Neue Runde in der Diskussion um Linux im Bundestag

Die Frage der Gewährleistung bei freier Software, die Gallist in Frage stellt, ist für Riek kein Problem. Vielmehr verweist er auf die Problematik, die sich in dieser Richtung durch kommerzielle Software ergebe und zitiert aus dem Microsoft "End User License Agreement" (EULA). Dort, so Riek, heißt es unter "AUSSCHLUSS DER GEWÄHRLEISTUNG" unter anderem: "...im größtmöglichen durch das anwendbare Recht gestatteten Umfang stellen Microsoft und deren Lieferanten das Produkt und gegebenenfalls Supportleistungen WIE BESEHEN UND OHNE GARANTIE AUF FEHLERFREIHEIT zur Verfügung. ..." Es werde auf eine gesondert beschriebene "beschränkte Garantie" verwiesen und die Haftung auf Nachbesserung oder den Betrag von 5,- US-Dollar beschränkt. "In der erwähnten 'beschränkten Garantie' garantiert Microsoft für sage und schreibe 90 Tage, dass die Software 'im Wesentlichen gemäß den beiliegenden gedruckten Materialen arbeitet'."

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Entscheidend für die Gewährleistung sei im professionellen IT-Einsatz aber vor allem ein Support-Vertrag und hier gebe es ein flächendeckendes Angebot von mehr als 100 Unternehmen in Deutschland, die Dienstleistungen und Support rund um das freie Betriebssystem anbieten. Darunter finden sich neben den Distributoren wie Red Hat und SuSE auch Unternehmen wie IBM, HP, Compaq oder SGI. Im konkreten Fall stehe eine Angebot von IBM zur Diskussion.

Die von Gallist ins Feld geführten möglichen negativen wirtschaftlichen Folgen, sollte sich der Deutsche Bundestag nicht für Microsoft-Software entscheiden, hält Riek ebenfalls nicht für hinreichend. "Vielleicht teilen Sie uns mit, in welchem Umfang Microsoft Windows und Office in Deutschland entwickelt werden? Wie ist das Verhältnis von geschaffenen Arbeitsplätzen zu Umsatz bei Microsoft in Deutschland? Wie viel Prozent des Umsatzes werden hier als Gewinn versteuert? Mein Verdacht ist, dass Sie weitaus weniger glanzvoll dastehen, wenn Sie sich nicht hinter der 'deutschen Software-Industrie' verstecken können. - Immerhin hat Microsoft laut VSI-Webseite in Deutschland lediglich 570 Mitarbeiter. Die deutsche Software-Industrie jedenfalls stellt außer ihrem durchaus nennenswerten Beitrag zu GNU/Linux meines Wissens kein Betriebssystem her, das im Bundestag zur Debatte stände."

Gallists Forderung, die Bundesregierung und die Bundestagsverwaltung nicht als Marketinginstrument zu missbrauchen, schließt sich Riek vorbehaltlos an, aber nicht ohne einen Seitenhieb in Richtung Microsoft anzubringen: "Doch bitte ich Sie, diesen Vorsatz auch an die PR-Agentur Hunzinger weiterzugeben, die ja gerade im Auftrag von Microsoft bemüht ist, die Gremienmitglieder im Deutschen Bundestag für eine Entscheidung zu Gunsten von Microsoft-Produkten zu gewinnen. Ergänzend möchte ich erwähnen, dass es sicher gut wäre, wenn auch Branchenverbände nicht für die Marketinginteressen eines einzelnen Mitgliedsunternehmens missbraucht würden."

Bereits im Zusammenhang mit den Äußerungen von Rudolf Gallist hatte sich im Golem.de-Forum eine recht interessante Diskussion entwickelt. Einen Einstieg bietet unter anderem ein Beitrag von Heiko Legen zum Thema: Re: Softwareverband stellt freie Software in Frage.

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gsus 21. Feb 2002

Wäre auch an einer deutlicheren Argumentation interessiert Herr Schmitt! Aber was...

Rainer Lindenmaier 04. Feb 2002

hi, die ganze Aufregung zu diesem Thema verstehe ich nicht. Es könnte doch vielleicht so...

Barney 15. Jan 2002

Sicher das wir über den gleichen Fehler sprechen, der zu 2.4.11-dontuse geführt hat...

Doc 15. Jan 2002

Der 2.4.15 hat den Fehler auch noch gehabt. Das sollte zumindest den Unfehlbarkeits...

Doc 15. Jan 2002

Tja Rolf, das schnallen die Linux-Fans eben nicht: Am lauen "Erfolg" von Linux ist nicht...


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