Neuer Aufguss der Terroristenjagd. Anders als die bisherigen Updates zu Rainbow Six Rogue Spear braucht man bei Black Thorn keine Version des Originalspiels - die Version ist standalone-fähig. Wieder einmal muss der Spieler als Einsatzführer einer Anti-Terroreinheit Terroristen in aller Welt ausschalten, Geiseln retten und Bomben entschärfen sowie sein Team koordinieren.
Neben neuen Missionen stehen dazu einige neue Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung. Die Story ist schnell erzählt und handelt von einem ehemaligen Mitglied des Rainbox Six Teams, das zur Terroristenbekämpfung eingesetzt wird. Das Ex-Mitglied stellt sich nun gegen seine ehemalige Einheit und will diese vernichten. Auch ohne dieses Hintergrundwissen kann der Spieler problemlos einsteigen und nach dem gewohnten Prinzip der Einsatzplanung und -Durchführung, die in zwei Phasen abläuft, die einzelnen Missionen oder Trainingseinsätze angehen.
Leider wurde an der Grafik oder dem Sound im Vergleich zu den Vorgängern überhaupt nichts geändert. Die Grafikqualität ist mittlerweile nicht mehr zeitgemäß und auch die Animationen der Charaktere wirken hölzern, ihre Bewegungsabläufe und die sie führende künstliche Intelligenz machen eher den Eindruck störrischer Einzelgänger, die unbedingt mit dem Kopf durch die Wand wollen, als einer routinierten und trainierten Anti-Terroreinheit. Auch Grafikfehler in Form von Clipping machen sich zeitweilig bemerkbar, wenn beispielsweise Körperteile durch Wände hindurch sichtbar sind.
So kann es wie auch in den Vorgängern vorkommen, dass die eigenen Männer in die Schusslinie oder den Terroristen in die Arme laufen. Da gleich mehrere Teams über Funk vom Einsatzleiter (dem Spieler) befehligt werden, geht schnell der Überblick verloren und so ist es in vielen Fällen eher Glück als eigene Planung, wenn die anderen Teams erfolgreich sind.
Aber auch die Terroristen verhalten sich nicht besonders klug. Bekämpft man sie in engen Gassen oder Gebäuden, kann es durchaus vorkommen, dass sie ihr Verhalten nicht koordinieren, obwohl direkt daneben angegriffen wird.
Neben neuen Einsatzorten in Tansania, Vietnam, Kenia, Nigeria oder Alaska gibt es einige neue Maschinenpistolen, zu denen die 9mm M12, das 5,7mm P90 und die 9mm TMP gehören. Als neues Maschinengewehr ist das amerikanische M60 hinzugekommen. Das Arsenal der Sturmgewehre wurde um das französische 5,56 mm FAMAS G2, das 7,62mm FAL und das 5,56 mm FNC erweitert. Bei den Scharfschützenwaffen ist das Sig Saurer SSG 3000 hinzugekommen. Bei den Pistolen ist die Sig Saurer P228 sowie die Heckler und Koch SSP und die belgische Armeepistole 5,7mm hinzugekommen. Nur im Multiplayermodus gibt es das israelische 5,56mm GALI ARM sowie das finnische Valmet 5,56mm M82.
Im Mehrspieler-Modus ist eine neue Option hinzugekommen, mit der man nur gegen Mitspieler, aber keine Computergegner kämpfen kann. Dabei wird der "Einsame Wolf" mit der Waffe seiner Wahl ausstaffiert, während die anderen Mitspieler nur Faustfeuerwaffen bekommen. Wer den Einzelkämpfer erfolgreich bekämpft, darf seine Rolle in der nächsten Runde übernehmen.
Fazit: Abschließend stellt sich die Frage, für wen sich dieses Spiel lohnt: Den Serienfan dürfte auch nicht die Tatsache vom Kauf abhalten, dass Rainbow Six Rogue Spear - Black Thorn letztlich nur ein Aufguss des bekannten Spiels darstellt, das dank Standalone-Version auch deutlich mehr als ein Mission-Pack kostet. Neueinsteigern hingegen sei eine Kompilation vorhergegangener Versionen empfohlen. Zudem gibt es auf zahlreichen Fanseiten in Internet Waffen-Modifikationen und Ähnliches zum kostenlosen Download.
Vielversprechender ist da schon der Nachfolger der Rainbox-Six-Reihe mit dem Titel Ghost Recon, der auch als Demo in grafischer Hinsicht eine weit bessere Figur als Rainbox Six macht. Unentschiedene sollten sich das kostenlose Demo ansehen und eventuell auf diesen Titel warten, der noch in diesem Jahr zumindest in den USA erscheinen soll.