EFF verteidigt Filesharing-Gemeinschaft MusicCity

Vergleich mit dem versuchten Verbot von Videorekordern in den 80er-Jahren

Anfang Oktober reichten 29 der größten Medienunternehmen eine Sammelklage gegen die Filesharing-Gemeinschaften Consumer Empowerment, Grokster und MusicCity ein, die allesamt FastTracks Peer-to-Peer-Technologie "P2P Stack" nutzen. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) wird nun zumindest MusicCity beistehen, wie die US-Bürgerrechtsorganisation auf der O'Reilly Peer-to-Peer and Web Services Conference mitteilte.

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Die Kläger sehen ihre Urheberrechte durch die drei Filesharing-Gemeinschaften verletzt, da diese die Infrastruktur zur Verbreitung von Raubkopien bereitstellen würden und somit für die Aktivitäten ihrer Nutzer verantwortlich seien. Im Gegensatz zu Napster führen die drei Gemeinschaften keinen Index, sondern erlauben eine Suche über sämtliche aktiven Peer-to-Peer-Clients, so dass es von den Nutzern abhängt, was für Daten über das Netz getauscht werden.

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Das werbefinanzierte MusicCity ist mit bereits fast 30 Millionen Downloads seiner Morpheus getauften Client-Software und täglich rund 600.000 aktiven Teilnehmern die größte der drei Gemeinschaften. Die Verbindungs- und Teilnehmerdaten werden dabei verschlüsselt übertragen, so dass Anonymität gewährleistet sein soll.

"Dieser Fall dreht sich um die Innovations-Freiheit von Entwicklern und dem Recht, miteinander kommunizieren zu können", erklärte EFF-Anwalt Fred von Lohmann, der die Unterstützung von MusicCity auf der O'Reilly Peer-to-Peer and Web Services Conference in den USA bekannt gab.

Sein EFF-Kollege Robin Gross vergleicht den Fall mit dem in den frühen 80er-Jahren gestarteten Versuch, Videorekorder verbieten zu lassen und Sony für die Aktivitäten seiner Betamax-Kunden verantwortlich zu machen: "Kurz nachdem die Unterhaltungsindustrie versucht hat, den Videorekorder zu stoppen, zielt sie auf ein Verbot der Technologie ab, welche die nächste Killer-Anwendung des Internets ist", so Gross. Das Oberste Gericht urteilte damals im Betamax-Fall, dass die Technologie, sofern sie zu substanziell nicht rechtsverletzenden Anwendungen genutzt werden kann, von Herstellern ohne Angst vor Urheberrechtsklagen gebaut und verkauft werden dürfen. Robin Gross zufolge ist die Klage gegen MusicCity wahrscheinlich der zentrale Test für die Betamax-Regel im Zusammenhang mit dem Internet.

"Die Frage ist, ob die Hollywood Medienhäuser das Urheberrecht als Vorwand benutzen können, um die Kontrolle über technologische Entwicklungen an sich zu reißen", so MusicCitys eigener Anwalt und Hauptverteidiger Andew Bridges von der Kanzlei Wilson, Sonsini, Goodrich & Rosati. "Der bedeutende Betamax-Fall lehrte die Welt, dass Urheberrechte kein Vetorecht verleiht über die Entwicklung von Technologien mit verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten, solange diese Technologien in der Lage sind, zu substanziell nicht rechtsverletzenden Anwendungen genutzt werden zu können. Letztendlich lernte Hollywood von der neuen Videorekorder-Technologie zu profitieren."

Ebenfalls auf der O'Reilly Peer-to-Peer-Konferenz sprach Hilary Rosen, Präsidentin and CEO der Recording Industry Association of America (RIAA), welche die Interessen der Musikindustrie in dieser Angelegenheit recht deutlich zur Sprache bringt: "Die Frage ist nicht, ob Peer-to-Peer oder jedwede andere spezielle Technologie gut oder schlecht ist. Die Frage ist, ob sie benutzt wird - ob sie respektiert, was Künstler schaffen, so wie wir von der Musikindustrie respektieren, was die Geschäftssponsoren und Softwareentwickler hier im Publikum entwickeln". Rosen rief die Entwickler und Peer-to-Peer-Gemeinden auf, die rechtswidrigen Aspekte ihrer Industrie anzugehen und zu beseitigen. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass die Musikindustrie bereits an neuen Bezahlmodellen arbeite und Fortschritte mache.

Laut der EFF sind Peer-to-Peer-Filesharing-Technologie-Plattformen wie MusicCitys Morpheus nicht nur in der Lage, zu nicht rechtsverletzenden Anwendungszwecken eingesetzt zu werden, sondern werden es bereits heute.

Ein Gerichtstermin im Fall "Metro-Goldwyn Mayer v. Grokster" mit der Nummer 01-CV-8541 SVW wurde noch nicht festgelegt. Der Zuständige ist Stephen V. Wilson vom U.S. District Court des Central District of California in Los Angeles.

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