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Schwindel mit PalmOS-Virenscanner (Update)

Virenscanner: Ergebnisse zwischen Demo- und Vollversion unterscheiden sich. In der vergangenen Woche tauchte auf zahlreichen PalmOS-Download-Seiten ein Virenscanner für PalmOS auf, der in der Demo-Version andere Analyse-Ergebnisse liefert als in der registrierten Version. Ein Anwenderbericht vom Wochenende erklärt die Hintergründe, warum die Demo-Version vermeintlich verseuchte Dateien findet, die nach der Registrierung auf wundersame Weise gesundet sind.
/ Ingo Pakalski
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Der Virenscanner "PalmOS Antivirus" wird als Demo-Version kostenlos zum Download angeboten, wobei sich die 'Homepage'(öffnet im neuen Fenster) bei einem Hoster befindet, der kostenlosen Webspace anbietet. Diese Demo-Version meldet auf vielen PalmOS-Organizern mit den verschiedensten installierten Programmen virenverseuchte Dateien, wo andere Virenscanner für PalmOS nicht fündig werden.

Nach Angabe der Website des Anbieters besteht der einzige Unterschied zwischen der Demo-Version und der 20,- US-Dollar teuren, registrierten Fassung darin, dass nur diese Version Viren löschen und Dateien reparieren kann. Eine Dokumentation zu dem Programm fehlt vollständig, so dass dies die einzige Information für den Anwender darstellt.

Ein Anwender berichtet(öffnet im neuen Fenster) hingegen der deutschen Palm-Fanseite pdatreff.de(öffnet im neuen Fenster) von einer Mail-Antwort des Autoren. Darin heißt es, dass die unterschiedlichen Ergebnisse der beiden Versionen darauf zurückzuführen seien, dass die Demo-Version keine heuristische Suche besitze. Es sieht also so aus, als wenn jemand die Angst vor Viren ausnutzen will, um besorgten Anwendern mit falschen Angaben das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wie Recherchen von Golem.de ergeben haben, wurde das ominöse Produkt von zahlreichen Download-Seiten mittlerweile wieder aus dem Angebot genommen. Der Programmautor wird kurioserweise nirgendwo genannt, weder auf der Homepage, noch in den Programm-Copyrights gibt es irgendeinen Hinweis auf den Urheber des Virenscanners. Dementsprechend fehlen auch jegliche Kontaktdaten, sei es E-Mail-Adresse oder Telefon auf der Download-Seite oder im Programm selbst. Nur auf der Registrierungsseite findet sich eine ominöse E-Mail-Adresse. Dieses obskure Verhalten sollte eigentlich bei jedem Shareware-Käufer sämtliche Alarmglocken zum Läuten bringen.

Bislang existieren auf der PalmOS-Plattform zwar eine Hand voll Viren, allerdings sind diese nahezu ohne jede Bedeutung. Denn sie treten nur sehr selten in freier Wildbahn auf. Kürzlich hat etwa McAfee den PalmOS-Virenscanner VirusScan Wireless als eigenständiges Produkt vom Markt genommen, weil es sich nicht gut verkaufte. Jetzt ist es nur noch als Bestandteil von VirusScan 6.0 zu bekommen.


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