Erstmals mehr Mobilfunk- als Festnetzanschlüsse

Gerade in Westeuropa hat sich die Mobiltelefonie mit größter Dynamik entwickelt. 1991 gab es erst ca. 5 Millionen Europäer mit Mobiltelefon, heute sind es 339 Millionen. In Deutschland hat Bitkom ein noch rasanteres Wachstum beobachtet: In den vergangenen zehn Jahren wuchs die Zahl der Mobilfunkteilnehmer um den Faktor 112 von 0,5 auf aktuell 56 Millionen. In 2001 hat die Zahl der Mobilfunkanschlüsse die Zahl der Festnetzanschlüsse in Deutschland erstmals übertroffen. Jung: "Das ist ein echter Paradigmenwechsel." Beim Aufbau der UMTS-Netze befindet sich die Branche gerade in Deutschland unter extremem Zeit- und Kostendruck. Die deutschen Netzbetreiber mussten gemeinsam mit den Briten die in Europa höchsten Lizenzkosten aufbringen. "Um die enormen Investitionen wieder einfahren zu können, braucht die Branche mehr Freiheit beim Aufbau der UMTS-Netze", forderte Jung. "Was sie nicht braucht, sind wertlose, so genannte Öko-Label für Handys."

Das Fernsehen der Zukunft ist digital. Wesentliche Voraussetzung dafür, dass Fernsehen und Computertechnik zusammenwachsen können, ist ein offener, digitaler Fernsehstandard für ganz Europa. Auf einen solchen Standard haben sich die öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkveranstalter im Oktober 2001 geeinigt. Er heißt "Multimedia Home Platform", kurz MHP, und sichert im Gegensatz zu den bisherigen Systemen einzelner Programmanbieter die Interoperabilität der meisten Dienste über die gängigen Endgeräte. Die großen deutschen Programmanbieter ARD, ZDF, RTL und die KirchGruppe unterstützen diesen Standard uneingeschränkt und werden ihn so rasch wie möglich einsetzen. "Alle Marktteilnehmer, insbesondere im Kabelnetzbetrieb, sollten sich zu diesem Standard bekennen", appellierte Jung. Ansonsten laufe Deutschland Gefahr, die Chance zu verpassen, sich bei der Entwicklung einer neuen Technologie an die Spitze zu setzen.

Wenn es um Investitionen in Informationstechnik und Telekommunikation geht, zeigen sich Deutschlands Unternehmen und Privathaushalte zurzeit eher zurückhaltend. Die Pro-Kopf-Ausgaben für ITK sind in 2001 leicht einstellig auf 1.665 Euro gewachsen. Der Spitzenplatz wird erneut von der Schweiz gehalten, es folgen die USA und die skandinavischen Staaten - alles Länder mit einem ohnehin bereits hohen Niveau an informations- und kommunikationstechnischer Ausstattung. Der Anteil des Umsatzes mit Informationstechnik und Telekommunikation am deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) konnte wegen der insgesamt schwachen volkswirtschaftlichen Entwicklung dennoch auf 6,8 Prozent gesteigert werden. In Schweden erreichen die ITK-Umsätze bereits einen BIP-Anteil von mehr als 10 Prozent und z.B. in Großbritannien oder den USA von mehr als 9 Prozent - bei allerdings leicht sinkender Tendenz. Hier bestehen laut Bitkom gerade in Deutschland noch ungenutzte Potenziale.

Der deutsche ITK-Markt wird sich nach Ansicht Jungs aus der aktuellen Talsohle im Jahresverlauf 2002 allmählich wieder herausbewegen. Die Branche habe auf die Turbulenzen mit einer Anpassung der internen Kostenstrukturen reagiert. Nun komme es darauf an, dass auch die Politik auf die zyklische Entwicklung reagiere und den Unternehmen genügend Luft zum Atmen lasse, appellierte der Bitkom-Chef an die politischen Entscheidungsträger.

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