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Infineon - über eine Milliarde DM Verlust mit DRAM in Q4

Niedrige Speicherpreise machen Infineon zu schaffen - Umsatzrückgang von 81 %

Infineon hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 5,67 Milliarden Euro erzielt, das entspricht einem Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem vorausgegangenen Geschäftsjahr. Diese Entwicklung sei zurückzuführen auf einen starken Rückgang im gesamten Halbleitermarkt. Besonders betroffen waren hiervon Speicherbausteine und Produkte für die mobile Kommunikation. In den Nicht-Speicherbereichen stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 10 Prozent.

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Das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) war mit minus 1,02 Milliarden Euro negativ, im Geschäftsjahr 2000 hatte Infineon noch ein positives EBIT von 1,67 Milliarden Euro verzeichnet. Das Ergebnis wurde durch den starken Preisverfall, insbesondere bei den Speicherprodukten, und die Kosten für derzeit ungenutzte Kapazitäten in den meisten Nicht-Speicher-Segmenten negativ beeinflusst. Dieser Verlust beinhaltet Aufwendungen von 358 Millionen Euro für die Abschreibungen von Lagerbeständen, akquisitionsbedingte Kosten in Höhe von 111 Millionen Euro, Restrukturierungskosten in Höhe von 117 Millionen Euro, Wertberichtigungen in Höhe von 25 Millionen Euro sowie Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf nicht-strategischer Geschäftseinheiten in Höhe von 235 Millionen Euro. Ohne diese Aufwendungen und Erträge lag das negative EBIT bei minus 648 Millionen Euro.

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Der Nettoverlust betrug 591 Millionen Euro, gegenüber einem Gewinn von 1,13 Milliarden Euro im Vorjahr. Im Nettoverlust berücksichtigt ist eine Steuerentlastung in Höhe von 428 Millionen Euro. Der Verlust pro Aktie für das Geschäftsjahr 2001 lag bei 0,92 Euro, im Vergleich zu einem Gewinn pro Aktie von 1,83 Euro im Geschäftsjahr 2000.

Der Umsatz im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2001 lag bei 1,09 Milliarden Euro und damit 54 Prozent niedriger als im vergleichbaren Vorjahresquartal sowie 15 Prozent niedriger als im dritten Quartal. Der Speicherpreis ging nochmals zurück und eine weitere Verschlechterung der Marktbedingungen hatte negative Auswirkungen auf alle Geschäftsbereiche von Infineon.

Das EBIT lag bei minus 882 Millionen Euro. Im gleichen Quartal des Vorjahres wurde ein positives EBIT von 807 Millionen Euro erreicht, im dritten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres ein negatives EBIT von 598 Millionen Euro. Im vierten Quartal erzielte das Unternehmen einen Nettoverlust von 523 Millionen Euro, gegenüber einem Nettogewinn von 581 Millionen Euro im vergleichbaren Quartal des Geschäftsjahres 2000 und einem Verlust von 371 Millionen Euro im Vorquartal. Der Verlust pro Aktie betrug 0,76 Euro im Vergleich zu einem Gewinn pro Aktie von 0,93 Euro in vierten Quartal des Geschäftsjahres 2000 und einem Verlust pro Aktie von 0,59 Euro im dritten Quartal.

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Speicherprodukte lag dabei im Geschäftsjahr 2001 nur bei 1,59 Milliarden Euro und damit um 54 Prozent unter dem Umsatz von 3,47 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2000. Das EBIT verringerte sich auf einen Verlust von 931 Millionen Euro gegenüber einem positiven EBIT von 1,34 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2000. Der starke Umsatzrückgang und die negative EBIT-Entwicklung resultieren primär aus einem starken Nachfragerückgang im PC-Markt, der zu einem schnellen Verfall der DRAM-Preise und weiteren Abschreibungen von Lagerbeständen geführt hat. Die durchschnittlichen Verkaufspreise für 128-Mbit-DRAM-Module fielen von 15 US-Dollar im September 2000 auf etwas über 1 US-Dollar im September 2001. Der Preisverfall wurde zudem verstärkt durch einen harten Wettbewerb zwischen den führenden DRAM-Herstellern.

Im vierten Quartal fiel der Umsatzrückgang bei Speicherprodukten besonders dramatisch aus, lag er mit 243 Millionen Euro doch 81 Prozent unter dem des Vorjahres. Das negative EBIT betrug 522 Millionen Euro im Vergleich zum positiven EBIT von 727 Millionen Euro im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2000.

Im Geschäftsjahr 2001 haben sich die Marktbedingungen in der Halbleiterindustrie wesentlich verschlechtert, so Infineon. Die Marktentwicklung bleibt auch in den nächsten sechs Monaten unsicher und wird durch die wirtschaftliche Abschwächung sowie die Unsicherheit der weltweiten politischen Lage zusätzlich beeinträchtigt. Daher wird sich der ohnehin starke Wettbewerb noch verschärfen, und der Preisdruck sowie der Überhang an Produktionskapazität werde sich auch weiterhin fortsetzen.

Nach dem starken Nachfragerückgang bei Mobiltelefonen Anfang 2001 haben sich die Marktbedingungen auch in diesem Bereich weiter verschlechtert und die Wachstumsprognosen von Marktanalysten wurden beträchtlich nach unten korrigiert. Infineon geht davon aus, dass die Einführung der nächsten Generation von GSM/GPRS-Mobiltelefonen in der ersten Jahreshälfte 2002 eine moderate Belebung zur Folge haben wird.

Die Marktbedingungen im Bereich Speicherprodukte bleiben auf Grund der aggressiven Preispolitik einiger führender DRAM-Hersteller auch weiterhin schwierig. Obwohl sich die Lagerbestände zum Ende des vierten Quartals reduzierten, erwartet Infineon auch im Verlauf des nächsten Quartals anhaltenden Preisdruck.

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