Test: VisorPhone erweitert Visor-PDA zum Handy
Das VisorPhone erweitert jeden Visor-PDA zum Mobiltelefon und damit zum mobilen Kommunikationstalent. Es integriert beim Einstecken in den Springboard-Steckplatz zahlreiche Programme rund ums Telefonieren und den Internet-Zugriff. Zu den neuen Programmen zählt eine Telefonanwendung, ein SMS-Manager, ein SIM-Programm sowie ein überarbeitetes Adressbuch, was das interne Adressbuch deaktiviert. Dabei wechselt das Adressbuch auch die Sprache, denn die VisorPhone-Version steht vorerst nur in englischer Sprache zur Verfügung. Die beigelegte CD enthält ferner den Web-Browser Blazer 1.1 von Handspring.
Wer das VisorPhone mit einem Visor Platinum oder Visor Prism verwendet, kann das Modul zudem bequem über die Dockingstation aufladen sowie den PDA unterwegs mit dem Ladenetzteil des VisorPhone mit Strom versorgen. Negativ, dass das VisorPhone nicht auch ohne PDA geladen werden kann, denn das Modul muss mit einer Stand-by-Zeit von 75 Stunden und einer Sprechzeit von drei Stunden deutlich häufiger an die Steckdose als der PDA.
Zusammen mit der Erweiterung wiegt ein Visor-PDA schon einiges und liegt vergleichsweise schwer in der Hand. Immerhin muss man sich die Kombination nicht ans Ohr halten, denn dem Paket liegt auch eine Freisprecheinrichtung bei. Leider birgt der Einsatz des VisorPhone zahlreiche Nachteile im Praxis-Einsatz. Man kann die Kombination nämlich nicht mehr vernünftig transportieren: Steckt das VisorPhone im PDA, passt die Visor-Tasche respektive der Deckel nicht mehr, so dass das Display Beschädigungen schutzlos ausgeliefert ist.
Die Telefon-Applikation beherrscht keinen Zugriff auf den Speicher einer SIM-Karte, so dass dafür die spezielle SIM-Software verwendet werden muss, womit man die Einträge in die Telefon-Applikation, nicht aber in das PalmOS-Adressbuch kopieren kann. Ferner lassen sich SIM-Einträge so editieren oder anwählen. Auch etwas ungewohnt: Ein Zugriff vom SMS-Manager auf das Adressbuch ist nicht möglich. Man muss immer erst das Adressbuch öffnen und dort den gewünschten Empfänger für den SMS-Versand auswählen. Dann öffnet sich die SMS-Anwendung, die die ausgewählte Handy-Nummer automatisch übernimmt.
Zusammen mit dem Visor Prism gibt es das VisorPhone für einen begrenzten Zeitraum direkt bei Handspring(öffnet im neuen Fenster) zum Preis von 1.291,- DM. Separat kostet das VisorPhone stattliche 999,- DM und wird in Deutschland nur ohne Mobilfunkvertrag angeboten, weil Handspring keine Partner dafür gefunden hat. Zum Lieferumfang des VisorPhone gehört ein gedrucktes Handbuch, ein Freisprechset, eine Software-CD und ein Lade-Netzteil.
Fazit:
Alleine ist das VisorPhone mit 1.000,- DM für seine Leistung sehr teuer. Aber zusammen mit dem Visor Prism bietet Handspring ein attraktives Angebot. Die mitgelieferte, leicht zu bedienende Software erfüllt ihre Aufgaben bis auf wenige Kleinigkeiten mit Bravour und ist gut in das PalmOS eingebunden. Die praktischen Umschalttasten am VisorPhone erleichtern die tägliche Arbeit ungemein. Leider ärgert es, dass sich das Gerät nicht vernünftig unterwegs einsetzen lässt, weil ein gesicherter Transport mit dem mitgelieferten Zubehör nicht möglich ist. Auch stört es, dass man zum Aufladen des VisorPhone immer einen Visor-PDA benötigt.