Abo
  • Services:

Bayrischer Rechnungshof empfiehlt Open-Source-Software

Verwaltung kann durch Open-Source-Software Kosten sparen

In seinem Jahresbericht 2001 spricht sich der Bayrische Oberste Rechnungshof (ORH) für den Einsatz von Open-Source-Software in der Verwaltung aus. In einem eigenen Kapitel "Einsatz von Open Source" kritisiert der ORH die starke Abhängigkeit der staatlichen IT von einem einzelnen Hersteller - Microsoft - und zeigt Möglichkeiten für den Einsatz von Open-Source-Software auf.

Artikel veröffentlicht am ,

Stein des Anstoßes ist die durch Microsofts neues Lizenzmodell veranlasste Aktualisierung der Software bis Juli 2002, für die nach überschlägigen Rechnungen des ORH bis zu 35 Millionen DM gezahlt werden müssen. Einer der Gründe sind die aus dem Jahr 1998 stammenden Vorgaben des Bayrischen Behördennetzes, die im Client-Bereich ausschließlich auf Microsoft-Produkte ausgerichtet sind. Allerdings gebe es hier erste Bestrebungen, Open-Source-Software (OSS) zumindest auch für die Dokumentenerstellung zuzulassen.

Stellenmarkt
  1. ifm prover gmbh, Tettnang
  2. Diamant Software GmbH & Co. KG, Bielefeld

Da in der Regel mit einem Versionswechsel der Software auch ein Wechsel der Dateiformate erfolge, sei die Verwaltung gezwungen, praktisch immer komplett auf die neuesten Softwareversionen umzustellen, damit ein reibungsloser Dateiaustausch gewährleistet ist. Neben den Lizenzkosten, für die der ORH bei 70.000 IT-Arbeitsplätzen 35 Millionen DM veranschlagt, kommen noch Kosten für eine dann notwendige Aufrüstung hinzu. So nennt der ORH die Aufstockung des Arbeitsspeichers, Software-Installation und Inbetriebnahme sowie Kosten für eine Schulung der Mitarbeiter und Arbeitsunterbrechungen auf Grund von neuen Funktionen, was zusammen zusätzliche 144,1 Millionen DM Kosten verursacht.

Open-Source-Software sei hierbei eine ernsthafte Alternative. Während man im Serverbereich bereits umfangreiche positive Erfahrungen z.B. mit Linux gemacht hat, stünden heute auch im Client-Bereich entsprechende Softwarepakete zur Verfügung. Hierzu sei allerdings eine Abkehr von Microsofts proprietärem .doc-Format hin zu offenen, produktunabhängigen Formaten wie .rtf nötig, den z.B. der Landesbeauftragte für den Datenschutz schon aus Sicherheitsgründen empfiehlt.

In OSS-Projekten der Bayrischen Vermessungsverwaltung sowie des Bayrischen Landeskriminalamtes habe man bereits Lizenzkosten in Höhe von 4,0 Millionen DM bzw. 1,2 Millionen DM einsparen können. Alles in allem gibt z.B. die Bayrische Vermessungsverwaltung an, durch den Einsatz von OSS seit 1994 18 Millionen DM eingespart zu haben. Die stattliche Hochbauverwaltung konnte durch den Einsatz von OSS die Lebensdauer ihrer Hardware erhöhen und so seit 1999 rund 1,9 Millionen DM einsparen.

So kommt der ORH letztendlich zu dem Schluss, dass der Einsatz von Open-Source-Software eine geeignete Alternative darstellt und im Serverbereich vorangetrieben werden sollte. Im Clientbereich sollte der Einsatz in Pilotprojekten untersucht und vorbereitet werden. Eine Aktualisierung der Microsoftprodukte zum Juli 2002 sei somit nicht nötig.

