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Hewlett-Packard kritisiert GEMA wegen Urheberrechtsabgaben

HP: Unverantwortliches Abkassieren der Verwertungsgesellschaften. Wirtschaftlich unverantwortlich nennt Hans-Jochen Lückefett, Geschäftsführer Hewlett-Packard Deutschland, die Äußerungen des GEMA-Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführers der Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ), Reinhold Kreile, in der Presse.
/ Andreas Donath
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Kreile hatte eine rasche Lösung der Verhandlungen gefordert, weil es ansonsten auf Grund der Wirtschaftskrise manche der Unternehmen nicht mehr geben würde. Diese Aussage entlarve die Absichten der Verwertungsgesellschaften, so Lückefett. "Es geht Herrn Kreile nicht um den Schutz des Urheberrechts und der Urheber, sondern um ein unverantwortliches Abkassieren."

Zudem sei Kreiles Aussage falsch, dass die Industrie bereit sei, weitere Abgaben auf IT-Geräte hinzunehmen. Seit mehr als einem Jahr verhandeln IT-Industrie und Verwertungsgesellschaften über eine gerechte Vergütung für Urheber. Die Verwertungsgesellschaften wollen auch auf PCs und IT-Geräte wie Drucker und CD-Brenner eine pauschale Abgabe erheben, wie sie schon bisher für analoge Geräte wie Kopierer und Videorecorder, aber auch Telefaxgeräte und Scanner, gezahlt werden muss. Die Gesamtsumme hierfür belief sich im Jahr 2000 auf 56 Millionen DM. Die neuen Forderungen der Verwertungsgesellschaften addieren sich auf weitere mehrere 100 Millionen DM pro Jahr, so HP.

Die Industrie und auch HP dagegen plädieren für den Schutz der Urheberrechte mittels Softwarelösungen zum Digital-Rights-Management. Mit diesen können Inhalte individuell lizenziert und vergütet werden und stellen damit eine sehr viel gerechtere Lösung für Urheber wie Nutzer dar.

Den Verbrauchern und Unternehmen in Deutschland drohen stark verteuerte PCs und Zusatzgeräte, wenn sich die Verwertungsgesellschaften mit ihren Forderungen durchsetzten, befürchtet HP. Auf die besonderen Probleme einer Urheberrechtsabgabe auf Drucker weist eine Allianz der führenden Hersteller von Druckern (darunter Brother, Canon, Epson, Lexmark, Kyocera Mita, Xerox und Hewlett-Packard) hin. Drucker würden mit mindestens 40 DM belastet, was einer Preiserhöhung von nahezu 30 Prozent bei den besonders preiswerten Produkten zur Folge hätte.


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