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Offiziell: NVidia stellt GeForce4 vor - Erste Benchmarks

GeForce2 und GeForce3 werden abgelöst. Nachdem bereits so gut wie alle Informationen vorab bekannt wurden, hat nun auch NVidia offiziell seine neue GeForce4-Grafikchipfamilie angekündigt. Diese löst dabei die Vorgänger GeForce2 und GeForce3 komplett ab.
/ Christian Klaß
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Insgesamt gibt es fünf neue GeForce4-Chips, darunter drei GeForce4 MX und zwei GeForce4 Ti. GeForce4 MX und GeForce4 Ti unterscheiden sich nicht nur im Namen, Speicher und Taktraten, sondern auch in der Architektur. Während im GeForce4 Ti ein NV25-Kern, also im Grunde ein überarbeiteter GeForce3-Kern steckt, ist es beim GeForce4 MX ein NV17-Kern, der mehr mit der GeForce2 MX als mit der GeForce3 oder GeForce4 Ti verwandt ist. Auch eine Notebook-Variante, den GeForce4 Go , hat NVidia heute angekündigt.

GeForce4 Ti - Grafikchips für Anspruchsvolle

Im High-End-Bereich werden GeForce4 Ti 4400 und GeForce4 Ti 4600 die GeForce3 Ti 200 und GeForce3 Ti 500 ablösen. Die Transform-&-Lighting-(T&L-)Engine beider GeForce4-Ti-Chips bietet zwei programmierbare Vertex Shader, also einen mehr als die GeForce3-Chips, was 50 Prozent mehr Leistung bei Polygon-Effekten wie beispielsweise Haar- und Fell-Simulation bringen soll. Dem Pixel Shader, zuständig für erweiterte Textureffekte, hat NVidia zudem einen neuen Effekt namens Anisotropic Lighting spendiert, der bei der GeForce3 noch nicht gelistet wird. Marketingtechnisch wird die so erweiterte T&L-Engine mit dem Namen nfinite FX II bedacht.

Ebenfalls mit dem Zusatz II versehen ist die überarbeitete Lightspeed Memory Architektur (LMA) der GeForce4-Ti-Chips, welche den Grafikkarten-internen Datentransport weiter optimieren und Bandbreitenengpässe besser entschärfen soll - laut NVidia sollen auch hier 50 Prozent mehr Leistung erbracht werden. Architektonisch scheint sich jedoch nicht viel geändert zu haben, wie bei der GeForce3 werden vier Crossbar-Memory-Controller geboten, die den Datentransfer durch Parallelisierung beschleunigen.

Der neben dem zweiten Vertex Shader größte Unterschied zwischen GeForce3 Ti und GeForce4 Ti liegt allerdings in der Taktrate und dem Speicherausbau. Im Gegensatz zum GeForce3 Ti 200 (max. 200 MHz Chip/240 MHz DDR) und GeForce3 Ti 500 (max. 240 MHz Chip/250 MHz DDR) werden der GeForce4 Ti 4400 mit 300 MHz und sein DDR-Speicher mit 275 MHz getaktet. Beim neuen Topmodell, dem GeForce4 Ti 4600, sind es sogar 325 MHz Kern- und Speichertakt. Weiterhin sind beim GeForce4 Ti 128 MByte Speicherausbau der Standard, während es bei der GeForce3 Ti 64 MByte sind. Bisher gibt es nur eine GeForce3-Ti-200-Grafikkarte mit 128 MByte, die Gainward "GeForce3 PowerPack Ti/500 JUMBO Golden Sample", die wegen ihres Namens leicht mit einer Ti 500 verwechselt werden kann.

GeForce4 MX - Grafikchips fürs Volk
Bei den GeForce4-MX-Chips gibt es drei Versionen: Den GeForce4 MX 420, GeForce4 MX 440 und den GeForce4 MX 460. Alle drei unterstützen eine abgespeckte Lightspeed-Memory-Architecture-II-Version mit zwei anstelle der vier Crossbar-Memory-Controller. Weiterhin unterstützen sie das neue AccuView-Anti-Aliasing. "Alt" ist hingegen die T&L-Engine, sie stammt von der GeForce2-Serie, so dass die GeForce4-MX-Karten zwar mehr Bandbreite und somit höhere Grafikleistung bieten, aber trotz des Versionsnummern-Sprungs keine besseren 3D-Effekte ermöglichen. Sie sind, wie die Radeon-7x00-Grafikchips von ATI, auf das ältere DirectX 7.0 gemünzt, während GeForce4 Ti und Radeon 8x00 die DirectX-8-Funktionen unterstützen.

