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60 % der Industrieunternehmen planen Knowledge-Management

Documented-Xerox Industrial-Business-Survey 2001. Industrieunternehmen in Europa verzeichnen eine massive Steigerung bei der Umsetzung von Knowledge-Management-(KM-)Programmen. Dies ist das Ergebnis von "Documented", einer von Xerox durchgeführten Studie zu E-Business-, KM- und CRM-Strategien im industriellen Sektor. Die Untersuchung zeigt, dass bislang 51 Prozent der befragten europäischen Unternehmen ein Konzept zur Nutzung firmeninternen Wissens haben. Sechs von zehn Unternehmen erwarten darüber hinaus, innerhalb der nächsten drei Jahre ein KM-Programm einzuführen.
/ Andreas Donath
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Im Rahmen der Studie wurden mehr als 500 Top-Manager aus den Bereichen Automobilwirtschaft, Versorgungsgüter, IT/TK sowie braune und weiße Ware befragt. Die Untersuchung wurde in fünf europäischen Ländern durchgeführt: Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien. Ziel war es festzustellen, inwieweit Firmen bereits Wissensmanagement-Technologien einsetzen.

Die Zahl der Implementierungen von KM-Systemen im industriellen Sektor in Europa hat sich in den vergangenen Jahren rapide erhöht. Bis 2004 werden voraussichtlich 65 Prozent der Unternehmen dieses Sektors ein Konzept zum Wissensmanagement implementiert haben. "Bedenkt man, dass KM erst Mitte der 90er-Jahre entwickelt wurde, dokumentieren diese Zahlen eine erstaunlich hohe Akzeptanz von Seiten der Firmen gegenüber diesem Unternehmenskonzept" , erläuterte Mark Eldred, Marketing Manager Industrial Solutions bei Xerox Europa.

Die Studie von Xerox zeigt auf, dass sich der Wunsch vieler Firmen, Wissen nutzbar zu machen, erst durch die rasante Entwicklung des Internets und die rapide sinkenden Kosten der weltweiten Vernetzung realisieren ließ. Mark Eldred weiter: "Europäische Hersteller haben die Relevanz von Knowledge-Sharing für den Erfolg ihrer geschäftlichen Tätigkeiten erkannt."

Dennoch zeigt die Marktstudie auch Disparitäten im Ländervergleich auf. Befragt nach der Einführung einer KM-Strategie präsentierten sich italienische und spanische Firmen rund doppelt so häufig (68 Prozent) als "early adopters" im Bereich Wissensmanagement gegenüber ihren Kollegen in Frankreich (35 Prozent) und Großbritannien (37 Prozent). In Deutschland nutzen bereits 48 Prozent aller befragten Unternehmen KM-Technologien. 10 Prozent der europäischen Firmen gehen nicht davon aus, dass sie eine Strategie zum unternehmensweiten Wissensmanagement einführen werden.

Unterschiede bestehen auch in der Definition des Begriffs "Knowledge-Management". Knapp über ein Viertel der befragten Unternehmen setzt KM mit Wissensaustausch gleich. 24 Prozent antworteten, dass KM einen Kommunikationsprozess beschreibt und 13 Prozent sehen im Wissensmanagement einen Bildungs- und Trainingsprozess. Eines von zehn Unternehmen sieht KM als Teil der Informationstechnologie. Ziel der Einführung ihrer KM-Strategie war für 24 Prozent der Unternehmen die Möglichkeit, ihre Profitabilität zu steigern. Nur 10 Prozent jedoch waren der Ansicht, dass eine solche Strategie als Mittel einer verbesserten Entscheidungsfindung dient. Noch weniger, nur sieben Prozent der befragten Manager erwarten, dass sich mit Hilfe einer KM-Konzeption das Gesamtwissen der Mitarbeiter steigern lässt.

Alle befragten Unternehmen sehen die Vorteile einer Knowledge-Management-Strategie in einer wachsenden Kundenzufriedenheit, knapp gefolgt von einer verbesserten Kundenberatung. Weiterhin erhoffen sich die Firmen bei Nutzung eines Wissensmanagement-Systems bessere Geschäftsergebnisse, eine optimierte Information des Managements und die wachsende Motivation der Mitarbeiter. Nach Angaben der befragten Manager sind Daten zur Kundenzufriedenheit (72 Prozent) und Zuwächse an Profitabilität (65 Prozent) die wichtigsten Messpunkte für den Erfolg einer KM-Strategie. Als weniger relevant wurde dabei das Preis-/Leistungsverhältnis (18 Prozent) und ein Produkt-Cross-Selling genannt.

Die Marktstudie macht zudem deutlich, dass ein zentraler Hinderungsgrund für eine erfolgreiche Umsetzung einer KM-Konzeption in der mangelnden fachlichen Qualifikation der Mitarbeiter und ihrem fehlenden Verständnis für den Nutzen von KM-Technologien zu suchen ist. Führend bei der Weiterbildung im KM-Bereich ist Spanien. 69 Prozent der Unternehmen, die eine KM-Strategie besitzen, schulen ihre Mitarbeiter im Umgang mit diesem Tool. Deutschland liegt hier auf Platz 3 mit 44 Prozent. Schlusslicht bilden mit 34 Prozent britische Firmen.


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