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Virtuelles Unternehmen zur Fertigung von Mikrosystemen

Startschuss für die Mikro-Fabrik der Zukunft

Ein Verbundprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 4 Millionen DM gefördert wird, bündelt die Fähigkeiten von elf Unternehmen in dem virtuellen Unternehmen MikroWebFab. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen verfügen meist nicht über ausreichende Ressourcen, um alle Fertigungsschritte für komplexe Mikrosysteme im eigenen Haus zu bewältigen. Mikrotechnik umfasst die Miniaturisierung und Integration von Mechanik, Fluidtechnik, Optik, Akustik, Chemie und Biotechnik.

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Die meisten Unternehmen sind Spezialisten für wenige Prozesse der Mikrotechnik, beispielsweise für Spritzguss, Beschichtung oder Mikroelektronik. Wegen dieser Spezialisierung entgehen den Unternehmen viele Aufträge für Mikrosysteme, die über ihre Kernkompetenz hinausgehende Fähigkeiten erfordern. Die benötigte zusätzliche Kompetenz ist aber oft bei anderen Unternehmen vorhanden. Koordiniert wird die Zusammenarbeit vom Forschungszentrum Karlsruhe.

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Ziel von MikroWebFab ist der Aufbau eines Kompetenznetzwerkes, in dem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ihr spezifisches Know-how und einen Teil ihrer Produktionskapazität zur Verfügung stellen. Damit wollen sie gemeinsam in einem Markt Fuß fassen, der ihnen bislang auf Grund seiner Anforderungen vor allem an komplizierte Fertigungstechnologien und interdisziplinäres Know-how verschlossen war.

"Das gemeinsame virtuelle Unternehmen ist dann in der Lage, seinen Kunden eine komplette Betreuung für Entwicklung, Fertigung und Servicedienstleistungen anzubieten", erläuterte der Projektkoordinator Dr. Ulrich Gengenbach vom Institut für Angewandte Informatik des Forschungszentrums Karlsruhe. "Wo die Schnittstellen zwischen den einzelnen Verbundpartnern liegen, ist für den Kunden nicht wichtig: Sein Auftrag wird aus einer Hand erfüllt."

Hierzu arbeiten elf kleine und mittelständische Unternehmen zusammen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Verbundprojekt der Entwicklung und Erprobung des virtuellen Unternehmens MikroWebFab anhand zweier Referenzprodukte, eines magnetoresistiven Sensors und eines Bioanalysesystems, im Rahmen des Förderkonzeptes Mikrosystemtechnik 2000+ mit mehr als 4 Millionen DM. Der offizielle Startschuss für MikroWebFab fällt am 12. Dezember 2001 in Karlsruhe.

Neben der Koordination des Projektes liegen die Beiträge des Forschungszentrums in der Entwicklung von Werkzeugen zur Steuerung der firmenübergreifenden Produktions- und Logistikkette, der Entwicklung der Organisations- und Kommunikationsstruktur des virtuellen Unternehmens und der Unterstützung der Entwicklungsprozesse der Referenzprodukte durch Wissensdatenbanksysteme.

Beratend beteiligt ist auch das Team des Industrieforums Mikrofertigungstechnik (FIF), einer Initiative des Forschungszentrums Karlsruhe zur Verbesserung des Wissens- und Technologietransfers im Bereich Mikrosystemtechnik. Beim FIF-Team handelt es sich um ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern des Forschungszentrums, das Erfahrungen in verschiedenen Disziplinen der Mikrosystemtechnik mitbringt und laufend in vielen Projekten mit der Industrie zusammenarbeitet.

Ziel des Forschungszentrums ist es, mit diesem Projekt der klein- und mittelständischen Industrie neue Wege zur Zusammenarbeit in der Mikrosystemtechnik aufzuzeigen und der weiteren Verbreitung der Mikrosystemtechnik neue Impulse zu geben.



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