Abo
  • IT-Karriere:

Bundestag: Linux auf die Server, Netscape auf die Clients

IuK-Kommission legt Empfehlung für künftige IT-Ausstattung des Parlaments vor

Die Ankündigung der Firma Microsoft, ihr Betriebssystem Windows NT 4.0 ab dem Jahr 2003 nicht mehr zu unterstützen, zwingt den Deutschen Bundestag, für seine etwa 5.000 Arbeitsplatz- und Serversysteme eine Migration zu einem Nachfolgesystem vorzunehmen. Die Frage, ob hier weiterhin auf Microsoft gesetzt oder alternativ der Umstieg auf Linux erfolgen sollte, hatte in den vergangenen Wochen zu vielen teilweise hitzigen Diskussionen geführt. Nun ist die Entscheidung gefallen.

Artikel veröffentlicht am ,

Auf der Grundlage der von der Bundestagsverwaltung durchgeführten Tests, den Ergebnissen einer Studie und den strategischen Überlegungen hat die IuK- Kommission nun entschieden, ihre Server auf das Betriebssystem Linux umzustellen und als Verzeichnisdienst OpenLDAP einzusetzen. Auf den Arbeitsplatzrechnern wird Microsofts Windows XP und das entsprechende Office-Paket eingesetzt. Als Standard für Browser und E-Mail-Client wird weiterhin Netscape genutzt.

Stellenmarkt
  1. SCHUFA Holding AG, Wiesbaden
  2. Bayern Facility Management GmbH, München

Die migrationsbedingten Kosten der daraus resultierenden Maßnahmen betragen schätzungsweise 9,5 Millionen Euro verteilt auf fünf Jahre.

Die Kommission des Ältestenrates für den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechniken und -medien (IuK-Kommission) hatte über die Frage zu entscheiden, ob im Bundestag als Nachfolgesysteme ausschließlich die Microsoftprodukte eingesetzt werden sollen oder ob ein teilweiser oder vollständiger Wechsel zu Open-Source-Produkten möglich und sinnvoll ist. Daher hatte man zum einen die Bundestagsverwaltung beauftragt, eigene Tests durchzuführen und zum anderen ein neutrales Unternehmen beauftragt, im Rahmen einer Studie die funktionellen, monetären und technischen Aspekte zu untersuchen.

In der Studie war die Variante, bei der nur einige Server auf Linux, der große Rest der Server aber auf Windows umgestellt worden wäre, bei der Nutzwertanalyse auf dem ersten Platz gelandet. Entsprechend wäre als Verzeichnisdienst Active Directory eingesetzt worden. Allerdings hatte die Variante, der die Kommission jetzt zugestimmt hat, bei der Nutzwertanalyse den zweiten Platz erreicht.

"Mit dieser Entscheidung weicht die IuK-Kommission bewusst vom Ergebnis der Studie ab, weil sie mit dieser Entscheidung die strategische Überlegung verbindet, die zurzeit bestehende Abhängigkeit von den Produkten eines Anbieters zu lockern. Sie erhofft sich durch diesen Schritt einen größeren Freiraum bei zukünftigen Entscheidungen."

Allerdings wird die Entscheidung unter anderem von Seiten der FDP-Bundestagsfraktion kritisiert, hatte diese sich doch vor allem für einen Einsatz des Microsoft Active Directry und damit gegen OpenLDAP ausgesprochen. Laut FDP-Fraktionssprecher Hans-Joachim Otto führt der Einsatz von Open LDAP gegenüber Active Directory zu höheren Kosten trotz geringerer Funktionalität. Die Behauptung, mit einer Entscheidung für Active Directory hätte man sich "ewig" an Microsoft gebunden, treffe nicht zu, so Otto.

"Erklärtermaßen wollen SPD und Grüne auch die Mehrzahl ihrer Abgeordnetenarbeitsplätze (Clients) auf Linux umstellen. Hiervor hatte das Infora-Gutachten ausdrücklich gewarnt. Nach einer aktuellen Schätzung der Bundestagsverwaltung drohen beim Plan von Rot-Grün, auch Arbeitsplätze (Clients) auf Linux umzurüsten, für den Steuerzahler Zusatzbelastungen in Höhe von 2.477.400 Euro im Laufe der nächsten vier Jahre", kritisiert Hans-Joachim Otto.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Sandisk 512-GB-SSD für 55,00€, WD Elements Exclusive Edition 2 TB für 59,00€ und Abend...
  2. 31,99€
  3. 139,00€ (Bestpreis!)

Holger König 11. Jun 2002

Für die Weiterverarbeitung von MS-Office-Dokumenten kann man auch Star-Office nehmen.

Holger König 11. Jun 2002

Für die Clients hätte man besser eine duale Installation mit Windows und Linux einrichten...

Criena 03. Mär 2002

Wieso haben die sich für Netscape entschieden? Warum nicht für Mozilla! Criena

misterx 02. Mär 2002

Das halte ich für eine vernünftige Entscheidung - so wird jedes System da eingesetzt, wo...

Lee 01. Mär 2002

Linux als Server ist OK, es gibt auch andere OSS Betriebsysteme, aber Linux ist sicher...


Folgen Sie uns
       


Hyundai Kona Elektro - Test

Das Elektro-SUV ist ein echter Langläufer.

Hyundai Kona Elektro - Test Video aufrufen
Apple TV+: Apples Videostreamingdienst ist nicht konkurrenzfähig
Apple TV+
Apples Videostreamingdienst ist nicht konkurrenzfähig

Bei so einem mickrigen Angebot hilft auch ein mickriger Preis nicht: Apples Streamingdienst hat der Konkurrenz von Netflix, Amazon und bald Disney nichts entgegenzusetzen - und das wird sich auf Jahre nicht ändern.
Eine Analyse von Ingo Pakalski

  1. Apple TV+ Disney-Chef tritt aus Apple-Verwaltungsrat zurück
  2. Apple TV+ Apples Streamingangebot kostet 4,99 Euro im Monat
  3. Videostreaming Apple TV+ startet mit fünf Serien für 10 US-Dollar monatlich

5G-Antenne in Berlin ausprobiert: Zu schnell, um nützlich zu sein
5G-Antenne in Berlin ausprobiert
Zu schnell, um nützlich zu sein

Neben einem unwirtlichen Parkplatz in Berlin-Adlershof befindet sich ein Knotenpunkt für den frühen 5G-Ausbau von Vodafone und Telekom. Wir sind hingefahren, um 5G selbst auszuprobieren, und kamen dabei ins Schwitzen.
Von Achim Sawall und Martin Wolf

  1. Tausende neue Nutzer Vodafone schafft Zuschlag für 5G ab
  2. Vodafone Callya Digital Prepaid-Tarif mit 10 GByte Datenvolumen kostet 20 Euro
  3. Kabelnetz Vodafone bekommt Netzüberlastung nicht in den Griff

Manipulierte Zustimmung: Datenschützer halten die meisten Cookie-Banner für illegal
Manipulierte Zustimmung
Datenschützer halten die meisten Cookie-Banner für illegal

Nur die wenigsten Cookie-Banner entsprechen den Vorschriften der DSGVO, wie eine Studie feststellt. Die Datenschutzbehörden halten sich mit Sanktionen aber noch zurück.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Chrome & Privacy Google möchte uns in Zukunft anders tracken
  2. Tracking Google und Facebook tracken auch auf vielen Pornoseiten
  3. Android Apps kommen auch ohne Berechtigung an Trackingdaten

    •  /