RegTP: Deutscher Telekommunikationsmarkt wuchs um 15 Prozent

"Das Verkehrsvolumen betrug im Jahr 2001 insgesamt 312 Milliarden Minuten", erklärte Kurth. "Dies entspricht einer Steigerung gegenüber 1997 um 75 Prozent." Besonders sei der Verkehr von den Wählanschlüssen des Festnetzes in das Internet gewachsen. Er mache insgesamt knapp 30 Prozent (29,2 Prozent) des gesamten Verkehrsvolumens aus. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass inzwischen ein erheblicher Teil des Internetverkehrs über DSL-Anschlüsse abgewickelt werde, der nicht unter den oben genannten Wählverbindungen des Festnetzes erfasst sei. Der Anteil des Ortsverkehrs sei mit rund 24 Prozent (24,1 Prozent) fast so groß wie der für Fernverbindungen mit mehr als 22 Prozent (22,5 Prozent). Weiterhin machten sich substitutive Einflüsse des Mobilfunks in einem Rückgang des Orts- und Nahverkehrs (mit 13 Prozent) bemerkbar. Die Verbindungen ins Mobilnetz würden einen Anteil von 4 Prozent ausmachen, die ins Ausland fast 3 Prozent (2,9 Prozent).

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"Seit der vollständigen Liberalisierung des Sprachtelefondienstes am 1. Januar 1998 sind die Preise für Ferngespräche als Folge des einsetzenden Wettbewerbs deutlich gesunken", so Kurth. "Für inländische Ferngespräche an Werktagen je nach Verkehrszeit zahlt der Verbraucher heute bis zu 90 Prozent weniger." Auch bei Auslandsgesprächen habe der Wettbewerb den Verbrauchern große Vorteile gebracht. Auf den zehn wichtigsten Auslandsstrecken seien seit der Liberalisierung Anfang 1998 die Tarife zur Hauptzeit um bis zu 95 Prozent günstiger geworden. Dabei sei eine kontinuierliche Reduzierung der Tarife zu beobachten. Diese seien beispielsweise im Vergleich zum Vorjahr (4. Januar 2001 bis 10. Januar 2002) erneut um bis zu 26 Prozent gesunken.

Ende 2001 seien in den deutschen Mobiltelefonnetzen (D1, D2, E1, E2) 56,3 Millionen Teilnehmer erreicht worden. Das entspräche einer Penetrationsrate von 68,6 Prozent und einem Jahreszuwachs von rund 8 Millionen Teilnehmern. Damit sei wohl der Sättigungsbereich hinsichtlich des Teilnehmerverlaufs im Mobiltelefondienst erreicht worden. Zu den abflachenden Zuwächsen habe vor allem die Revision der Teilnehmerstatistiken der Netzbetreiber beigetragen. Im Jahr 2001 seien sie dazu übergegangen, zwischen aktiven und inaktiven Teilnehmern zu differenzieren. Auch hinsichtlich der Penetrationsrate nähere sich Deutschland an die diesbezüglich führenden Länder in Westeuropa (Italien, Island, Österreich, Norwegen und Schweden) an. Die Netzbetreiber und Service Provider könnten ihr Umsatz- und Verkehrsvolumen im Jahr 2001 wiederum steigern. Die Zuwachsraten seien allerdings geringer als im Vorjahr.

Der von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) vorgestellte Jahresbericht 2001 dokumentiert nach Ansicht des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) auch die erheblichen Defizite der deutschen Regulierungspolitik. VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner: "Wenn vier Jahre nach dem Start in den liberalisierten Telekommunikationsmarkt der Anteil der Wettbewerber an den Ortsanschlüssen immer noch nicht über drei Prozent hinauskommt, so zeigt dies mehr als deutlich die Versäumnisse der Bonner Behörde." In den Ortsnetzen, die für den Kundenzugang die mit Abstand größte Bedeutung haben, sei es bisher nicht gelungen, das Monopol der Deutschen Telekom AG aufzubrechen. Vor allem die Tatsache, dass die Zahl der Neuanschlüsse der Wettbewerber in den letzten Monaten sogar stagniere, wertet Grützner als schwerwiegendes Indiz für die mangelhafte Durchsetzungskraft der Reg TP gegenüber dem Ex-Monopolisten: "Es ist mittlerweile ein Skandal, dass unsere Mitgliedsunternehmen sich immer wieder mit Versprechungen abspeisen lassen müssen. Selbst dort, wo Reg-TP-Präsident Kurth den dringenden Handlungsbedarf erkannt hat, geschieht nichts. Wenn nicht den Worten endlich Taten folgen, wird Kurth das Problem nicht in den Griff bekommen."

Aus Sicht des VATM kann nachhaltiger Wettbewerb aber nur dann entstehen, wenn die privaten Telekommunikationsunternehmen auch und vor allem bei den Ortsanschlüssen endlich eine faire Chance bekommen. "Der Regulierer muss dafür Sorge tragen, dass die Telekom ihre Verträge mit den Wettbewerbern einhält", forderte Jürgen Grützner. "Uns hilft es keinen Schritt weiter, wenn die Regulierungsbehörde immer wieder zurückschaut und Erfolge aus der Vergangenheit feiert. Unsere Mitglieder verlangen, dass die bestehenden Probleme endlich angepackt und gelöst werden. Wenn dies von Anfang an konsequent geschehen wäre, hätten wir heute nämlich nicht nur 63.000, sondern weit über 80.000 neue Arbeitsplätze vorzuweisen."

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