Abo
  • Services:

Keine Gefängnisstrafe für verteiltes Rechnen

Ex-System-Administrator McOwen muss Uni 2100 US-Dollar Entschädigung zahlen

Als David McOwen, damals System-Administrator des DeKalb Technical College, 1998 auf den Schulrechnern einen Distributed-Computing-Client von distributed.net installierte, ahnte er noch nicht, dass ihn die Schulleitung Anfang 2002 dafür verklagen und 400.000 US-Dollar Schadensersatz fordern würde. McOwen hat nun ein Angebot des Staats Georgia angenommen - eine Gefängnisstrafe bleibt ihm damit ebenso erspart wie eine exorbitant hohe Schadensersatzsumme.

Artikel veröffentlicht am ,

Anstelle der Schadensersatzsumme von 400.000 US-Dollar, welche die Anklage aus der "unautorisierten, kriminellen" Nutzung der Schulcomputer mit einem Wert von 59 US-Cent/Sekunde errechnete, muss McOwen nun eine Entschädigung von 2100 US-Dollar an die Schule entrichten. Außerdem muss er 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, die nichts mit Computern zu tun haben dürfen. Obwohl er mindestens ein Jahr auf Bewährung ist, wird er nicht als vorbestraft geführt.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Raum Mannheim, deutschlandweit
  2. ASK Chemicals GmbH, Hilden

"Im Grunde hätte David niemals strafrechtlich verfolgt werden dürfen, aber wir sind froh, dass der Staat sich entschlossen hat, dies zu beenden", erklärte Senior Staff Attorney Lee Tien von der US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF). "Dies ist ein sehr gutes Ergebnis für David. Er hätte sehr wahrscheinlich gewonnen, wenn der Prozess vor Gericht gegangen wäre, aber Gerichtsverfahren kosten Geld und man weiß nie was passieren wird."

Laut Tien drehte sich der Prozess hauptsächlich darum, ob die Installation des Distributed.net-Client rechtmäßig war oder nicht. Laut dem Georgia "Computer Tresspass Statute" mache man sich nur strafbar, wenn die Person einen Computer oder ein Netzwerk in dem Wissen verwendet, dass die Nutzung unerlaubt ist. "Soweit ich es sagen kann, hätte der Staat es schwer gehabt, ohne Zweifel behaupten zu können, dass David wusste, dass er nicht autorisiert war, die Software zu installieren", so Tien. "Ich kann mir nicht helfen, aber ich fühle, dass der Staat mit dieser Vereinbarung sein Gesicht wahren wollte."

Da Distributed Computing bzw. "verteiltes Rechnen" mittlerweile ein wichtiges wissenschaftliches Werkzeug geworden ist, welches die ungenutzte Rechenleistung von zahlreichen vernetzten Computern nutzt und damit Großrechnerleistung erreicht, dürfte der Fall McOwen nicht der letzte dieser Art sein.

Für McOwen hat der Fall laut EFF berufliche Folgen gehabt, denn er hätte damals auf Grund der Drohungen der Schule seine Stelle aufgegeben und wäre im August 2001 auf Grund der schlechten Publicity um den Fall von Cingular Wireless entlassen worden. Unterstützung fand McOwen durch die EFF, aber auch durch FreeMcOwen.com und MachineThoughts.com. Letztere sammelten Geld für die Verteidigung.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 23,99€
  2. 349,00€ (inkl. Call of Duty: Black Ops 4 & Fortnite Counterattack Set)

Yves 17. Aug 2003

und wo ? gruß Yves

Frank 15. Nov 2002

Jetzt gibt es sogar professionelles DC, mit dem man Geld verdienen kann...! Gruß Frank

Moep 30. Jul 2002

Es geht hier wohl mehr um das Prinzip, ohne Wissen der Verantwortlichen Software...

Uwe 11. Feb 2002

Der Fall bleibt mir im logischen Sinne auch verschlossen. Die einzige Erklärung dazu wäre...

Wile E. Coyote 24. Jan 2002

Schaden ? Der Client verwendet UNGENUTZTE Rechenzeit....


Folgen Sie uns
       


Touch-Projektoren von Bosch angesehen (CES 2019)

Die Projektoren von Bosch erlauben es, das projizierte Bild als Touch-Oberfläche zu verwenden. Das ergibt einige interessante Anwendungsmöglichkeiten.

Touch-Projektoren von Bosch angesehen (CES 2019) Video aufrufen
Asana-Gründer im Gespräch: Die Konkurrenz wird es schwer haben, zu uns aufzuschließen
Asana-Gründer im Gespräch
"Die Konkurrenz wird es schwer haben, zu uns aufzuschließen"

Asana ist aktuell recht erfolgreich im Bereich Business-Software - zahlreiche große Unternehmen arbeiten mit der Organisationssuite. Für Mitgründer Justin Rosenstein geht es aber nicht nur ums Geld, sondern auch um die Unternehmenskultur - nicht nur bei Asana selbst.
Ein Interview von Tobias Költzsch


    Begriffe, Architekturen, Produkte: Große Datenmengen in Echtzeit analysieren
    Begriffe, Architekturen, Produkte
    Große Datenmengen in Echtzeit analysieren

    Wer sich auch nur oberflächlich mit Big-Data und Echtzeit-Analyse beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe und Lösungen, die sich nicht sofort erschließen. Warum brauche ich eine Nachrichten-Queue und was unterscheidet Apache Hadoop von Kafka? Welche Rolle spielt das in einer Kappa-Architektur?
    Von George Anadiotis


      Android-Smartphone: 10 Jahre in die Vergangenheit in 5 Tagen
      Android-Smartphone
      10 Jahre in die Vergangenheit in 5 Tagen

      Android ist erst zehn Jahre alt, doch die ersten Geräte damit sind schon Technikgeschichte. Wir haben uns mit einem Nexus One in die Zeit zurückversetzt, als Mobiltelefone noch Handys hießen und Nachrichten noch Bällchen zum Leuchten brachten.
      Ein Erfahrungsbericht von Martin Wolf

      1. Sicherheitspatches Android lässt sich per PNG-Datei übernehmen
      2. Google Auf dem Weg zu reinen 64-Bit-Android-Apps
      3. Sicherheitslücke Mit Skype Android-PIN umgehen

        •  /