Studie: Europamarkt für Prepaid-Remote-Memory-Karten
Bei Prepaid-Remote-Memory-(PRM-)Karten wird das Guthabenkonto nicht auf der Karte, sondern auf einem Zentralrechner geführt und kann von jedem normalen Apparat aus über eine spezielle Zugangsnummer abtelefoniert werden. Attraktiv sind die Karten vor allem deshalb, weil die Anbieter Auslandsgespräche zu günstigeren Tarifen ermöglichen als die Netzbetreiber vor Ort. Dies erklärt den Umsatzanteil von 80 Prozent mit Kunden ausländischer Herkunft: Für sie sind die PRM-Karten oft die billigste Alternative für Anrufe in ihre Heimatländer. Insofern begünstigt der steigende Ausländeranteil in Europa die weitere Marktentwicklung.
Trotz des Wachstums bei dieser Anwendergruppe steht der Erfolg im Massenmarkt noch aus. Er kann nur gemeinsam mit dem etablierten Einzelhandel erreicht werden. Zwar eröffnen Zeitungskioske und Tabakläden als Verkaufsstellen einen idealen Zugang zu den ausländischen Kunden, doch haftet den Karten damit auch das Image von Billigprodukten an. Zudem haben Fälle von Betrug dem Ansehen der PRM-Karten geschadet. Um große Vertriebsorganisationen davon zu überzeugen, dass die Produkte ein Massenpublikum ansprechen, ist die aggressive Vermarktung ihrer Vorteile ebenso notwendig wie die Bekämpfung ihres negativen Images, vor allem durch Aufklärung und Markenwerbung.
Am stärksten behindert wird die Entwicklung des europäischen Marktes nach Nathan Budd, Research Analyst bei Frost & Sullivan, durch Gebühren für die Benutzung von PRM-Karten von öffentlichen Telefonzellen aus. Daneben erschwert die Bequemlichkeit von Festnetz- und Mobiltelefonie das Wachstum des PRM-Sektors. Viele Kunden vertrauen ihren angestammten Telefongesellschaften und sehen wenig Anlass, eine Karte zu erwerben, für die am Zeitungskiosk geworben wird. Außerdem vermarkten die ortsansässigen Telefonanbieter neuerdings ihre Auslandstarife aktiver und unterstreichen dabei besonders Qualität und Preis. Diese Tarife können zwar nicht mit den PRM-Karten konkurrieren, erreichen aber durch die größere Bekanntheit der Anbieter mehr Kunden.
Der Einstieg neuer Wettbewerber hat den Wettbewerbsdruck erhöht und die Tarife dramatisch fallen lassen. Die Preissenkungen wiederum haben sich direkt in einer wachsenden Nachfrage ausgewirkt. Mehrwertleistungen wie Voice-Mail, Messaging und Auskunftsdienste sollen den Umsatz erhöhen.
Die wichtigste Herausforderung für die PRM-Karten-Anbieter besteht in der Schaffung eines transparenten Marktes mit bekannten und vertrauenswürdigen Marken. Obwohl sich der Markt primär am Preis orientiert, werden starke Marken von Vorteil sein, wenn sie für Übertragungsqualität und angesehene Betreiber stehen. Der Titel der Studie lautet "Analysis Of The European Prepaid Remote Memory (PRM) Calling Card Market". Sie ist für 3000 Euro bei Frost & Sullivan zu beziehen.



