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Studie: Keine Killerapplikationen für UMTS vorhanden

Entwicklung und zukünftige Bedeutung mobiler Multimediadienste

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat Studie über die Entwicklung und zukünftige Bedeutung mobiler Multimediadienste in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun vorliegen: Die eine "Killer-Applikation", mit der die teuren UMTS-Lizenzen in Rekordzeit wieder einspielt werden könnten, werde es nicht geben; dafür werde jedoch der Mobilfunk unentbehrlicher Bestandteil der elektronischen Gesellschaft.

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In der Studie werden konkrete Nutzungsmöglichkeiten und -szenarien mobiler Multimediadienste, etwa für Finanzdienstleistungen, Shopping, Unterhaltung, Information, Gesundheit und Wellness, Arbeit und Sicherheitsdienstleistungen untersucht. Mit einer Online-Befragung, an der sich rund 600 kleine und mittelständische Anbieter von Multimediadiensten beteiligten, wurden die Nutzungsbereitschaft für mögliche neue Angebote, das Interesse, sich selbst in der Entwicklung solcher Angebote zu engagieren und die Einschätzung der zukünftigen Marktentwicklung erhoben.

Demnach würden vor allem für mobile Multimediadienste in den Bereichen Information, ortsbezogene Dienstleistungen, Entertainment und Finanzen/Einkaufen günstige Marktchancen vorhergesagt. Auffallend sei dagegen, dass Videokommunikation - von Herstellern und Netzbetreibern derzeit groß herausgestellt - in der Bewertung an hinterer Stelle rangiere.

Der erfolgreiche Zuschnitt von Diensten auf die persönlichen Anforderungen des Nutzers ist von zentraler Bedeutung für die Verbreitung und Akzeptanz mobiler Multimediadienste. Eine Schlüsselrolle nehmen hierbei sogenannte Location Based Services (ortsbezogene Dienstleistungen) ein, mit denen ein auf den Standort des Kunden abgestimmtes Informations- und Kommunikationsangebot bereitgestellt werden kann. Personalisierungs- und Bezahlfunktionen erweitern und ergänzen dieses Spektrum und ermöglichen so nicht nur ortsbezogene, sondern auch situationsbezogene Dienstleistungen.

Es gebe aber jedoch auch etliche Hürden, welche die Verbreitung und Nutzung des mobilen Internet verzögern könnten. So müssten - hier erzählt die Studie nichts neues - Interessen und Ängste der Nutzer in Fragen des Datenschutzes, der Datensicherheit und der Gesundheit, beispielsweise beim Thema Elektrosmog, bei der Gestaltung der Mobilfunktechnologien gezielt berücksichtigt werden. Auch müsste aus früheren Fehlern bei der Markteinführung neuer Telekommunikationsdienste gelernt werden: Oft führten verfrühte oder überhöhte Versprechungen der Hersteller zu enttäuschten Erwartungen bei den Kunden.

Ob und wann sich mobile Multimediadienste durchsetzen werden, hängt der Studie zufolge wesentlich von drei Faktoren ab:

  1. Wann stehen entsprechende Technologien zur Verfügung?
  2. Wie nutzungsfreundlich sind sie gestaltet?
  3. Werden aus Kundensicht sinnvolle Angebote unterbreitet, die einen echten Mehrwert bieten?
Insgesamt werd es darauf ankommen, dass nicht einfach die konventionellen E-Commerce-Anwendungen des heutigen Internets "auf das Handy" gebracht, sondern die neuen Möglichkeiten der dritten Mobilfunkgeneration genutzt würden.

Die Studie wurde vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) aus Berlin in Kooperation mit dem Sekretariat für Zukunftsforschung (SFZ) und dem Institut Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen erstellt. Der Abschlussbericht des Projekts "Entwicklung und zukünftige Bedeutung mobiler Multimediadienste" steht unter der Webadresse www.izt.de/mmd/ als knapp 1,5 MByte große PDF-Datei zum kostenlosen Download zur Verfügung, kann jedoch auch als "IZT WerkstattBericht Nr. 49" beim IZT unter der Faxnummer +49 (0)30 803088-88 oder im Buchhandel (ISBN 3-929173-49-2) für 90,- Euro bestellt werden.


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