Radeon 8500 - ATI "optimiert" Treiber für Quake-3-Benchmarks
HardOCP(öffnet im neuen Fenster) entdeckte die unfeine Optimierung beim Testen der Radeon 8500 mit der Windows-Treiberversion 5.13.01.3276. Die Tester benannten daraufhin die Quake3.exe in Quack.exe um und tauschten – auch wenn nicht nötig – innerhalb des Programms Hinweise auf "Quake3" durch "Quack" aus. Im anschließenden Test ergab sich eine Leistungsdifferenz von bis zu 18 Prozent zu Ungunsten von Quack.exe. Ein HardOCP-Leser nahm sich daraufhin die verwendeten Treiber vor und untermauerte die Annahme, dass ATI eine Art Treiberoptimierung vorgenommen hat: Wird Quake 3 gestartet, modifiziert ATIs Treiber offenbar einige Einstellungen und erreicht damit die deutlich bessere Leistung.
ATI Deutschland konnte auf Nachfrage noch keinen Kommentar abgeben. Die Radeon 8500 kommt Ende Oktober in Deutschland auf den Markt, in den USA ist sie schon seit Mitte des Monats erhältlich.
Kommentar:
"ATI cheats" – das ist derzeit die Nachricht, die sich durchs Netz verbreitet. Mit einer wohl mehr aus Marketinggründen denn aus Kundenfreundlichkeit gewählten Beeinflussung von Quake-3-Benchmarks hat sich ATI eine schwere Delle in der Reputation zugezogen – und gefährdet das Interesse an der Radeon 8500. Und das, obwohl die Grafikkarte in verschiedenen Tests eine recht ansprechende Leistung geliefert hat; wohlgemerkt auch in solchen Tests, in denen Quake 3 nur ein Bruchteil der eingesetzten Benchmark-Werkzeuge darstellte. Viele Hardcore-Gamer schalten bei Quake 3 zwar sowieso einen Großteil des "optischen Schnickschnacks" ab, doch bietet das Spiel bereits genug Möglichkeiten, dies selbst zu bestimmen, als dass einem ein Treiber dazwischenfunkt.
Wer nun Zeter und Mordio schreit und ATI verteufelt, sollte bedenken, dass ähnliche Fälle bei Grafikchip- bzw. Grafikkartenherstellern schon des Öfteren aufgetreten sind. Auch NVidia soll seine Treiber für den 3DMark 2001 optimiert haben und dabei in einigen Fällen die Bildqualität der Renderleistung opfern.