direktem Sonnenlicht erkennen, wo hintergrundbeleuchtete Displays quasi erblinden.

Allerdings erreicht das m515-Display nicht annähernd eine ähnliche Farbbrillanz wie etwa ein Palm IIIc oder Visor Prism mit hintergrundbeleuchteten Displays. Ständig scheint über dem m515-Bildschirm eine Art milchiger Film zu liegen, was jedoch nur bei direktem Vergleich auffällt. Das Graffiti-Feld des m515 bekommt jetzt deutlich weniger Licht ab als beim m505, so dass man bei totaler Dunkelheit schon sehr genau hinsehen muss, wo sich welches Element auf dem Graffiti-Feld befindet. Das Handbuch verspricht ferner einen Kontrastregler, den das Gerät dann aber nicht besitzt.

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Als Betriebssystem kommt PalmOS in der Version 4.1 zum Einsatz, was bis auf einige Fehlerbereinigungen weitestgehend der Version entspricht, die im m500 und m505 verwendet wird. Zu den fest installierten Anwendungen gehören also ein Terminkalender, eine Aufgabenliste, eine Adressverwaltung, ein Merkzettel-Programm sowie ein Tool für die Speicherung von gezeichneten Notizen. Mit dem Card-Tool lässt sich eine Speicherkarte formatieren oder umbenennen. Über das Menü des Programmstarters lassen sich zudem Applikationen auf oder von der Karte kopieren, allerdings immer nur in oder aus dem Verzeichnis/Palm. Auf Dateien jenseits dieses Verzeichnisses kann man ohne einen Dateimanager eines Drittherstellers also leider nicht zugreifen.

Leider verbesserte Palm nichts an der Einbindung von Programmen auf der Speicherkarte in das Betriebssystem, so dass bei der Arbeit mit einer prall gefüllten Speicherkarte keine rechte Freude aufkommen kann. Denn alle auf der Speicherkarte befindlichen Applikationen werden in nur einer Kategorie im Programmstarter aufgelistet, was eine Übersicht stark erschwert, denn eine weitere Aufteilung ist nicht vorgesehen. Hier zeigen sowohl HandEra als auch Sony den Palm-Machern, wie man es besser macht.

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Außerdem beherrscht der m515 einen Vibrationsalarm und eine stille Benachrichtigung durch Blinken der LED. Beide Alarme sind leider weiterhin nur unzureichend in das PalmOS implementiert. Denn beide Modi können nur global und nicht für einzelne Termine gesetzt werden. Sehr praxisfern ist hier der stille Alarm, bei dem die Lade-LED nur für wenige Sekunden blinkt. Wenn man nicht während dieser Zeit auf das Gerät schaut, verpasst man einen Termin leicht. Hier wünscht man sich, dass die LED nach der Alarmierung ständig weiterblinkt, wie es etwa beim HandEra 330 geschieht.

Wie bei der bisherigen Palm-m500er-Reihe kann auch beim m515 die Schutzklappe und der Stift mit Reset-Pin nicht vertauscht werden, wie es noch beim Palm V(x) möglich war, um leicht zu einer Linkshänder-Bedienung zu wechseln. Auch an anderen Stellen wurde das Metall-Gehäuse beibehalten, so dass es immer noch passieren kann, dass sich das Gerät versehentlich in der Tasche einschaltet, weil durch Druck auf den Schutzdeckel eine Taste ausgelöst wird. Auch wenn sich das Gerät nach kurzer Zeit wieder ausschaltet, kostet dies im ungünstigsten Fall trotzdem viel Akkustrom, weil sich das Gerät auch immer wieder einschalten kann. Man kann sich mit der HackMaster-Erweiterung StayOffHack(öffnet im neuen Fenster) behelfen, um die vier Applikationsknöpfe zu deaktivieren.

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Auch in der Geschwindigkeit fallen die Parallelen zum m505 auf: Der mit 33 MHz getaktete Motorola-Dragonball-Prozessor verhilft dem m515 zu den gleichen Benchmark-Werten wie dem m505, der vor dem Visor Deluxe rangiert, aber weit abgeschlagen hinter dem Visor Platinum seinen Platz findet. Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen des m505 zählt eine Infrarot-Schnittstelle zum drahtlosen Datenaustausch und ein 4-MByte-Flash-ROM. Damit lässt sich das Gerät im Falle eines Betriebssystem-Updates leicht aktualisieren.

Der PalmOS-PDA gehört mit seinen Ausmaßen von 11,43 x 7,87 x 1,27 cm zu den kleinsten PDAs auf dem Markt und beult auch mit seinem Gewicht von knapp 140 Gramm keine Hemdtasche aus. Da bleibt die Akkuleistung des Geräts beachtlich, sofern man sparsam mit der Display-Beleuchtung haushaltet. Eine verbindliche Angabe, wie lange das Gerät bis zur nächsten Nachladung auskommt, kann man nicht geben, weil es sehr darauf ankommt, wie häufig die Display-Beleuchtung beansprucht wird. Wenn lediglich 10 Prozent der Nutzungszeit die Displaybeleuchtung verwendet wird, hält der eingebaute Lithium-Ionen-Akku im Dauerbetrieb rund 17 Stunden. Bei einer durchschnittlichen Tagesnutzung sollte der m515 unter diesen Umständen gut drei Wochen ohne Nachladen auskommen. Das verringert sich deutlich, wenn die Display-Beleuchtung ständig aktiviert ist, weil der PDA dann nur 7 Stunden hintereinander durchhält, wovon 1 Stunde lang die höchste Helligkeitsstufe gewählt wurde. Bei einer durchschnittlichen Nutzung sollte das für knapp zwei Wochen ausreichen. Wenn ständig die hellste Beleuchtung gewählt wird, ist der Akku nach 4 Stunden leer, was bei durchschnittlicher Verwendung rund eine Woche PDA-Einsatz bedeuten sollte.

