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Spieletest: Project Eden - Überzeugendes 3D-Adventure

Stimmungsvoll düsteres Zukunftsszenario von den Tomb-Raider-Machern. Mit Project Eden haben die Schöpfer von Lara Croft kürzlich ein neues 3D-Adventure für die PlayStation 2 und Windows-PCs abgeliefert. Obwohl das Spielprinzip sehr ähnlich ist – es müssen Verbrecher ausgeschaltet und Rätsel gelöst werden – unterscheidet sich Project Eden doch deutlich von Core Designs Tomb-Raider-Spielen.
/ Christian Klaß
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So spielt Project Eden in einer futuristischen Stadt aus Wolkenkratzern, die untereinander verbunden immer weiter in die lichte Höhe gezogen werden, während in den untersten Ebenen nur noch Düsternis, Verfall und Verbrechen vorherrschen. In die "Unterwelt", bewohnt von Kriminellen, Kultanhängern und anderen Gestalten, trauen sich nur noch von Sicherheitseinheiten begleitete Servicetechniker, um Reparaturen durchzuführen und Fundamente zu verstärken. Das Spiel beginnt, als aus einer wichtigen Fabrikationsanlage für synthetisches Fleisch ein brutaler Überfall mit Todesfolge gemeldet wird und die Urban Protection Agency (UPA) ein vierköpfiges Einsatzteam zur Klärung lossendet.

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Die Steuerung der Mitglieder des UPA-Teams mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften übernimmt der Spieler, wobei man jederzeit zwischen ihnen hin und herschalten und sie zu Gruppen zusammenfassen kann. Die Steuerung ist dabei recht gut gelungen und erfolgt wahlweise aus der Ich- oder der Beobachter-Perspektive. Kopf des kampferfahrenen Einsatzteams ist Carter, der als einziger die Genehmigung hat, Türen mit hoher Sicherheitsstufe zu öffnen. Ihm zur Seite stehen die Computerexpertin Minoko, die Überwachungs- und Steuerungssysteme knacken kann, der Technikexperte Andre, dessen Fähigkeiten zur Reparatur desolater technischer Anlagen und Objekte benötigt wird, sowie die Cyborg-Dame Amber, deren robustes, feuerbeständiges Metallgehäuse und ihr Raketenwerfer wohl selbst Robocop neidisch machen würde.

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Diese vier müssen sich durch den riesigen Komplex der "Real Meat"-Fabrik vorantasten und -kämpfen, was nur selten einfach ist – insbesondere da die Gebäude in den unteren Etagen nicht nur von einer mit Designerdrogen vollgepumpten Totenkopf-Gang eingenommen wurden, die von einem unheimlichen Anführer mit einem Faible für Genmanipulationen geleitet wird, sondern bereits dank zahlreicher gelegter Brände oder marodem Bauwerk teils dem Einsturz nahe zu sein scheinen. Dies stellt das UPA-Team vor einige Probleme, schon alleine da viele Sicherheitssysteme verrückt spielen, Aufzüge defekt sind sowie lebensbedrohliche Umstände herrschen. Somit ist der Zugang zu Gebäudeteilen mitunter nur über Umwege, mit Gehirnschmalz, Wagemut oder gar nicht möglich.

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Hier kommt dann das in Project Eden eine zentrale Rolle einnehmende Teamwork der vier Spezialisten ins Spiel, da die vier nicht immer als Gruppe, sondern mitunter auch mal – mal mehr mal weniger vom Spieler beeinflusst – getrennt unterwegs sind. Die richtige Person am falschen Ort bringt einem schließlich nicht viel. So ist Amber zwar in der Lage, unbeschadet durch siedend heiße Dämpfe, giftige Gase oder lodernde Flammen zu gehen, doch eine dahinter liegende Sicherheitstür oder Ähnliches kann sie nicht reparieren. Es müssen also Wege gefunden werden, wie die anderen nachfolgen können. Hierbei spielt nicht nur Geschicklichkeit bei der Steuerung der einzelnen Leute eine Rolle, sondern auch Gehirnschmalz für die Lösung von Problemen und die Wahl der richtigen Person für bestimmte Aufgaben. Interessant sind die Reparatur- oder Hacker-Fähigkeiten von Andre bzw. Minoko, da man hier nur Erfolg hat, wenn man im richtigen Augenblick auf den Knopf drückt – was etwas Geschicklichkeit erfordert, aber machbar ist.

