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Fraunhofer Institut macht DECT-Standard USA-tauglich

Nutzung von 2,4-GHz-Frequenzband anstelle von 1,88 oder 1,9 GHz. Der hauptsächlich für Haustelefonanlagen und schnurlose Telefone genutzte und recht störunempfindliche DECT-Standard (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) wird mittlerweile in über 90 Ländern genutzt. Lediglich in den USA musste man aus verschiedenen Gründen bisher auf derartige Systeme verzichten, was das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) nun mittels einer Alternativlösung ändern will.
/ Christian Klaß
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Da die von DECT genutzten Frequenzen von 1,88 und 1,90 Gigahertz in den USA bereits durch Mobilfunknetze belegt sind, soll die Fraunhofer-IIS-Lösung "DECT@ISM" die DECT-Übertragung im ISM-Band, also auf einer Frequenz von 2,4 Gigahertz, ermöglichen. Dieses Frequenzband ist auf der ganzen Welt verfügbar und wird bereits von diversen anderen Geräten genutzt, beispielsweise auch von WLAN-Netzwerken.

Eine weitere Hürde: Der europäische DECT-Standard gibt vor, dass während des gesamten Telefonats bzw. der gesamten Datenübertragung nur eine Frequenz benutzt wird. Eine Ausnahme sind Störungen, beispielsweise durch andere DECT-Systeme; dann darf die Frequenz gewechselt werden. Gerade diese Lösung ist jedoch im amerikanischen ISM-Band nicht erlaubt: Die Federal Communications Commission, welche die Nutzung der ISM-Bänder regelt, schreibt mit dem so genannten "Frequency Hopping" das Gegenteil vor.

"DECT@ISM" ist daher eine Anpassung an den bereits vorhandenen DECT-Standard. Die Änderungen erfolgen in der Bitübertragungs- und Medienzugriffsschicht, jedoch nicht in der Sicherungs- und Vermittlungsschicht. Die Systemeigenschaften von DECT bleiben damit laut dem Fraunhofer IIS erhalten.

Die Fraunhofer-Ingenieure haben dafür ein Baukastensystem mit verschiedenen Modulen entwickelt: ein Basisband-Modul für alle Geräte, dazu HF-Teile, die wahlweise auf 1,9 oder 2,4 Gigahertz senden. Endgeräteherstellern soll das eine kostengünstige Umsetzung für die verschiedenen Märkte ermöglichen. In Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft sollen bereits erste Produkte entstehen.


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