Der kleinste GeForce4-MX-Chip, der GeForce4 MX 420, wird mit 250 MHz getaktet und nutzt mit 166 MHz getakteten SDRAM-Speicher. Zum Vergleich: Das bisher kleinste Modell, der GeForce2 MX 200, wird mit 175 MHz getaktet, der Speichertakt ist meist identisch zu dem des GeForce4 MX 420.

Der GeForce4 MX 440 wird mit 270 MHz getaktet, der Speicher mit 200 MHz. Im Gegensatz zum MX420 nutzt der MX440 kein SDR-SDRAM, sondern schnelleres DDR-SDRAM. Der alte GeForce2 MX 400 ist hingegen mit 200 MHz getaktet und kommt maximal mit 183 MHz SDRAM-Speichertakt daher.

Der schnellste GeForce4-MX-Chip, der GeForce4 MX 460, wird mit 300 MHz getaktet, sein DDR-SDRAM liegt mit 275 MHz dicht auf. Der schnellste Vorgänger, der GeForce2 Ti, schaffte es im Vergleich nur auf 250 MHz Chip- und 200 MHz Speichertakt (DDR-SDRAM). Selbst die höher getaktete und schon seit längerem aus dem Programm geflogene GeForce2 Ultra bot hier "lediglich" 250 MHz Chip- und 230 MHz Speichertakt.

Die einzelnen GeForce4-MX-Chips unterscheiden sich also nicht in den Features, sondern nur in den Taktraten und der Art des Speichers. GeForce4-MX-Grafikkarten sollen laut NVidia standardmäßig mit 64 MByte Speicher SDR-SDRAM (MX 420) bzw. DDR-SDRAM (MX 440/MX460) ausgestattet sein.

GeForce4 MX und Ti - Die Gemeinsamkeiten
Einige Dinge haben alle GeForce4-Chips (MX und Ti) gemeinsam: Die Multi-Monitor-Unterstützung nView, ein dualer 350-MHz-RAMDAC und ein ebenfalls erweiterter High Definition Video Processor (HDVP) zur hardwaregestützten Wiedergabe von HDTV- und DVD-Videodaten. Letzterer unterstützt nun auch "Motion Adaptive Deinterlacing Compositing" für sauberere Wiedergabe von Videoströmen im Halbzeilenformat. Ebenfalls von allen unterstützt wird ein neuer Anti-Aliasing-Modus (Kantenglättung) namens "AccuView", der im Gegensatz zum schnellen "Quincunx" Anti-Aliasing (GeForce3) weniger negative Auswirkungen auf die Texturschärfe haben soll.

Zu den Herstellern, die GeForce4-MX- und GeForce4-Ti-Grafikkarten herstellen, zählen unter anderem Abit, ASUS, Creative Labs, Gainward, ELSA, Leadtek und MSI. Die ersten Karten wurden für Ende Februar 2002 angekündigt. Wenn man bedenkt, dass Grafikkarten mit Grafikchips von NVidia seit Wochen Mangelware sind, dürfte der Markt die neuen Produkte - unabhängig von zu erwartenden Leistungsvorteilen - dankbar annehmen. Der erste Hersteller, der Komplettsysteme mit GeForce4-MX-Chips ankündigte, ist übrigens Apple.

GeForce4 Ti 4600 - Angetestet
In einem ersten Benchmark konnten wir zumindest die Leistung einer GeForce4-Ti-4600-Grafikkarte mit der einer Leadtek WinFast GeForce 3 mit 64 MByte und ATIs aktuellem Flaggschiff, einer Radeon 8500 mit 64 MByte, vergleichen. Auf einem Windows-ME-System mit 2-GHz-Pentium-4-Prozessor und 256 MByte RDRAM mussten sich die Kontrahenten im synthetischen 3D-Benchmark "3D Mark 2001" (DirectX 8) und im mittlerweile etwas betagten 3D-Shooter Quake III Arena (OpenGL) beweisen:

  3DMark 2001   GeForce3   Radeon 8500   GF4 Ti 4600
  1024 x 786  6922 3DMark  8232 3DMark  9250 3DMark
  1600 x 1200  4437 3DMark  5222 3DMark  6729 3DMark
  Quake III Arena   GeForce3   Radeon 8500   GF4 Ti 4600
  1024 x 768  154 fps  151 fps  165 fps
  1600 x 1200  86 fps  87 fps  130 fps


Wie man sieht, kann NVidia die ATI Radeon 8500 mit der GeForce4 Ti 4600 wieder überflügeln. Das macht sich jedoch erst in den hohen Auflösungen über 1024 x 768 Bildpunkten bemerkbar - hier scheint die LMA II des GeForce4 Ti der HyperZ-Architektur der Radeon 8500 überlegen zu sein. Allerdings sind die angekündigten GeForce-Ti-4600-Grafikkarten schon auf Grund des Speicherausbaus deutlich teurer - sie kosten zwischen 500,- und 640,- Euro.


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