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Wie beim Palm m500, m505 und m125 liegt dem m515 eine zweite CD mit etlicher Bonus-Software bei. Ein Highlight ist natürlich die Office-Suite DocumentsToGo 4.0 Professional, um Word- und Excel-Dateien sowie Powerpoint-Präsentationen auf einen PalmOS-PDA zur mobilen Bearbeitung zu übertragen. Ein Windows-Programm konvertiert Texte, Tabellen und Präsentationen in ein Palm-konformes Format und überträgt es zur Bearbeitung auf den mobilen Begleiter. Zu den unterstützten Formaten zählen alle Word- und Excel-Versionen von 6.0 bis XP. Da DocumentsToGo aber auch normale ASCII-Texte und zahlreiche weitere Office-Pakete unterstützt, sollte es in der Praxis keine Probleme bei der Datei-Konvertierung geben.

Zudem befindet sich auf der zweiten CD ein aktualisiertes Mobile Internet Kit, das neben dem Mail-Client MultiMail Pro einen SMS-Manager, die Web-Clipping-Dienste von Palm und einen WAP-Browser (Neomar 2.0) umfasst. Ein normaler Web-Browser liegt nicht bei. Dann gehört noch die Bildbearbeitung MGI PhotoSuite, der E-Book-Reader Palm Reader und ein erweiterter Taschenrechner zum Lieferumfang. Leider werden viele dieser Programme nur mit englischsprachiger Dokumentation ausgeliefert.

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Da der Anschluss vom m505 gleich geblieben ist, änderte sich auch nicht das etwas gewöhnungsbedürftige Entfernen des Geräts aus der mitgelieferten USB-Dockingstation. Der PDA muss vor dem Entnehmen leicht nach vorne angekippt werden und kann erst dann von der Dockingstation gelöst werden. Über die Dockingstation wird auch der integrierte Akku im m505 aufgeladen. Leider kann auch beim m505 das Netzteil nicht direkt an das Gerät angeschlossen werden, um den PDA etwa auf Reisen bequem aufladen zu können. Da der PDA ohne Stromversorgung alle seine Daten verliert, ist es besonders wichtig, auf Reisen eine Auflademöglichkeit zu haben, weil sonst empfindlicher Datenverlust droht. Hier bleibt daher nur die Wahl, das recht klobige Cradle im Koffer mitzuschleppen oder zusätzliches Geld in ein Lade-Netzteil zu investieren.

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Neben der bereits erwähnten Bonus-CD liegt dem Paket eine gedruckte Kurzanleitung und eine weitere CD bei, auf der sich elektronische Handbücher und der Palm Desktop in der Version 4.01 befinden. Ferner befindet sich das Tool PocketMirror 3.0 auf der CD, um Palm-Daten auch mit Microsoft Outlook austauschen zu können. Dann gehört natürlich noch die USB-Dockingstation nebst passendem Lade-Netzteil zum Lieferumfang. Eine Speicherkarte legte Palm wieder einmal nicht dazu. Der Palm m515 soll ab sofort zum Preis von 530,- Euro hier zu Lande in den Regalen stehen.

Eine ausführliche Marktübersicht aller aktuellen PDAs, einschließlich Preisen und Verfügbarkeiten, findet sich unter markt.golem.de .

Fazit:
Mit dem Palm m515 hat Palm den wesentlichen Kritikpunkt am m505 bereinigt und bietet jetzt auch eine stärkere Helligkeitsstufe für das Display, so dass das Arbeiten bei durchschnittlich hellem Bürolicht wieder Vergnügen bereitet und das Gerät damit deutlich praxistauglicher ist als der m505. Dazu trägt auch die großzügige Speicherausstattung von 16 MByte bei, um auch bequem größere Datenbanken, Wörterbücher oder Routenplaner sinnvoll verwenden zu können. Wenn der Speicher dann dennoch knapp wird, bleibt immer noch der Ausweg, eine Speicherkarte zu erwerben. So präsentiert sich der Palm m515 als kleines, leichtes Arbeitstier mit einer akzeptablen Akku-Laufzeit und einem ordentlichen reflektierenden Farb-Display.

Enttäuschend bleibt allerdings, dass Palm als ehemaliger Klassen-Primus mit neuen Funktionen hinter der Konkurrenz von HandEra, Handspring und Sony zurückbleibt. So bietet auch das neue Palm-Modell kein Jog-Dial oder ein virtuelles Graffiti-Feld. Auch auf eine höhere Display-Auflösung muss man bei den Palm-Geräten weiterhin verzichten.


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