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Eine besondere Bedeutung haben in Project Eden zudem die Ausrüstungsgegenstände, die zu mehr zu gebrauchen sind als nur um Gegner damit wegzupusten. So sind beispielsweise im Laufe des Spiels erhaltene Hilfsmittel wie ein ferngesteuerter Miniatur-Panzer und dessen fliegende Kugelvariante von großer Bedeutung, da man mit ihnen in Gänge kriechen oder fliegen und Gegenstände aktivieren kann, die anders nicht zu erreichen sind oder sicherheitshalber erst mal aus der sicheren Entfernung betrachtet werden sollen. Wenn dann doch mal was zerstört werden muss, ist das Team anfangs mit einfachen Waffen ausgestattet, später kommen auch Granaten und anderes hinzu. Lediglich Amber hat von Anfang an ihren Raketenwerfer auf dem Rücken und ist etwas schlagkräftiger. Energie für die Ausrüstungsgegenstände gibt es in Form von Energiespeichern und Ladestationen, die ab und an zu finden sind. Lebensenergie wird hingegen von Erste-Hilfe-Stationen geliefert. Stirbt eines der Teammitglieder, wird es an der Erste-Hilfe-Station regeneriert, an der es zuletzt registriert wurde, was automatisch beim Vorbeilaufen passiert.

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Project Edens neue 3D-Engine hat zudem im Vergleich mit "Tomb Raider: Die Chronik" einiges mehr an Grafikqualität zu bieten, beispielsweise Gegner, die stufenlos von einer Gestaltform in die andere wechseln, Character Skinning für wie aus einem Guss wirkende Charaktere, eine erweiterte Mapping-Technologie und zahlreiche nette Effekte. Trotzdem sind die Texturen für heutige Spiele zu niedrig aufgelöst und wirken auf dem PC verwaschen – wahrscheinlich ein Tribut an die grafisch nahezu identische PS2-Version, die durch die nicht gerade mit zeitgemäß viel Texturspeicher ausgestattete Hardware qualitativ ausgebremst wird. Bei zu viel 3D-Details – beispielsweise beim Blick in die Tiefe der Stadt oder in sehr weitflächigen Räumen – trübt darüber hinaus der eine oder andere Ruckler das Auge. Etwas nervig ist zudem, dass Einsatz-Informationen in einer futuristischen Schriftart dargestellt werden, die das Lesen zumindest auf dem Fernseher (PS2-Version) etwas erschwert. Nichtsdestotrotz sind die mehr oder weniger desolaten Gebäudeebenen sehr schön gestaltet und werden insbesondere Menschen mit Höhen- und Platzangst viel "Spaß" bescheren. Der Sound ergänzt die dramatischen, bedrohlichen oder düsteren Situationen recht gut und geht nur selten auf die Nerven.

Für Fans von Mehrspieler-Spielen bietet Project Eden sowohl auf der PS2 als auch auf dem PC verschiedene Möglichkeiten. Neben dem Death-Match kann man das Spiel auch gemeinsam durchspielen und dabei je einen der Charaktere steuern. Auf der PS2 erfolgt das per geteilter Bildschirmdarstellung (Split Screen), eine Vernetzung mehrerer Konsolen ist hier unverständlicherweise nicht vorgesehen.

Fazit:
Mit Project Eden haben die Entwickler von Core Design und ihr Publisher Eidos endlich wieder ein Spiel auf die Beine gestellt, das aus dem Tomb-Raider-Einheitsbrei heraussticht und Liebhaber von futuristischen 3D-Adentures viele Abende vor den Bildschirm oder Fernseher fesseln kann. Zwar gibt es auch hier einige Mankos, beispielsweise die verwaschenen Texturen und die nicht so gut lesbare Schrift, doch insgesamt kann Project Eden durch eine sehr stimmungsvolle Endzeit-Atmosphäre, eine spannende Geschichte und harte aber lösbare Rätsel überzeugen.


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