SONICblue: ReplayTV 4000 wird leicht beschränkt

Verbraucher-Rechte durch Klageschrift der US-Medienkonzerne in Gefahr?

Ende Oktober flatterte dem Hardware-Hersteller SONICblue eine Sammelklage von drei der größten US-Medienkonzerne ins Haus, die den Verkaufsstart des neuen Digitalvideorekorders ReplayTV 4000 aus Angst vor Urheberrechtsverletzungen verhindern wollen. Laut SONICblue werden jedoch künftige Besitzer des ReplayTV 4000 ihre digitalen Aufzeichnungen nicht ohne Beschränkungen austauschen können, zudem seien die Ängste übertrieben.

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Auf Nachfrage von Golem.de hat Andy Wolfe, Chief Technological Officer von SONICblue, betont, dass sich die endgültigen Spezifikationen des ReplayTV 4000 noch ändern können, da das Gerät noch nicht ausgeliefert wurde. Auch nach der für November geplanten Auslieferung würden sich die Features dank Software-Upgrades jederzeit ändern lassen.

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Das derzeitige ReplayTV 4000 erlaubt Wolfe zufolge maximal 15 Übertragungen jeder Aufzeichnung an andere Replay-Besitzer, die dem sendenden Gerät zudem bekannt sein müssen. "In der Praxis wird das nicht realistisch sein. Die Übertragung einer typischen 2-Stunden-Sendung an 15 Leute über eine typische Heim-Breitband-Anbindung würde etwa sieben Wochen dauern", so Wolfe gegenüber Golem.de. Dabei bezieht er sich auf eine typische ADSL-Anbindung, die Nutzern Uploads meist mit nur geringer Bandbreite erlaubt.

ReplayTV 4000 - Digitalvideorekorder mit integrierter Festplatte und Breitbandanbindung
ReplayTV 4000 - Digitalvideorekorder mit integrierter Festplatte und Breitbandanbindung

Unterdessen hat sich auch der US-Unterhaltungselektronik-Verband, die Consumer Electronics Association (CEA), besorgt zur Klage gemeldet. Deren President und CEO Gary Shapiro erklärte, dass man in der Klage einen direkten Angriff auf das bewährte Recht zur privaten Aufzeichnung von Sendungen für die spätere Betrachtung sehe: "Sie [Die Klage, Anm. der Redaktion] scheint die Technologie anzufechten, anstatt neue Wege zu entwickeln, wie diese eingesetzt werden könnte. Eine berechtigte Sorge bezüglich der Verbreitung von Inhalten über das Internet darf nicht als trojanisches Pferd genutzt werden, um etablierte Aufzeichnungs- und Nutzungsrechte im Heim zu beschränken; ebenso wenig sollte angenommen werden, dass Konsumenten mit dem ins Haus gelieferten Material verantwortungslos umgehen würden."

Wenig Verständnis zeigt die CEA für den Klagepunkt, in dem Disney, NBC und Viacom den im ReplayTV integrierten Werbeblocker monieren: "Das besagte Gerät ist ein Personal Video Recorder (PVR), der Nutzern bei Aufzeichnungen das Überspringen von Werbung erlaubt. Die Kläger scheinen nun zu behaupten, dass Werbeblock-Überspringen, was Konsumenten längst mittels verschiedener Wege (Kanalwechsel inklusive) bewerkstelligen, ihre Urheberrechte verletze. Konsumenten waren immer in der Lage, auf analogen Videorekordern schnell durch die Werbung zu spulen. Einige Videorekorder besitzen seit Jahren eine 'Werbeblocker'-Funktion. Auf diese Ebene der Funktionalität herabzusteigen scheint ein direkter Angriff auf die Entscheidung des Obersten Gerichts im Betamax-Fall zu sein, dass Massenkonsumartikel, die 'substanziell nichtverletztend genutzt' werden können, legal durch Endverbraucher verbreitet werden dürfen", so Shapiro.

Die CEA vertritt über 650 Unternehmen aus der Unterhaltungselektronik-Branche.

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