Microsoft bemüht sich um Aufklärung über Open Source
Die Entscheidung für ein Betriebssystem sei für einen Unternehmer abhängig von einer Vielzahl von Faktoren. Neben Wirtschaftlichkeit spielen Faktoren wie Sicherheit, Usability, Skalierbarkeit, Administration und TCO eine Rolle, so Microsoft. "Ein Vergleich der beiden Konzepte zeigt, dass der Einsatz von Open-Source-Software im Unternehmen sorgfältig abgewogen werden sollte."
So gesteht Microsoft der Open-Source-Bewegung zu, "getrieben durch die Bemühungen einer Vielzahl von Entwicklern" zu versuchen, "die jeweils beste technische Lösung für ein Problem zu finden." Entsprechend vielseitig und leistungsfähig seien die einzelnen Anwendungen, doch den motivierten Ansätzen fehle ein durchgängiges Konzept. "Die Weiterentwicklung – auch der Security-Technologie – ist ungewiss und erfolgt nicht nach Plan."
Die Offenlegung des Quellcodes bei Open-Source-Software erlaube es zwar dem Anwender, die Funktionsweise des Programms und auch eventuelle Sicherheitsmängel zu erkennen und zu beheben. Dennoch sei nach wie vor umstritten, ob die Offenlegung des Quellcodes ein Programm sicherer macht, "denn die Evaluation desselben bedarf nicht nur sehr umfangreicher Sachkenntnis, sondern kann bei Millionen von Befehlszeilen auch wegen der Masse unrealistisch sein. Ein nicht unerhebliches Risiko ist bei geschäftskritischen Anwendungen die Offenlegung des Sicherheitsproblems, um es durch fremde Hilfestellung zu lösen. Dadurch können böswillige Hacker entdeckte Sicherheitslücken bis zur Verfügbarkeit eines Patches leichter ausnutzen."
Für den Nutzer bereite aber vor allem ein heterogenes Bedienkonzept Probleme. Verschiedene Anwendungen und Tools unterschiedlichen Ursprungs und mehrerer Hersteller verfolgen mannigfaltige Zielsetzungen in der Bedienung. Verschiedene Features wie Gerätereiber, Mail- und Kommunikationsprogramme etc. seien nicht in die Dokumentation der Hauptanwendung integriert und die OSS-Dokumentation allgemein sei nicht standardisiert, was die Auffindbarkeit von Hilfethemen erschwere, so Microsoft.
Zudem verweist Microsoft darauf, dass die Gestaltungsansätze neuer Oberflächen wie KDE oder GNOME sich am Windows-Standard orientieren. "Die gängigen grafischen Benutzeroberflächen (Gnome, KDE) werden Windows immer ähnlicher."
Durch Schulung und Training, das im OSS-Umfeld meist durch lokale Anbieter erfolgt, gebe es kein einheitliches, übergreifendes Schulungskonzept. "Eine Übertragbarkeit des Erlernten – zum Beispiel der grundlegenden Anwendungsfunktionen eines Programms auf ein anderes – besteht nur bedingt."
Zum Thema TCO (Total Cost of Ownership) zielt Microsoft darauf ab, dass beim Einsatz von Microsoft-Produkten sämtliche betriebswirtschaftlichen Faktoren (direkte Kosten für Lizenzen, Schulung, Management und Kommunikation) klar definiert seien und sorgen so für eine Planbarkeit nicht nur der aktuellen Investition, sondern auch der Folgekosten. Bei Open Source würden zwar keine Lizenzgebühren entstehen, doch seien die Kosten für die benötigten Dokumentationen, die Hilfeleistungen und die Schulung schwer abzuschätzen. Hinzu kommt im Vorfeld die Unmöglichkeit, notwendige Administrationsaufgaben zu taxieren. "Investitionssicherheit ist nur bedingt gegeben, da die Weiterentwicklung der Produkte nicht gesichert ist."
Die Unterstützung von OSS durch bedeutende Hardwarehersteller, wie IBM oder HP, sei an den Einsatz der jeweiligen Hardware gekoppelt und diene primär deren Verkaufsförderung. Ob dadurch die Weiterentwicklung und eine ausreichende Investitionssicherheit gewährleistet sind, bleibe abzuwarten, so die Redmonder.
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