Spieletest: Ghost Recon - Ledernacken im Einsatz
Eine vorhergehende Wegplanung in einer Vorbereitungsphase wie bei der Rogue-Spear- und Rainbow-Six-Serie erfolgt nicht mehr. Bei Ghost Recon kann man mittels einer zweifach zoombaren Karte die eigenen Soldaten während des Spiels befehligen. Dabei ist neben Wegpunkten auch die Geschwindigkeit der Fortbewegung zu beeinflussen. Während des Spiels kann man jeden Soldaten auch selbst steuern, die Umschaltung erfolgt via Tastendruck oder Menü.
Leider gibt es keine Befehle zum Rückzug oder Verstecken, so dass die auch in diesem Spiel teilweise recht dumme künstliche Intelligenz, die für die Steuerung der eigenen Kameraden zuständig ist, für reichliche Heldentote sorgt. Der Gegner ist in vielen Fällen auch nicht mit mehr Intelligenz gesegnet: Greift man beispielsweise ein Haus an und schaltet im Nachbarzimmer einen Gegner aus, greift der im Nebenzimmer Stehende keineswegs ein, sondern wartet seelenruhig, bis auch er ins Visier genommen wird.
Das Waffenarsenal im Spiel ist recht ansehlich und besteht aus Sturmgewehren, Mörsern, Karabinern, Maschinenpistolen und leichten Maschinengewehren, Scharfschützengewehren sowie einigen Pistolen, Handgranaten und Panzerabwehrraketen. Jeder Soldat kann maximal zwei Waffen gleichzeitig tragen und leider auch keine Waffen oder Munition von gefallenen Kameraden oder Gegnern aufnehmen. Im Spiel kann man zwar Fahrzeuge vernichten, fahren kann man sie allerdings im Gegensatz zu Operation Flashpoint nicht.
Die Optik und Akustik des Spiels entspricht dem Stand der Technik – besonders hübsch geworden ist die Vegetation und die Animation der eigenen Männer. So bewegen sich Büsche und Bäume im Wind, das Gras raschelt, Handgranaten und Gewehrgranaten lösen realitätsnah mehr Rauchqualm- als feurige Explosionen auf und das Mündungsfeuer sowie die Leuchtspurmunition erhellen die teilweise nächtliche Szenerie.
Da Ghost Recon auch in niedrigen Spielstufen nicht gerade leicht ist, sollte man die gebotene Möglichkeit ausgiebig nutzen, während des Spiels zu speichern. Leider hat der Hersteller vergessen, an dieser Stelle auch eine Ladefunktion einzubauen, so dass man dazu immer erst die Mission abbrechen und in den Missionshauptmenüpunkt einsteigen und dann neu laden muss.
Fazit:
Die hohen Erwartungen, die an das Spiel gestellt wurden, konnte es nur zum Teil erfüllen. So ist es dem Empfinden nach meist Glückssache, ob der einzelne Soldat überlebt und die Missionsziele erreicht werden können. Bei Ghost Recon ist die Frustration auf Grund nicht beeinflussbarer bzw. unvorhersehbarer Ereignisse und Verluste im eigenen Team mitunter recht hoch – nicht zuletzt daran leidet die spielerische Atmosphäre, die auch durch die letztlich als gelungen zu beurteilende Grafik und das Tonarrangement nicht ausgeglichen werden kann.
- Anzeige Hier geht es zu Rainbow Six Extraction bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.