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Studie: Zahl der Start-up-Pleiten übersteigt Neugründungen

Die meisten Internet-Start-ups sterben in München

In einer zweiten Längsschnitt-Untersuchung hat das Projekt e-Startup.org an der European Business School (ebs) das Schicksal von 676 Venture-Capital-finanzierten Internet/E-Commerce-Unternehmen verfolgt und zum Stichtag 1. Oktober 2001 erneut ausgewertet. Erstmals wurde auch eine Stichprobe von 2.400 Unternehmen in die Untersuchung einbezogen, die kein Venture Capital erhalten haben. Als zusätzlicher Indikator wurde die Entwicklung der Insolvenzverfahren für die Jahre 2000/2001 ausgewertet.

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Die ermittelten Ausfallraten zeigen, dass sich die Konsolidierung in den Sommermonaten deutlich beschleunigt hat. Beinahe dreimal so viele Unternehmen haben aufgeben müssen oder Insolvenz angemeldet, wie im gleichen Zeitraum Anfang des Jahres. Die deutliche Marktbereinigung, das anstehende Weihnachtsgeschäft und wieder sinkende Pleitezahlen in den USA lassen jedoch für die kommenden Monate auf eine gewisse Entspannung und sinkende Ausfallraten hoffen.

Inhalt:
  1. Studie: Zahl der Start-up-Pleiten übersteigt Neugründungen
  2. Studie: Zahl der Start-up-Pleiten übersteigt Neugründungen

Nach durchschnittlich fünf Insolvenzen pro Monat im Jahr 2000 und einem Anstieg auf 20-22 im ersten Halbjahr 2001 haben in den letzten drei Monaten jeweils 60 Unternehmen den Gang zum Amtsgericht antreten müssen. Seit Anfang 2000 sind in der Summe - unter Berücksichtigung der angemeldeten, aber noch nicht eröffneten Verfahren - mehr als 350 Internet/E-Commerce-Unternehmen insolvent geworden. Über die Hälfte wurden durch Venture-Capital-Gesellschaften finanziert und betreut.

Neben der allgemeinen wirtschaftlichen Situation und den traditionell schwachen Sommermonaten ist einer der Auslöser für die Entwicklung auch der zunehmende Druck auf die VC-Gesellschaften, Beteiligungsportfolios zu bereinigen und nur noch besonders erfolgverprechende Gründungen weiter zu finanzieren. Neben Hinweisen auf eine gescheiterte Anschlussfinanzierung findet sich zunehmend häufig aber auch das Eingeständnis, dass sich Produkte oder Geschäftsmodelle am Markt nicht durchsetzten konnten. Diese Entwicklung lässt darauf hoffen, dass die Branche aus der jüngsten Konsolidierungsrunde gestärkt hervorgehen wird.

Geographisch konzentrieren sich die ausgewerteten Insolvenzen vor allem auf die Standorte, an denen auch entsprechend viele Internet-Unternehmen aktiv sind: Mit 64 Insolvenzen ist München Spitzenreiter, gefolgt von Hamburg (48), Berlin (38) und Düsseldorf (20). Eine überproportional hohe Insolvenzquote konnte bisher an keinem der untersuchten Standorte festgestellt werden.

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Betrachtet wurde eine Stichprobe von 676 Unternehmen, die zum Stichtag 1. Juli 2000 am Markt aktiv waren und bereits Venture Capital erhalten hatten. Waren bis zum 1. Mai 2001 (zehn Monate) erst 52 Unternehmen gescheitert, hat sich ihre Zahl bis zum 1. Oktober 2001 auf 141 Firmen oder 20,8 Prozent deutlich erhöht. Als Scheitern betrachtet wurde die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens oder die Aufgabe bzw. Schließung des Unternehmens durch die Eigner.

Die Zahl der Übernahmen hat sich dagegen nur moderat entwickelt. Von 64 auf 76 Unternehmen oder 11,3 Prozent ist sie nur geringfügig angestiegen. Zurückhaltung übten die potenziellen Investoren auch bei gescheiterten Übernahmekandidaten: Nur für jedes siebente insolvente Unternehmen konnte bisher ein Käufer gefunden werden, weitere 6 Prozent konnten immerhin in Teilen (Kundenstamm, Mitarbeiter oder Geschäftsmodell) veräußert werden. Damit konsolidiert das Segment Internet/E-Commerce auch weiterhin stärker durch Scheitern als durch Übernahmen.

Der direkte Vergleich von 2.405 nicht VC-finanzierten Gründungen mit 902 VC- finanzierten zeigt, dass dieser Unternehmenstyp deutlich weniger ausfallgefährdet ist. Die Rate der gescheiterten Unternehmen war im betrachteten Zeitraum mit 8,5 Prozent weniger als halb so groß als bei den VC-finanzierten, bei denen 19,1 Prozent der Anbieter Insolvenz anmelden mussten oder aufgegeben haben. Obwohl auch bei den meist kleinen und flexiblen Unternehmen die Ausfallraten deutlich gestiegen sind, haben sie sich besser an die geänderte Marktsituation anpassen können.

Geringerem Risiko stehen aber auch geringere Chancen gegenüber. Die nicht VC-finanzierten Unternehmen sind als Akquisitionskandidaten weniger interessant. Nur 5,3 Prozent wurden bisher übernommen, gegenüber 9,6 Prozent bei den VC-finanzierten Unternehmen.

Die in den Sommermonaten beobachtete Konsolidierungswelle wird im Jahr 2001 erstmals dazu führen, dass mehr Firmen aus dem Markt austreten, als durch neue Gründungen entstehen.

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Manager 09. Jan 2002

NUR diesem letzen Beitrag kann ich zustimmen... :-). Leute das DING hat SYSTEM, genauso...

relain 25. Okt 2001

Oh Wahnsinn! -> Den Kommentaren kann man eine geballte Kompetenz entnehmen...Wirklich...

NOP 24. Okt 2001

Geld verdienen wollen doch alle. Nur ob als Geschäftsmodell Scheisse zu verkaufen...

bürp 23. Okt 2001

na, ist da jemand gereizt ? Vielleicht beim nem Startup beschäftigt (gewesen) ? nix fuer...

Musidus 23. Okt 2001

Achne, und Du nicht? Was Du verdienst, verteilst Du gleich unter den Armen! Oder wohnst...


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