Segway - Personentransportmittel der Zukunft? (Update)
Computerisiertes, selbststabilisierendes Zweirad-Gefährt für Fußgängerzonen. Seit etwa Januar 2001 kursieren Gerüchte über ein revolutionäres Produkt namens "IT" bzw. "Ginger" durchs Internet, das selbst die IT-Branche – allen voran Amazon-Chef Jeff Bezos, Apple-CEO Steve Jobs und Ex-Intel-Chef Andy Grove – in Begeisterung versetzte. Der bereits vom ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton gewürdigte Erfinder Dean Kamen hat nun das Geheimnis gelüftet und ein High-Tech-Gefährt vorgestellt, das die Zukunft der Stadtentwicklung beeinflussen soll.
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Das hochentwickelte Zweirad-Gefährt soll "Segway Human Transporter" (Segway HT) heißen und neben einem Gyroskop sowie Neigungssensoren ein enormes Maß an Rechenleistung besitzen, um seinen aufrecht stehenden Passagier sicher transportieren zu können. Fahrtrichtung und -geschwindigkeit sollen sich durch kleinste Gewichtsverlagerungen anpassen lassen. Dank der Selbststabilisierung des Gefährts sollen dabei auch Menschen ohne ausgeprägten Sinn für Balance mit Segway problemlos umgehen können. Die Elektronik erkennt sogar gegen den Passagier gerichtete Stöße und wirkt durch schnelle Positionsveränderung einem Zu-Boden-gehen entgegen, verspricht der Hersteller.
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Segway hat dabei nur optisch dank seiner Radanzahl – die Räder liegen neben- und nicht hintereinander – und einer Stange mit lenkerähnlichem Griff – mehr zum Stabilisieren und Festhalten als zum Steuern, man muss ihn nicht mal nutzen – eine Ähnlichkeit mit herkömmlichen (Tret-)Rollern. Seine Ursprünge hat Segway vielmehr in einem von Kamen geschaffenen High-Tech-Rollstuhl iBOT ("INDEPENDENCE iBOT Mobility System"), der mittels sechs Rädern – zwei große und ein kleines auf jeder Seite – Treppen und andere Hürden erklimmen konnte. Dieser Rollstuhl – der wiederum mehr mit einem Roboter als einem simplen mechanischen Gegenstand gemeinsam hat – bot bereits einen Modus, mit dem man als Nutzer die Sichthöhe erhöhen konnte, indem man den iBOT instruierte, auf lediglich zwei seiner sechs Räder zu balancieren. Der iBOT soll dabei selbst nach einem schweren Hieb oder starken Gegendruck das Gleichgewicht halten bzw. wiederfinden können. In Anlehnung an das weltweit wohl berühmteste Tänzerpaar Fred Astaire und Ginger Rogers wählten Kamen und sein Team für Segway den Codenamen Ginger, die kleinere Partnerin des Rollstuhls.
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Das batteriebetriebene Segway ist mit einer durchschnittlichen Fahrtgeschwindigkeit von 13 Stundenkilometern (maximal 20 km/h) und einer Reichweite von 24 Kilometern hauptsächlich für Fußgängerzonen gedacht und soll – wenn es nach dem visionären Erfinder geht – in der Innenstadt das Auto ablösen und die Zukunft der Städte verändern. Dabei sieht Kamen das Auto jedoch durch Segway nicht bedroht. Bevor das Produkt allerdings voraussichtlich Ende 2002 in den USA für einen Preis von ungefähr 3.000,- bis 3.500,- US-Dollar für normale Konsumenten erhältlich ist, sollen erst einmal Segways für den Einsatz in der Industrie und in Unternehmen – beispielsweise in Lagern, für Botengänge etc. – angeboten werden. Diese sollen einem Artikel des Time Magazine(öffnet im neuen Fenster) zufolge entsprechend den Anforderungen etwas teurer sein und eher 8.000,- US-Dollar pro Stück kosten. Der U.S. Postal Service und Amazon.com sollen Kamen zufolge gerade prüfen, ob sie Segway in ihren Unternehmen einsetzen werden.
Kamen hofft darauf, dass Segway von den Behörden und der Öffentlichkeit nicht als unsichere Technikspielerei, sondern als Zukunft des Personentransports für den Alltag aufgefasst wird – selbst die erschwinglichste und sicherste Technik hätte ohne das richtige Image und ein breites Interesse nur wenig Aussicht auf einen nachhaltigen Markterfolg. Man darf gespannt sein auf die Markteinführung des Segways und noch vielmehr, ob Kamen mit dem Verkehrsmittel die Innenstädte von Staus befreien können wird.
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Letztendlich spielen auch hier mehr Faktoren als positive Presseberichte, Kaufpreis, Funktionalität und Image eine Rolle, um eine Idee durchzusetzen. Deswegen reist Kamen schon seit Monaten durch die Lande, um Unternehmen, Organisationen, Behörden und Architekten für Segway zu begeistern. Ob sich seine Mühen auszahlen werden, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Update: Segway wird am heutigen Montag in den USA offiziell angekündigt, auf der offiziellen Firmen-Website liegt nun ein Link auf der Domain www.Segway.com(öffnet im neuen Fenster), die auf die Adresse www.segway.com.edgesuite.net/consumer/segway/(öffnet im neuen Fenster) weiterleitet – wegen des weltweit großen Interesses ist hier jedoch derzeit beim Zugriff viel Geduld angesagt. Unter anderem findet sich hier eine Segway-Schema-Zeichnung als Flash-Animation(öffnet im neuen Fenster) zur Erklärung der Erfindung.
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Der umtriebige, 50-jährige Segway-Erfinder Dean Kamen und sein seit 1982 existierendes Unternehmen DEKA Research haben neben dem erwähnten Rollstuhl iBOT noch weitere Erfindungen für den medizinischen Bereich ersonnen, darunter eine tragbare Insulinpumpe, eine Dialyse-Maschine für den Heimgebrauch und eine Gefäßprothese für Arterien. Die Kerntechnologien von DEKA reichen von Antriebssystemen bis zu Systemen für Flüssigkeitsverteilung. Kamen hat zudem die Organisation FIRST (For Inspiration and Recognition of Science and Technology)(öffnet im neuen Fenster) zur Förderung von Wissenschaft und Technik gegründet.