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Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

Über den Aufstieg und Fall der Dot-Com-Firmen

Über den Niedergang der "New Economy" wird derzeit viel geschrieben. Dutzende, wenn nicht Hunderte von Büchern beleuchten jede erdenkliche Seite der großen Krise, die über die einst so vielversprechende und erfolgsverwöhnte "neue Wirtschaft" hereingebrochen ist - offenbar über Nacht, wie einige der Autoren meinen. "Das so zu sehen, ist aber völliger Quatsch", sagt Alan Morrison, ehemaliger Pilot der amerikanischen Air National Guard und jahrzehntelang Berater für große und kleine US-Firmen aus dem Technologie- und Finanzbereich, "wenn da nur irgend jemand wirklich nachgedacht hätte, wäre das alles ganz anders gekommen".

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... the Speed of Stupid
... the Speed of Stupid
Für Morrison, der sich nun zusammen mit dem Technologie-Unternehmer Dan Burke in die lange Liste der US-Wirtschaftsbuchschreiber eingereiht hat, die den Sturz der "Dot-Coms" untersuchen, beginnt der Abstieg bereits deutlich vor dem April 2000, als die New Yorker Technologiebörse Nasdaq merklich im Segment der Internet- und IT-Werte nachgab und so den Anfang vom Ende vieler Dot-Com-Firmen einleitete. Viele Web-Unternehmer, so Morrison deutlich, seien trotz ihrer vermeintlichen Cleverness "in ihren Handlungen schlicht und ergreifend dumm" gewesen. Sie hätten einfachste betriebswirtschaftliche Grundlagen vergessen, wechselseitig nur den Technokraten oder nur den Marketingleuten zugehört und "häufig genug völlig ignoriert, was der Markt von ihnen wollte".

Entrepreneur Dan Burke gibt sich gar noch eine Spur pessimistischer: "Es war ja nicht nur die Dot-Com-Industrie. Diese Leute haben das Problem bloß ganz massiv in den Fokus gerückt. Große Teile der US-Wirtschaft leiden seit Jahren an einer immensen Blindheit, wenn es darum geht, was Technologie kann und was nicht." Sie seien, so Burke, bei ihren Recherchen "beeindruckt gewesen, welche falschen Vorstellungen die Leute entwickeln konnten". Technologie verkompliziere offenbar das Leben von Managern ungemein: "Die meisten Projekte scheitern nicht in den Händen einzelner Mitarbeiter, sondern an der Führungsschicht - bereits dann, wenn die Idee dazu entwickelt wird."

Das Buch, das Morrison und sein Co-Autor Burke in Amerika kürzlich vorstellten, heißt denn auch folgerichtig "Business @ The Speed Of Stupid" (Perseus Publishing, Cambridge) - Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit. "Die Idee zu diesem Titel kam allerdings von unserem Verlag", so Burke schmunzelnd im Gespräch mit Golem.de, "die wollten das wohl in Anlehnung an Bill Gates so betiteln". Dessen Werk mit dem ähnlich klingenden Namen "Business @ The Speed of Thought" ("Geschäfte in der Geschwindigkeit der Gedanken") gilt als klassische Literatur im Sinne des New-Economy-Hypes. Burke und Morrison wollten mit ihrem Buch stattdessen "ursprünglich den Crash vorhersagen", als sie das Projekt bereits vor über zwei Jahren anfingen: "Der hat uns ja dann eingeholt."

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henrietta bluma 01. Feb 2002

Schneeballsystem ist gut! Aber genauso funktioniert das. Erstmal muss man die...

Karl-Erich Weber 01. Feb 2002

Felix es ist noch einfacher, da diese Meldungen wie ein Schneeballsystem von Agenturen in...

felix 01. Feb 2002

Wenn das so einfach ist, dann mach ich morgen ein solches Unternehmen auf :) Aber mal im...

Andi 01. Feb 2002

Auuuuaaahh... das meinst Du jetzt nicht ernst, oder? Hilfehilfehilfe, wo sind wir in...

Heinz 01. Feb 2002

Interessant ist ja schon, dass angeblich hochkarätige Leute (waren ja alles zumindest...


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