Windows XP jetzt im Handel
Mit Windows XP löst Microsoft sein langjähriges Versprechen ein, die beiden Plattformen Windows 9x/Millennium und Windows NT/2000 unter einem Dach zu vereinen. Für die verschiedenen Kundengruppen stehen zwei Versionen zur Wahl, die aber beide auf der NT-Technik beruhen und so ein stabileres System liefern, als das mit den DOS-basierten Systemen Windows 9x und Millennium möglich war.
Die Vollversion der Windows XP Home Edition kostet 489,- DM; ein Update von Windows 98, 98SE und Millennium auf die XP Home Edition liegt bei einem Preis von 254,- DM. Für Anwender von Windows 3.x oder 95 bietet Microsoft keine Update-Möglichkeit auf Windows XP an. Besitzer von Windows NT 4.0 oder 2000 können für 489,- DM zu Windows XP Professional wechseln. Der Wechsel zur Professional-Version ist auch von Windows 98, 98SE oder Millennium möglich. Eine Vollversion von Windows XP Professional bietet Microsoft ausschließlich über System-Builder-Partner an.
Die auffälligste Neuerung von Windows XP ist die stark überarbeitete Oberfläche, die durch ihre Farbgewalt bisherige Windows-Anwender eher abschreckt und an das PDA-Betriebssystem WindowsCE 3.0 erinnert. Starke Änderungen wurden an der nun "aufgabenorientierten" Systemsteuerung vorgenommen, die vollständig anders gruppiert ist. Ferner ist der Chat-Client Windows Messenger in Windows XP eingebunden.
Darüber arbeiten auch die neuen Fernwartungsfunktionen von Windows XP: Damit ist es möglich, einem anderen XP-Anwender per so genanntem Remote Assistance bei Problemen mit seinem System zu helfen. Über eine Internet-Verbindung sieht der helfende XP-Anwender den Bildschirm-Inhalt des um Rat Suchenden. Bei Bedarf lässt sich so der Rechner auch aus der Ferne steuern.
Aus dem Terminal-Server von Microsoft stammt eine zusätzliche Möglichkeit des Fernzugriffs, der aber nur in der Professional-Version enthalten ist: Anwender können PCs mit installiertem Windows XP Professional von unterwegs per Remote Access komplett steuern. Wenn der XP-Rechner in Betrieb ist, lässt sich dieser etwa von einem Laptop aus ansprechen, indem dieser den kompletten Inhalt auf dem Desktop-PC mit allen Dateien und Anwendungen anzeigt. So kann man etwa auf Firmendaten zugreifen, auch wenn diese nicht auf den Laptop gespielt wurden.
Ferner enthält Windows XP den Windows Media Player in der Version 8.0 und eine Personal Firewall. Die Professional-Variante umfasst darüber hinaus weitere Netzwerkfunktionen, die vornehmlich im Unternehmenseinsatz benötigt werden und daher nicht in der Home Edition enthalten sind.
Als minimale Systemanforderung für den Einsatz von Windows XP nennt Microsoft einen Prozessor mit 300 MHz und 64 MByte Arbeitsspeicher. Optimal sei hingegen eine doppelt so gute Hardware-Ausstattung mit 600-MHz-Prozessor und 128 MByte RAM. Wer kein bootfähiges CD-ROM-Laufwerk besitzt, kann auf im Internet bereitgestellte Boot-Images für Disketten zurückgreifen. Diese Image-Dateien stehen für die Home Edition(öffnet im neuen Fenster) sowie die Professional-Variante(öffnet im neuen Fenster) kostenlos zum Download bereit. Im ersten Halbjahr 2002 will Microsoft dann die Server-Versionen von Windows XP auf den Markt bringen.
Parallel zum Marktstart von Windows XP ist auch wieder ein Plus!-Paket erhältlich, womit sich der Windows Media Player per Sprache steuern lässt und sich die Klangqualität von Computerlautsprechern durch Software deutlich verbessern lassen soll. Ansonsten gehören eine Reihe dreidimensionaler Bildschirmschoner, kleinere Tools und Spiele zu dem Paket, das für 95,- DM angeboten wird.
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