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E-Learning in Unternehmen funktioniert nur bedingt

Frühzeitiges Einbinden der Lerner unerlässlich. Erfolgreiche E-Learning-Angebote in Unternehmen erfordern eine ausreichende Infrastruktur, eine Weiterbildungskultur sowie den kontinuierlichen Austausch mit den Lernenden und damit die Anpassung der Inhalte. Zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer einer gemeinsamen Tagung des Deutschen Multimedia Verbandes (dmmv) und des DGB-Bildungswerkes im Dezember in Düsseldorf. E-Learning-Angebote müssten sich in Zukunft stärker an den Bedürfnissen der Mitarbeiter im Unternehmen orientieren.
/ Andreas Donath
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Rund 40 Prozent der deutschen Großunternehmen setzen laut einer Studie von MMB/Psephos bereits E-Learning-Programme ein. Doch vielfach stoßen sie bei Mitarbeitern auf Ablehnung. Der Grund hierfür ist, dass viele Programme nicht ihren Lernbedürfnissen entsprechen oder sich nicht in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Allgemeiner Konsens der Tagung "E-Learning im betrieblichen Alltag" daher auch: Mitarbeiter müssen in Zukunft intensiver und frühzeitiger in den Gestaltungsprozess einbezogen werden. "Nur durch diesen konstruktiven Dialog können wir die Qualität von E-Learning-Angeboten garantieren und zielgruppenadäquat produzieren" , so Dr. Lutz Görtz, Dmmv-Referent für Aus-und Weiterbildung.

E-Learning für sich genommen sei kein Allheilmittel - der Bildungsbedarf müsse differenziert ermittelt und anhand von Erfolgsmechanismen ständig überprüft und weiterentwickelt werden, so der Verband. Und selbst das beste E-Learning-Angebot nutzt nicht, wenn die Infrastruktur nicht stimmt. Auch hier müssen die richtigen Rahmenbedingungen in den Unternehmen geschaffen werden.

Dazu gehöre nicht nur die richtige Hardwareausstattung, sondern vielmehr auch eine Weiterbildungskultur, die im Unternehmen gefördert werden muss. Die Frage, ob man eher zur Feierabendfortbildung oder zu fest in den Arbeitsablauf integrierte Lernangebote neigt und die Mitarbeiter zum Lernen überhaupt motiviert, stand im Mittelpunkt der Gespräche.

Einige der Arbeitnehmer äußern durchaus den Wunsch, von zu Hause aus zu lernen, einige finden im familiären Umfeld jedoch nicht die Ruhe. Hier bietet gerade "Web Based Training" die Vorteile von Zeit- und Ortsunabhängigkeit. Doch nicht zu unterschätzen ist der gezielte Aufbau von Medienkompetenz bei einigen Mitarbeitern, bevor E-Learning flächendeckend zum Einsatz kommen kann. Arbeitgeber, die sich bereits mit dem Thema E-Learning auseinandersetzen, können aufatmen: E-Learning wird nur von wenigen Arbeitnehmern als Instrument gesehen, um Mitarbeiter beim Lernen zu kontrollieren.

Die gemeinsame Tagung des dmmv und des DGB-Bildungswerkes gab insgesamt einen konstruktiven und positiven Ausblick in die Welt des E-Learnings. Kommen in der Regel nur die Personalentscheider oder Abteilungsleiter mit der Erarbeitung eines Lernprogramms in Berührung, so stand in diesem Fall der direkte Austausch zwischen den Nutzern von Lernprogrammen im Unternehmen und E-Learning-"Machern" im Vordergrund. Der Dialog zwischen Arbeitnehmern und E-Learning-Produzenten wird beim Workshop 7 auf der "Learntec" am 6.2.2002 in Karlsruhe fortgesetzt. Dort werden die Ergebnisse der Tagung vorgestellt und diskutiert.


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