FSF: Freie Software sichert Unabhängigkeit der Politik
Greve gibt Küster recht, der eine weniger emotionale und ideologische Diskussion forderte, warnt aber auch vor einer Verkürzung der Debatte auf die Frage "Windows oder GNU/Linux". Vielmehr dürfe die politische Dimension der grundsätzlichen Fragen der Informationssicherheit und auch die wettbewerbspolitischen Aspekte nicht zu kurz kommen.
"Durch ihre Omnipräsenz entscheidet der Zugang zur Software in wachsendem Maße über unsere Fähigkeit, am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzunehmen, Wissen auszutauschen, zu kommunizieren. Sie determiniert unsere berufliche Zukunft und gibt vor, in welchem Rahmen wir das in der Europäischen Grundrechte Charta verankerte Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit wahrnehmen können" , so Greve.
Freie Software gewährt Greve zufolge die Freiheiten, die in unserer Zeit essenziell sind: "Die durch ihre Omnipräsenz vom Wirtschafts- zum Kulturgut gewordene Software sichert als freie Software nicht nur die Grundrechte aller Bürger, sondern auch die Markt-, Wahl- und Wettbewerbsfreiheit."
Im Gegensatz zu proprietärer Software, deren System auf die Erzeugung von Monopolen angelegt ist, biete freie Software die Freiheiten, Software unbegrenzt auch nach Vertragsende zu verwenden und den Anbieter frei zu wählen. Damit biete freie Software zudem Wettbewerbsfreiheit, da mehrere Anbieter miteinander konkurrieren könnten. Bei proprietärer Software hingegen sei dies nur scheinbar der Fall, da alle Anbieter selber vollständig vom Hersteller ihrer Software abhängig seien.
"Aus diesen Überlegungen folgt, dass freie Software Kommunikations-, Wettbewerbs- und Monopolfreiheit gewährt. Darüber hinaus sichert freie Software die Unabhängigkeit der Politik. Da das Postulat einer unabhängigen Regierung notwendige Bedingung unseres politischen Systems ist, sollte also in allen funktionskritischen Bereichen ausschließlich freie Software eingesetzt werden" , erklärt Greve.
Dabei stellt er heraus, dass es neben GNU/Linux weitere freie Systeme gibt, die in Betracht zu ziehen seien, darunter GNU/Hurd sowie die aus der "Berkeley Source Distribution" (BSD) entstandenen Systeme FreeBSD, NetBSD und OpenBSD.



