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Personalentwicklung in der New Economy

EMISA-Workshop am Institut Arbeit und Technik

Wie die New-Economy-Unternehmen mit Organisations- und Personalentwicklung, Mitarbeiterbindung, Beteiligung und Qualifizierung Fehler der Vergangenheit künftig vermeiden könnten, diskutierten jetzt Vertreter aus Wissenschaft und Praxis auf einem Workshop am Institut Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen. Organisiert wurde die Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Soziotechnische Systeme der New Economy" der GI-Fachgruppe EMISA und des IAT.

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Viele Unternehmen der New Economy sind sich nicht im Klaren darüber, dass ihr Erfolg entscheidend von ihren Mitarbeitern abhängt. Das Humankapital - das Know-how und die Kreativität der Beschäftigten - ist in der IT-Branche der wichtigste Produktionsfaktor. Vor allem die jungen, schnell gewachsenen Unternehmen der New Economy haben lange Zeit auf quantitatives anstelle von qualitativem Personalwachstum gesetzt - und bezahlten dafür mit hoher Fluktuation, Abwanderung von Mitarbeitern und Abfluss von neuerworbenem Wissen aus dem Unternehmen.

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  1. Deloitte, Düsseldorf, München
  2. Bosch Gruppe, Abstatt

Für viele Start-ups der Informationstechnik-Branche begannen die Schwierigkeiten mit der Expansion, stellte die IAT-Arbeitsmarktforscherin Dorothea Voss-Dahm fest. Die Umstellung vom Kleinunternehmen mit informellen Strukturen und kurzen Kommunikationswegen auf die formaleren Strukturen und Hierarchiestufen in einem mittelständischen Betrieb fiel oft schwer. "Die Herausforderung für die IT-Branche besteht darin, der Innovationsfähigkeit in Bezug auf die Produkte eine ebenso hohe Innovationsdynamik wie in Bezug auf die nachhaltige Organisation von Arbeit folgen zu lassen".

Eine Strategie, wie technologie- und wachstumsorientierte Unternehmen Mitarbeiter vom Wechsel zu anderen Betrieben erfolgreich abhalten können, stellte Gerhard Maier von der Unternehmensberatung Peopledynamix (Köln) dar: Die Mitarbeiterbindung sollte konsequent gestaltet werden und vier zentrale Bereiche umfassen - vom motivierenden Inhalt der Tätigkeit über passende Laufbahn- und Karriereperspektiven, gute Arbeitsatmosphäre bis hin zur Abstimmung von Privat- und Berufsleben durch flexible Arbeitszeiten und partner- bzw. familienfreundliche Angebote.

Auch die Deutsche Telekom (Bonn) sieht in der Personalentwicklung eine Kernaufgabe zur Zukunftssicherung. "Der Veränderungsprozess vom Monopolisten zum wettbewerbsorientierten Unternehmen erfordert auch ein Umdenken aller Mitarbeiter", so Dr. Winfried Kohne.

Vielen kleinen und mittleren Unternehmen könnten beim Start in die New Economy die vier neuen IT-Ausbildungsberufe helfen, riet Marion Wittstock vom Institut für Multimediale und Interaktive Systeme, Medizinische Universität zu Lübeck. Diese KMU, die für ihr Kerngeschäft künftig auch das Internet nutzen wollen, setzen in ihrem Betrieb meist schon IuK-Technologie ein, es fehlt aber eine durchgängige Informationsverarbeitung, die Technik wird nur zum Teil genutzt. Hier kann die betriebseigene Ausbildung eines IT-Fachmanns bzw. einer IT-Fachfrau mittelfristig Abhilfe schaffen und positive organisatorische und wirtschaftliche Effekte bringen.

"Wie Beschäftigte zu Produktentwicklern werden" stellte Katharina Just-Hahn von der Technologieberatungsstelle beim DGB Landesbezirk NRW, Regionalstelle Rheinland, dar. Ein wesentliches Element der Personalentwicklung in E-Business und E-Commerce sieht sie in der Beteiligung von Beschäftigten an der Entwicklung der betrieblichen E-Business-Strategie, z.B. bei der Palette der angebotenen Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens. "Das ist eine Chance für eine zukunftsorientierte Aufgaben- und Arbeitsplatzgestaltung".

Die Vor- und Nachteile von betrieblichem und überbetrieblichem E-Learning stellte Joachim Hasebrook von der efiport AG (Frankfurt/Main) vor. Für positive Lerneffekte ist wichtig, dass Multimedia-Programme an die individuellen Fähigkeiten und Erfahrungen der Lernenden angepasst werden. Damit selbstgesteuertes und eigenverantwortliches Lernen überhaupt erst möglich wird, benötigen die Beschäftigten nicht nur Lern- und Arbeitstechniken, sondern auch Sozial- und Medienkompetenz, so Steffi Engert von der Sokom, Köln.

Die Beiträge der Workshopreihe "Soziotechnische Systeme der New Economy" werden 2002 in einem vom Institut Arbeit und Technik herausgegebenen Werk veröffentlicht.



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