Zwar stehe auch die Verwaltung dem Einsatz von OSS positiv gegenüber, sieht aber die damit verbundenen Kosteneinsparungen noch nicht belegt, so der ORH. Der Koordinierungsausschuss Datenverarbeitung hat am 25. September 2001 den entsprechenden Bericht des ORH beraten und beschlossen, den Einsatz von OSS-Produkten, insbesondere Linux, im Server-Bereich zu empfehlen. Zudem solle bei zukünftigen Projekten darauf geachtet werden, plattformunabhängige Lösungen zu entwickeln und die Tauglichkeit von OSS im Clientbereich in Pilotprojekten zu untersuchen. Auch seien Softwareanbieter aufzufordern, offene Protokolle und Formate zu unterstützen.

Der ORH drängt dennoch darauf, dem Thema OSS noch mehr Beachtung zu schenken und dessen Einsatz nicht auf den Server-Bereich zu beschränken, um die Abhängigkeit von der Produktpolitik Microsofts und die damit verbundenen Risiken zu begrenzen. Dies gelte auch für den Schulbereich.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. bei Alternate bestellen
  2. mit Gutschein: HARDWARE50 (nur für Neukunden, Warenwert 104 - 1.000 Euro)

Christian Klein 24. Jan 2002

Liebe Leute, es geht hier nicht um irgendwelche RTF Formate, sondern die klare Empfehlung...

Ulrich Kluge 23. Jan 2002

Nette Diskussion ob M$ oder OSS, aber... hat eigentlich mal jemand daran gedacht, wer...

Sebastian Benner 23. Jan 2002

Ja, siehe https://forum.golem.de/phorum/read.php?f=40&i=635&t=623 Mal ein Beispiel aus...

Sebastian Benner 23. Jan 2002

Nun, wenn ein OpenSource-Produkt schon 100.000 Zeilen Code und mehr erreicht hat, dann...

Heinz 23. Jan 2002

Tja, die Verwaltung als Vorreiter einer IT-Revolution! Fließt jetzt Wasser bergauf? Wenn...


Folgen Sie uns
       


Pocophone F1 - Test

Das Pocophone F1 gehört zu den günstigsten Topsmartphones auf dem Markt - nur 330 Euro müssen Käufer für das Gerät bezahlen. Dafür bekommen sie eine Dualkamera und einen Snapdragon 845. Wer mit ein paar Kompromissen leben kann, macht mit dem Smartphone nichts falsch.

Pocophone F1 - Test Video aufrufen
Pixel 3 XL im Test: Algorithmen können nicht alles
Pixel 3 XL im Test
Algorithmen können nicht alles

Google setzt beim Pixel 3 XL alles auf die Kamera, die dank neuer Algorithmen nicht nur automatisch blinzlerfreie Bilder ermitteln, sondern auch einen besonders scharfen Digitalzoom haben soll. Im Test haben wir allerdings festgestellt, dass auch die beste Software keine Dual- oder Dreifachkamera ersetzen kann.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Dragonfly Google schweigt zu China-Plänen
  2. Nach Milliardenstrafe Google will Android-Verträge offenbar anpassen
  3. Google Android Studio 3.2 unterstützt Android 9 und App Bundles

Life is Strange 2 im Test: Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller
Life is Strange 2 im Test
Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller

Keine heile Teenagerwelt mit Partys und Liebeskummer: Allein in den USA der Trump-Ära müssen zwei Brüder mit mexikanischen Wurzeln in Life is Strange 2 nach einem mysteriösen Unfall überleben. Das Adventure ist bewegend und spannend - trotz eines grundsätzlichen Problems.
Von Peter Steinlechner

  1. Adventure Leisure Suit Larry landet im 21. Jahrhundert

Probefahrt mit Tesla Model 3: Wie auf Schienen übers Golden Gate
Probefahrt mit Tesla Model 3
Wie auf Schienen übers Golden Gate

Die Produktion des Tesla Model 3 für den europäischen Markt wird gerade vorbereitet. Golem.de hat einen Tag in und um San Francisco getestet, was Käufer von dem Elektroauto erwarten können.
Ein Erfahrungsbericht von Friedhelm Greis

  1. 1.000 Autos pro Tag Tesla baut das hunderttausendste Model 3
  2. Goodwood Festival of Speed Tesla bringt Model 3 erstmals offiziell nach Europa
  3. Elektroauto Produktionsziel des Tesla Model 3 erreicht

    •  /